Eppsteiner Wildkräutergarten: Huflattich hilft bei Husten

Blühender Huflattich    Foto: Helge May/nabu.de

 

Gerade jetzt im Frühling lässt sich die Umschau nach Eppsteins Wildkräutern nahezu täglich erweitern. Nach Bärlauch recken auch Huflattich und Scharbockskraut ihre Blätter der Frühlingssonne entgegen – beides leuchtend gelbe Hingucker, die allerdings nur wenige Zentimeter hoch werden.

Kräutersammlerin Heidelinde van Krüchten genießt es, auch bei den derzeit noch recht frischen Temperaturen, durch die Natur zu wandern und die kleinen Helfer zu entdecken, die bei Wind und Wetter wachsen. Umso schöner sei das Beobachten, so Heidelinde van Krüchten, wenn man zu den Pflanzen auch ihre Geschichte kennt.

Huflattich, ein Korbblütler, mit seinem strahlenförmigen Blütenköpfchen, wurde bereits im Mittelalter und wird noch heute genutzt, um bei Erkrankungen der Atemwege durch Abkochen der Blüten und Blätter, Linderung zu verschaffen. Seine Standorte sind Straßenränder und vorzugsweise lehmige Böden. Seine Blüte ist der des Löwenzahns ähnlich, auch der Ausblühstand mit den fallschirmähnlichen Samen. Sein Gelb ist jedoch weißlicher und er ist früher zu finden. Er ist reizlindernd, hilft Husten zu lösen und fördert den Auswurf. Auch äußerlich angewendet können seine zerquetschten Blätter bei Verstauchungen genutzt werden.

Doch woher hat er seinen Namen? Der alten germanischen Sage nach soll Odin, wenn er mit seinem achtbeinigen Pferd unterwegs war, goldene Funken bei jedem Hufabtritt hinterlassen haben, aus dem dann der Huflattich entstand. Die Form der Blätter weist auf den Ursprung dieser Sage hin.

Doch ist das wildwachsende Kraut mit Vorsicht zu genießen: Huflattich sollte man nur in geringen Mengen konsumieren, da es Alkaloide produziert, die leberschädigend wirken können. Die Pflanze schützt sich damit vor Fraßfeinden. Die in der Apotheke gekauften Huflattich-Präparate stammen aus alkaloidfreien Züchtungen.

Auch das kleine Scharbockskraut, das zu den Hahnenfußgewächsen gehört, hat, wie viele seiner Art, eine unerfreuliche Seite: Er ist eine gesunde Beigabe in frühlingsfrischen Salaten. Aber mit der Blüte entwickeln sich Giftstoffe die auf der Haut Reizungen und auch Blasen hervorrufen können.

Das Scharbockskraut breitet sich vornehmlich in Laubwäldern und feuchten Böden kriechend aus. Es trägt auch den Namen „Himmelsgerste“, da in seinen Blattachsen winzige Knöllchen wachsen, die man – auch geröstet – verzehren kann. Van Krüchtens Fazit: Eine kleine Pflanze, aber als Lieferant von Vitamin C und ätherischen Ölen ein Riese. EZ

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