Was an diesem Nachmittag rund um den Sportplatz entstand, war mehr als ein Fußballspiel: es war ein Gemeinschaftserlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird. Nach 23 langen Jahren kann sich der TuS Niederjosbach wieder als Meister auszeichnen.
Bereits vor dem Anpfiff war klar, dass dieser Tag etwas Besonderes werden würde. Rund um den Platz herrschte eine Stimmung, die weit über das Gewöhnliche hinausging. Das offizielle Meisterfoto mit Spielern, Trainern und Betreuern, umrahmt von Fahnen und Pyrotechnik in den Vereinsfarben Orange, Schwarz und Weiß. Dies setzte ein erstes, meisterliches Zeichen. „Den würdigsten Empfang aber bereiteten die Gäste aus Fischbach: Beim Einlaufen des Meisters bildete der Gegner Spalier, ein Akt des Respekts, der die Größe des Sports verkörpert, begleitet von der TuS-Hymne und einer Pyroshow zum Anbeißen,“ berichtet Spieler Nicolai Brack.
Auf dem Platz lieferten beide Mannschaften ihren Zuschauern eine Partie voller Dramatik. Sameer Khana brachte den TuS bereits in der sechsten Minute mit 1:0 in Führung: Ein erster Kontakt, schnelle Drehung und ein gezielter Abschluss ins kurze Eck. Doch zwei unnötige Gegentore drehten die Partie innerhalb von drei Minuten. Jedoch ließ der TuS den Kopf nicht hängen. Ausgerechnet Matthias Bernert, der Vize-Kapitän, stellte mit einem „Kanonenstrahl“ kurz vor der Pause die Ordnung wieder her und ließ auf der Anzeigetafel das 2:2 erscheinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen und körperlich. Fischbach setzte erneut nach und ging mit 3:2 in Führung. Doch der TuS zeigte, was ihn in dieser Saison ausgezeichnet hat: Mentalität, Einsatzbereitschaft und Teamgeist. Sameer Khana übernahm Verantwortung, glich zunächst zum 3:3 aus und brachte seine Mannschaft nur kurz darauf erneut in Führung. Seine stramme rechte Klebe ließ den Ball unhaltbar im Eck einschlagen. Serr Utus legte das 5:3 nach, ehe Khana mit seinem vierten Treffer des Tages den Schlusspunkt setzte und sich zum „Man-of-the-Match” und in die Herzen der Fans schoss. Den Gästen gelang noch ein später Ehrentreffer, was allerdings nur für die Ergebnis-Kosmetik relevant war. Kurz vor Schluss zeichnete sich Timo Armilotta noch mit einem tollen Übersteiger aus.
Für die passende Kulisse sorgten einmal mehr die TuS Ultras von „Inferno Lochberg“. Mit Fahnen, Rauch und Pyrotechnik in den Vereinsfarben verwandelten sie den Lochberg im wahrsten Sinne in ein Inferno aus Rauch, Musik und guter Laune, das auch Außenstehende mitriss. Immer wieder hallten Gesänge über den Sportplatz: laut, herzlich, unerschütterlich. Torwart Jan Völker, mit Fischbach-Vergangenheit, brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Man hatte das Gefühl, sowohl auf als auch neben dem Platz ist man eine Einheit.“
Auch abseits des Rasens war für jeden etwas dabei. Die Bahnstraßen-Musikanten sorgten für musikalische Unterhaltung, die BBQ Crew Niederjosbach übernahm die Verpflegung mit „herrlich zarten Burgern“. schwärmt Brack. Auch die jüngsten Gäste kamen auf ihre Kosten, auf der Hüpfburg und beim Kinderschminken. Sogar Bürgermeister Alexander Simon fand den Weg auf den Lochberg und begleitete den Verein in die Kreisliga A. Alles in allem war es ein bedeutender Tag für die Gemeinde.
Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Mannschaft um Kapitän Maximilian Bicer trat unter furiosem Applaus auf den Balkon des Vereinsheims, wo der Meisterpokal feierlich in den Himmel gestreckt wurde. Spieler, Fans und Verantwortliche lagen sich in den Armen, während sie sich unter einer Bier- und Champagner-Dusche befanden. Das Fest ging noch bis tief in die Nacht, wobei zahlreiche Erinnerungen entstanden sind. Nun wartet die A-Liga auf den TuS und die Lust, auch dort Spuren zu hinterlassen, war am gesamten Lochberg zu spüren.
Bevor der Blick nach vorne geht, richteten sich die Spieler noch mit einem ausdrücklichen Dankeschön an das Team hinter dem Team: „Ob Helfer, Betreuer, Verantwortliche oder stille Unterstützer im Hintergrund, ohne euren Einsatz über die gesamte Saison hinweg wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Danke für euren Support.“nb


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