... oder in ihrem Roman „Bergleuchten“ über den Bau des Gotthard-Tunnels, die alle im 19. Jahrhundert spielen, nicht auf eine Zeitreise in vergangene Zeiten: Der Roman, der am 11. März als Taschenbuch im Aufbauverlag erscheint, spielt in der Gegenwart.
Auch ohne historische Kulisse entfaltet Seemayer ihr erzählerisches Talent. Schon als Kind habe sie sich lange Geschichten ausgedacht, sagt die 66-Jährige, aber erst vor zehn Jahren, seitdem ihre drei Kinder erwachsen sind, ihre beiden ersten Romane geschrieben.
Ihre neue Heldin Laura erbt von ihrem Onkel ein Haus in der Toskana, in dem sie jeden Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Mit dem festen Vorsatz, es so schnell wie möglich zu verkaufen, reist sie nach Castagneto Carducci. Ein wohlhabender Winzer bietet ihr viel Geld, und alles scheint entschieden.
Doch dann begegnet sie ihrem Jugendfreund Luca wieder. Mit seiner Liebe zur Landschaft und seinem Traum von einem nachhaltigen Agriturismo weckt er längst vergessene Erinnerungen in Laura. Zwischen Olivenbäumen und Zypressen, inmitten goldener Hügel und flirrendem Licht entdeckt Laura nicht nur die Schönheit der Toskana neu, sondern auch ihr Herz.
Wie in ihren bisherigen Romanen schreibt Karin Seemayer, mit Hintergrundwissen, zum Beispiel über die Reisebranche, in der ihre Heldin Laura arbeitet, oder über die Toskana, wo der Roman hauptsächlich spielt, mit ihrem besonderen Licht, besonderen Wetterphänomenen, den typischen Pflanzen und dem ganz eigenen Duft der Toskana nach wilden Kräutern, Pinien und salziger Luft.
Seemayer kennt die Region von Jugend an. Ihr Vater besaß von 1985 bis 2016 ein großes Grundstück mit einem kleinen Haus und einem Tiny-House im Vallone di Segalari, unterhalb von Castagneto Carducci, wo ihr neuer Roman spielt. In dieser Zeit besuchte sie mit ihrem Mann mindestens einmal im Jahr die Region.
„Später haben wir dann mit den Kindern regelmäßig dort Urlaub gemacht“, sagt Seemayer. Deshalb stecken auch viele persönliche Beobachtungen in ihrem neuen Buch. Sie beschreibt die schwelgende Blütenpracht im Frühsommer, den Geschmack von frisch gepflückten Tomaten und den ersten reifen Aprikosen, sowie die liebevolle Zubereitung hausgemachter Tortelli und anderer Köstlichkeiten der toskanischen Küche. Mittendrin ihre Heldin Laura, die zwischen flirrender Sonne, zirpenden Zikaden und verwilderten Olivenbäumen zu sich selbst findet.
Sie habe die Wandlung Castagnetos von einem verträumten, kleinen Dorf in ein Touristenzentrum erlebt, sagt Seemayer, und ebenso die Veränderung der gesamten Landschaft: beispielsweise das Verschwinden der Kleinbauern zugunsten von großflächigem Weinanbau, das sie ebenfalls im Buch thematisiert. Dennoch liebe sie diese Gegend noch immer und reise jedes Jahr mindestens für eine Woche dorthin, sagt Seemayer.
Wohl auch deshalb bezeichnet die Autorin ihren neuen Roman als ein Wohlfühlbuch, dieses Mal wieder als Taschenbuch, E-Book oder Hörbuch, bestens geeignet als leichte Urlaubslektüre oder „zum Davonträumen nach Italien“, verspricht der Klappentext. „Sommerwind in der Toskana“ ist im Aufbauverlag erschienen und kostet 13 Euro. bpa


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