Leahs Entscheidung: Der dritte Roman der Amisch-Saga ist fertig

Das neue Buch von Karin Seemayer.

Im vorigen Oktober stellte die Eppsteiner Autorin Karin Seemayer auf Einladung des Kulturkreises im Rahmen der Leseland-Hessen Reihe „5 Autoren – 5 Lesungen“ ihr Buch „Himmel über Amerika – Rebekkas Weg“ vor.

Der Anfang 2021 erschienene Roman war der Auftakt zu einer dreiteiligen Familien-Saga im Amisch Milieu in den USA. Die Trilogie beginnt im Jahr 1815 in einem fiktiven Dorf in der Pfalz.

Im November erschien der zweite Teil, „Esthers Entscheidung“, der in Pennsylvania in den Jahren des Sezessionskriegs 1861 bis 1865 spielt. Thema des Romans ist die Sklaverei und wie sich die Amischen dazu stellen. Die geheimen Fluchtrouten von den Südstaaten in den Norden spielen eine wichtige Rolle.

Nun stellt die Autorin den dritten Teil ihrer Saga „Himmel über Amerika“ vor: In „Leahs Traum“ beschreibt sie die Zeit von 1917 bis 1919, den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg und die Auswirkungen auf das Leben der deutschstämmigen, pazifistischen Amischen.

Für die drei Bücher habe sie, wie für ihre früheren historischen Romane, intensiv recherchiert, berichtet Seemayer, allerdings fiel die geplante Reise zu amischen Niederlassungen in den USA wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie aus, auch ein zweiter Versuch, im vorigen Jahr zu reisen, scheiterte am Einreiseverbot in die USA.

Weil streng gläubige Amisch-Menschen bis heute ohne Internetzugang leben, sei es unmöglich gewesen, direkte Kontakte zu den Menschen zu knüpfen. Das habe ihr beim Schreiben sehr gefehlt, sagt Seemayer, dafür habe sie zahlreiche Bücher, Veröffentlichungen und auch ein Forum über Amische gefunden, die ihr sehr dabei geholfen haben, Lebensweise, Lebenseinstellung und den Glauben zu verstehen.

Seemayer hat sich intensiv mit den Gebräuchen und Sitten der Amischen beschäftigt und stellt die Konflikte zwischen ihnen und ihren „englischen“ Nachbarn glaubhaft dar. So weiß sie, dass heute Handys bei den Amischen zwar verboten sind, aber für viele junge Amische eine große Verlockung darstellen, so wie es 1917 für die damalige amische Jugend das Automobil war. Das Telefon war damals zunächst erlaubt, wurde dann aber doch von den amischen Bischöfen verboten.

Bei den Nachforschungen über die Zeit des Ersten Weltkrieges und den Einstieg der USA in den Krieg, stieß sie auf Unterlagen über Zwangsrekrutierungen von jungen Männern der amischen Gemeinden, die wegen ihres Glaubens jeglichen Kriegsdienst verweigern. „Wie brutal in diesen Umerziehungseinrichtungen mit den jungen Männern umgegangen wurde, habe ich erst während meiner Beschäftigung mit diesem Thema erfahren“, sagt Seemayer, die darüber in ihrem Roman schreibt, „die Aufseher gingen sogar so weit, Scheinhinrichtungen zu arrangieren“.

Auch die Spanische Grippe hatte Auswirkungen bis in die Glaubensgemeinschaft hinein: Quarantäne-Regeln und Lockdowns gab es damals schon, „allerdings wurden Verstöße gegen die Regeln mit aller Härte verfolgt und mit Haft oder hohen Geldstraßen geahndet“, sagt Seemayer.

Titelheldin Leah ist ungewöhnlich neugierig und wissbegierig für eine junge Amische. Sie interessiert sich für Erfindungen wie Autos und Telefone und möchte etwas von der Welt sehen, bevor sie sich endgültig für ihren Glauben entscheidet. Bei den Amischen haben junge Menschen nach dem 16. Lebensjahr Zeit, um sich auf die Taufe vorzubereiten, durch die sie endgültig in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Die Zeit wird „Rumspringa“ genannt, weil sie währenddessen auch die Welt außerhalb ihrer Gemeinde kennen lernen können.

Leah zieht es in die nahe gelegene Stadt, wo sie für einige Monate in der Buchhandlung ihrer Tante aushelfen will.

Leahs beste Freundin ist eine „Englische“, so heißen alle Amerikaner außerhalb der Amischen Gemeinde. Sie versorgt sie mit Büchern und Zeitschriften, stöbert mit ihr in Modemagazinen und nimmt sie mit in ihre Welt.

Das Leben in der Stadt weckt in Leah den Wunsch nach einem freieren Leben. Sie verliebt sich in den jungen Richard, Spross einer reichen amerikanischen High-Society-Familie, und schon bald muss sie eine wichtige Entscheidung treffen. bpa

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