So schreibt Leserin Cordula Krause, dass es doch sinnvoller wäre, wenn Nachbarn sich eine Tonne teilen, statt halb gefüllte gelbe Säcke rauszustellen. Sie findet: „So viel zusätzlicher Plastikmüll könne mit der Einführung der gelben Tonne gespart werden.“
Ein anderer spricht das Problem an, dass im naturnahen Eppstein Tiere die dünnen Plastiksäcke aufreißen und der Inhalt sich über die ganze Straße bis in Grünanlagen hinein verteilt.
Die Entscheidung gegen die Tonne sei offensichtlich keine zwingende Notwendigkeit, sondern eine Entscheidung, allerdings mit klaren Nachteilen für Umwelt, Sicherheit und Akzeptanz, schreibt der Eppsteiner Hartmut Schwadtke. Wer ernsthaft Müllvermeidung, saubere Städte und funktionierendes Recycling wolle, sollte auf verschließbare Behälter setzen und nicht auf Lösungen, die eher an improvisierte Abfallentsorgung erinnern.
„Eine funktionierende, bewährte Lösung durch eine objektiv schlechtere zu ersetzen, ist kein Fortschritt, ärgert sich Schwadtke und hofft, dass Stadt und Entsorger diese Entscheidung noch einmal überdenken – „im Interesse der Bürger ebenso wie im Sinne einer glaubwürdigen Umweltpolitik“.
Nun hat der Entsorger Kilb Städtereinigung auf den Appell für die gelbe Tonne einer Leserin der Eppsteiner Zeitung reagiert und erklärt die Entscheidung noch einmal aus Sicht des Müllabfuhrunternehmens: Sie beruhe auf einer Vorgabe der Auftraggeber für ganz Deutschland, die Dualen Systeme Deutschland (DSD). Die DSD haben Verträge mit den Kommunen geschlossen, heißt es in der Mitteilung: „In dem Vertrag mit der Stadt Eppstein sind die Preise nicht auf Basis von Tonnenleerungen sondern dem Sammeln der gelben Säcke kalkuliert worden.“
Wie Erste Stadträtin Sabine Bergold bereits vor einer Woche im Gespräch mit der Eppsteiner Zeitung erklärte, dränge die Stadt darauf, in Eppstein ein „Mischsystem“ einzuführen, also gelbe Tonnen überall dort aufzustellen, wo Platz dafür ist, und gelbe Säcke beispielsweise in engen Ortsbezirken beizubehalten. Dies, so Bergold, werde jedoch von den DSD abgelehnt: Entweder Tonne oder Säcke, heißt es dort. Ein reines Tonnensystem aber sei, so Bergold, in Eppstein mit seinen zum Teil sehr kleinen Grundstücken, engen Straßen und Hinterhöfen flächendeckend nicht umsetzbar. Deshalb kauften sich etliche Hausbesitzer schon vor Jahren privat eine gelbe Tonne.
Kilb Städtereinigung dazu: Das Sammeln von gelben Säcken sei deutlich schneller als das Leeren von Tonnen, da bei Tonnen zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich seien wie Aufnehmen, Einhängen, Entleeren und Zurückstellen. „Über viele Jahre hinweg haben wir die Gelben Tonnen dennoch aus Kulanz mitgeleert“, heißt es in der Mitteilung. Nun habe das Duale System Deutschland der Firma Meinhardt, in deren Auftrag Kilb die Sammlung der Gelben Säcke durchführt, eine Frist gesetzt, ab der keine privat angeschafften gelben Tonnen mehr geleert werden dürfen. Ursprünglich war dies der 31. Dezember. Nach weiteren Gesprächen wurde diese Frist auf den 30. April verschoben.
Das Abfuhrunternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass seine Leistungen sich an den vertraglichen Vereinbarungen orientieren und nicht darüber hinausgehen.bpa

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