Barrierefreier Umbau der Bushaltestellen geht weiter

Die frisch fertiggestellte Bushaltestelle in der oberen Waldallee in Bremthal. Foto: Stadt Eppstein

Nach dem Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz - BGG) und dem dortigen § 8 ist auch im Bereich der öffentlichen Personennahverkehre eine Barrierefreiheit herzustellen.

Ziel des Gesetzes ist es, mögliche Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen zu beseitigen und zu verhindern sowie ihre gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Dabei wird ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen. Hierzu gilt es, die Bushaltestellen umzubauen. Die Barrierefreiheit umfasst die Schaffung einer ausreichend breiten Wartefläche. In einigen Fällen wird deshalb die Bushaltestelle in die Fahrbahn vorgezogen. Weiterhin sind Leitstreifen und 22 Zentimeter hohe Bordsteine zu errichten. Die Umgebung ist entsprechend anzupassen und höhenmäßig zu nivellieren. Diese Anhebung der Ein- und Ausstiegsbereiche ermöglicht ein ebenerdiges Ein- oder Austreten bzw. Ein- oder Ausfahren mit Hilfsmitteln. Vormals durch Absätze und Kanten bestehende Hinderungen oder Erschwernisse werden beseitigt. Im Nahbereich der Bushaltestellen kommt es sodann zum Bau von Überquerungshilfen. Die Bordsteine werden dort auf das Niveau der Fahrbahn abgesenkt, um hier eine Überquerung mit Hilfsmitteln zu erleichtern.

„Die Stadt Eppstein ist bestrebt, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet bedarfsgerecht und nutzerorientiert zu erweitern und attraktiver zu gestalten,“ so Bürgermeister Alexander Simon. In Eppstein sei diese Aufgabe wegen der Topographie besonders herausfordernd. „Unsere besondere Topographie darf aber kein Alibi sein, etwas nicht zu tun, sondern vielmehr Ansporn, hier tätig zu werden“, so der Bürgermeister. 22 der 30 im Stadtgebiet vorhandenen Bushaltestellen sind bereits barrierefrei nutzbar.

Im Zusammenhang mit der Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs in Niederjosbach ab 2009 und der Sanierung der Bahnstraße kam es hier bereits zur Errichtung von vier barrierefreien Haltestellen. Zudem wurden die beiden Haltestellen an der Comeniusschule durch den Main-Taunus-Kreis barrierefrei umgebaut. Im Rahmen der Sanierung der Hauptstraße in Vockenhausen wurden die dort vorhandenen sechs Haltestellen im Jahr 2014 entsprechend umgebaut. Im Rahmen der Umgestaltung des Stadtbahnhofes Eppstein wurde diese Haltestelle im Jahr 2015 barrierefrei neu errichtet. Im Zusammenhang mit der Erschließung des Gewerbe- und Industriegebietes Eppstein West in Bremthal kam es dort zum Bau von zwei weiteren barrierefreien Haltestellen. 2021 erfolgte der Ausbau der Niederjosbacher Straße und hier wurden zwei Haltestellen barrierefrei errichtet. 17 Bushaltestellen sind so im Zusammenhang mit Sanierungs- oder Erschließungsarbeiten barrierefrei ausgebaut worden.

Seit dem Jahr 2017 werden die im Stadtgebiet vorhandenen Bushaltestellen auch eigenständig, also ohne eine Straßensanierungs- oder Erschließungsmaßnahme barrierefrei geplant und umgebaut. 2017 wurden zwei Bushaltstellen in der Königsteiner Straße in Ehlhalten und eine in der Lorsbacher Straße in Eppstein barrierefrei ausgebaut. 2018 erfolgte im Stadtteil Bremthal der barrierefreie Ausbau von zwei Haltestellen im Hessenring, einer Haltestelle in der Freiherr-vom-Stein-Straße und zwei Haltestellen in der Wilhelm-Reuter-Straße. Im Jahr 2020 wurden zwei Haltestellen im Valterweg und eine in der Waldallee allesamt im Stadtteil Bremthal barrierefrei ausgebaut. Damit konnten elf Haltestellen entsprechend umgebaut werden.

Insgesamt sind 22 Bushaltestellen im Stadtgebiet barrierefrei nutzbar. Acht in Trägerschaft der Stadt Eppstein befindliche Haltestellen gilt es noch umzurüsten: vier in Niederjosbach, in der Bezirksstraße, in der Eppsteiner Straße, im Zeilring und am Zimmerplatz. In Eppstein ist noch eine Haltestelle an der Bundesstraße 455 umzubauen und in Bremthal ingsamt drei Haltestellen, in der Freiherr-vom-Stein-Straße und zwei in der Waldallee.

Die Umbauten werden finanziell gefördert. Rechtsgrundlage hierzu sind das Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz - GVFG) und das Gesetz zur Regelung des Finanzausgleichs (Finanzausgleichsgesetz - FAG). Hierüber können bis zu 80 Prozent der anrechenbaren Kosten gefördert werden, sodass nur ein geringer Eigenanteil durch die Stadt Eppstein zu tragen ist. Die entsprechenden Haushaltsmittel waren über die jeweiligen Haushaltspläne bereitgestellt worden.

Für die oben aufgeführten seit dem Jahr 2017 umgebauten elf Haltestellen und den beiden in der Niederjosbacher Straße, also insgesamt 13 Bushaltestellen, wurden an Planungs- und Baukosten rund 740 800 Euro verauslagt. Diese Maßnahmen wurden mit rund 544 000 Euro gefördert, was einer Förderquote von etwa 73,5 Prozent entspricht. 196 800 Euro mussten aus eigenen Mitteln aufgewendet werden, was einem Kostenanteil der Stadt Eppstein von rund 15 150 Euro pro Haltestelle entspricht.EZ

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