Inzwischen würden ihre langjährige Forderung, die Friedhöfe sukzessive zu verkleinern, auf neue Bestattungsformen wie einen Friedwald zu setzen nicht mehr vom Tisch gewischt, sondern auch von den anderen Fraktionen ernsthaft diskutiert.
„Wir wollen keine vorhandenen Gräber beseitigen, sondern lediglich Flächen, die ohnehin seit Jahren nicht mehr genutzt werden stilllegen“, betont Oetken. Diesen Prozess hätte die Stadt längst beginnen können, schließlich brauche es noch viele Jahre, bis ein Einsparpotenzial realisiert wäre. Auch bei den fünf Feuerwehren müsse das Nachdenken über Synergien erlaubt sein.
Thomas Uber geht sogar noch weiter: „Wir sollten die Interkommunale Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Aus seiner Sicht sei sie nur eine Vorstufe für eine viel tiefgreifendere Gebietsreform mit Zusammenschlüssen ganzer Städte und Gemeinden, ähnlich wie die Gebietsreform 1977. Er zitiert den Normenkontrollrat, der dazu aufgerufen habe, gleichartige Verwaltungstätigkeiten zu bündeln, um damit Kosten einzusparen.
Notwendig seien dafür Transparenz im Haushalt und digitale Plattformen, über die Kommunen enger zusammenarbeiten als bisher. Das Verwaltungssystem müsse schlanker, Strukturen müssten vereinfacht werden. „Weil es auf der untersten, der kommunalen Ebene brennt, muss hier am dringendsten reformiert werden“, fordert Uber. „Die Menschen zahlen immer mehr Grundsteuer an die Kommune, sehen aber nicht, wo das Geld bleibt, wenn die Schlaglöcher in der eigenen Straße trotzdem immer größer werden“ nennt er ein Beispiel. Ausreichend Geld für die städtischen Straßen sei deshalb für jeden Haushaltsplan der vergangenen Jahre eine Forderung der FDP gewesen. Inzwischen werde ihr schlechter Zustand immer offensichtlicher und die Sanierung immer teurer.
Bei der städtischen Haushaltsführung fordert die FDP mehr Transparenz. Viele Haushaltsposten seien nicht eindeutig zuzuordnen. Es fehle oft die Auflistung konkreter Ausgaben. Deshalb sei es schwierig, Einsparpotenziel zu finden.
Die Stadt müsse deutlich mehr Gewerbesteuer einnehmen und, um das zu erreichen, mittelfristig größere Gewerbegebiete ausweisen. Das dürfe nicht an Umwelt- oder Landschaftsschutz scheitern. Ohne Flächenversiegelung und Fällen von Bäumen werde Eppstein seinen Haushalt nicht sanieren können, sagt Uber und weist darauf hin, dass Eppstein mit seiner Lage direkt an der A3 wertvollen Boden besitze.
Aber auch beim Land müsse sich die Stadt gemeinsam mit anderen Städten stärker für eine Reform der Steuern einsetzen: Zum Beispiel beim Verteilerschlüssel für die Einkommenssteuer oder bei der Mehrwertsteuer. Ziel müsse sein, auf kommunaler Ebene die Einnahmen zu erhöhen.
Das neue Klimaschutzprogramm sei spannend, aber mit hohen Kosten verbunden, sagen die beiden FDP-Stadtverordneten. Bei Freiflächenphotovoltaik und anderen städtischen Projekten müsse vorab geprüft werden, ob es ein ausreichendes Stromnetz dafür gibt und, ob es lokale Abnehmer für den Strom gibt.
Beim bundesweiten Stromnetzausbau müsse auch die lokale Ebene mitgedacht werden. Auch das müsse ins Klimaschutzkonzept einfließen.
Die Zukunft des Sparkassenareals hat die FDP ebenfalls in ihrem Wahlprogramm. Sie fordert eine ernsthafte Prüfung des Vorschlags, das Rathaus dorthin zu verlegen, um in der dann freien Ortsmitte Vockenhausen ein echtes Zentrum mit Wohnraum, Begegnungsflächen und Grünanlage zu schaffen, möglicherweise auch mit der GWH, der Eigentümerin der Sparkassenakademie als Projektentwickler.
Auch in der Altstadt sei in den vergangenen Jahren Potenzial verschenkt worden. Die Altstadt mit Burg, Neufville-Turm und Restaurants müsse ganzheitlich als Burgenstadt vermarktet werden, „gern auch mit privaten Investoren“, sagt Uber. „Wir haben in Eppstein Potenzial, aber wir nutzen es nicht“, sind Uber und Oetken überzeugt: „Die Zeit ist reif für viele Themen, die die FDP schon seit langem fordert“. bpa
Für die FDP stellen sich in Eppstein 13 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. „Wir sind Eppsteiner Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren und das Beste für ihre Stadt erreichen wollen, auf allen Ebenen“, sagt Thomas Uber, der die Liste anführt. Der Journalist und Kommunikationsberater im Ruhestand wohnt seit 1993 mit seiner Ehefrau und zwei Kindern in Eppstein. Seit 2016 ist der 73-Jährige Stadtverordneter. Sein Thema ist die Haushaltssanierung. Außerdem beschäftigt er sich damit, wie Identität und bürgerschaftliche Eigenständigkeit der Stadt erhalten werden können, angesichts möglicherweise bevorstehender Gemeindereformen.
Ebenfalls seit zehn Jahren ist Bärbel Oetken für die FDP in der Stadtverordnetenversammlung. Die 59 Jahre alte Diplom-Kauffrau stammt aus Oldenburg und lebt seit 1999 in Eppstein. Seit 2001 ist sie in der FDP aktiv, von 2012 bis 2025 als Vorsitzende des Stadtverbands. Sie engagiert sich ehrenamtlich als Hospizhelferin beim Horizonte Hospizverein. In der Kommunalpolitik setzt sie sich für nachhaltige Finanzen, klare Entscheidungen und eine starke, handlungsfähige Stadt ein.
Der Ingenieur und Unternehmensberater Oskar Behrend ist seit 2021 für die FDP ehrenamtliches Magistratsmitglied. Jetzt kandidiert der 79-Jährige für die Stadtverordnetenversammlung. Regeln und Gesetze sollen in seinen Augen auf das unbedingt Nötige reduziert sein, damit die Entfaltung von Talenten zum Wohle der Allgemeinheit ihre Freiräume finden kann.
Roman Elmer ist in Wiesbaden aufgewachsen und lebt in Bremthal. Der 37-Jährige arbeitet als Wirtschaftsprüfer und ist bereits als Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die FDP in Eppstein aktiv. Seine Schwerpunkte setzt er in der Finanzpolitik und bei der Stadtentwicklung.
Elmer und Oetken kandidieren übrigens zusammen mit Marcel Wölfle, der diesmal nicht mehr als Stadtverordneter kandidiert, für den Kreistag.
Siegfried Leffler, studierter Volkswirt und Politikwissenschaftler, verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Führungserfahrung im Management, in der Geschäftsentwicklung und bei internationaler Zusammenarbeit. In leitenden Funktionen für die Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) war der 59-Jährige unter anderem in Brüssel, Ghana und Nordafrika tätig und verantwortete große Teams sowie komplexe Transformations- und Entwicklungsprojekte.
Leffler spricht mehrere Sprachen, hat viel Erfahrung in strategischer Planung, Organisationsentwicklung und internationaler Politik. In Eppstein will er sich für eine pragmatische, zukunftsorientierte Politik auf kommunaler Ebene einsetzen.bpa






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