Besonders per Kamera konnten auch Türkis und Grün klar wahrgenommen werden.
Die Farben entstehen, weil die energiereichen Teilchen des Sonnenwinds in der Erdatmosphäre auf Sauerstoff und Stickstoff treffen: Sauerstoff erzeugt in niedrigen Höhen grüne und in großen Höhen rote Lichter, während Stickstoff für Farbtöne von bläulich bis türkis verantwortlich ist.
Auch im Taunus war die Aurora Borealis, wie die Lichter in Fachkreisen genannt werden großflächig sichtbar. Auslöser war eine sehr starke X-Klasse-Sonneneruption (X1.9), die schon am 18. Januar eine gewaltige Plasmawolke Richtung Erde schleuderte. Diese traf die Erde ungewöhnlich schnell und löste einen schweren geomagnetischen Sturm aus. Der sogenannte Kp-Index - ein Maß für die Stärke solcher Stürme - erreichte zeitweise fast den Maximalwert 9. Zum Vergleich: Ab Kp 5 spricht man bereits von einem Sturm.
Begleitet wurde das Ereignis von extrem schnellen Sonnenwinden mit Geschwindigkeiten von bis zu 1400 Kilometer pro Stunde, was die Polarlichter außergewöhnlich weit nach Süden trieb. In klaren Regionen waren die Lichtbänder teils so hell, dass sie die Umgebung sichtbar erleuchteten.
Im Raum Eppstein waren Beobachtungen vor allem in höheren Lagen möglich. Besonders auf dem großen Feldberg tummelten sich einige Fotografen und Polarlichtfans. In tieferen Lagen erschwerten Nebel und Bewölkung stellenweise die Sicht, dennoch berichteten einzelne Beobachter auch hier von sichtbaren Aurora-Strukturen am Nordhimmel.
Das Spektakel begann gegen 21 Uhr, erreichte gegen 22.30 Uhr seinen Höhepunkt und blieb noch bis in die Nacht teils sehr gut sichtbar.
Dieser Sonnensturm gilt als einer der stärksten seit vielen Jahren – nach aktuellem Stand der stärkste seit 2003 – und übertrifft sogar das bekannte Polarlicht-Ereignis vom Mai 2024, das ebenfalls weite Teile Deutschlands erhellte.js




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