Messe führt in die Welt der Worte

Das Foto mit Ausstellern und Helfern im hellen Foyer der Musikschule wurde noch vor dem Ansturm auf die Büchermesse aufgenommen.Foto: Ulrich Häfner

Das Foto mit Ausstellern und Helfern im hellen Foyer der Musikschule wurde noch vor dem Ansturm auf die Büchermesse aufgenommen.Foto: Ulrich Häfner

An diesem Samstag gehörte die Musikschule den Worten – gedruckten wie gesprochenen.

Vorbei an über 20 Ständen mit Autoren, Verlagen und Autorengruppen flanierten die Besucher, blätterten in den über 100 ausgestellten Werken, kamen mit den Autoren ins Gespräch – ein harmonisches Stimmengewirr erfüllte den großen Saal der Musikschule und viele Besucher trugen am Ende prall mit Büchern gefüllte Taschen mit dem Logo der Aktion „Heimatshoppen“ des IHH nach Hause.

In der ersten Stunde der Büchermesse war der Ansturm besonders groß: Rund 100 Bücherfans kamen zur Eröffnung und wurden von Musikschullehrer Winfried Turowski am Flügel mit Melodien bekannter Kinofilme auf die Welt der Bücher eingestimmt.

Schon auf der Treppe im Foyer, blieben viele Besucher stehen, beeindruckt von Sabrina Reuleckes „Büchertreppe“. Die Organisatorin der ersten Eppsteiner Büchermesse hatte die 100 Buchtitel der Ausstellung ausdrucken lassen. An dünnen Bändern aufgehängt, flatterten die einzelnen Blätter entlang des Treppenaufgangs und luden dazu ein, den ein oder anderen Titel zu entdecken.

Die Büchermesse für Eppstein sei eine Herzenssache für sie, sagte Reulecke. Sie wünschte sich, dass auch junge Menschen das Schreiben und Lesen für sich entdecken und verwandelte die Musikschule für einen Tag in eine Erlebniswelt rund um das geschriebene Wort.

Kelten-Krimi, Eppstein-Lieder, Ratgeber im Wohlfühl-Ambiente

So gab es etliche Familien, die gezielt Kinderbuchautoren aufsuchten wie L.T. Hoffmann, die neben Bilderbüchern auch eine Reihe über die Gespensterschule Schlottermoos im Gepäck hatte, oder die Physikerin Katrin Reinheimer mit ihren Sachbüchern für Kinder.

Sabrina Reulecke, die unter dem Namen Brina Stein selbst Bücher schreibt, hatte alle Hände voll zu tun: Als Organisatorin und als gefragte Autorin. Ihre Eppstein-Krimis an vielen Schauplätzen in der Burgstadt sind beliebt.

Gut ein Jahr lang habe sie die Büchermesse vorbereitet, sagte Reulecke. Zunächst als Einzelkämpferin, dann mit immer mehr Partnern: Die wichtigsten, Stadt und Musikschule, standen auch bei der Begrüßung an ihrer Seite. „Mit der Musikschule haben wir einen idealen Ort für die Messe gefunden, die Atmosphäre ist einmalig“, schwärmte Reulecke. Mit einem moderaten Preis von 30 Euro pro Tisch, „sollte jeder Autor bei der ersten Messe dieser Art Gewinn machen“, sagte sie. Ob es eine zweite Messe gibt, wisse sie noch nicht. Anfragen seitens der Aussteller habe sie reichlich. „Die Entscheidung“, so Reulecke, „hängt aber auch von meinen Partnern ab“.

Zwischen dem Kinderprogramm mit Autorenlesung, Musikeinlage und „Quatschtante“ Nicole stand das Eppsteiner Neustart-Duo Caren Lewinsky mit Partner Chris auf der Bühne. Ihre Wohlfühllieder über Eppstein passten zum Ambiente. Wohlfühlbücher gab es bei Kerstin Rupp, deren Bücher die Leser ins fiktive Café „Kiek mol wedder in“ im ostfriesischen Norddeich entführen, oder bei Ina Wagemann, deren Soft-Krimis mit dem weißen Maultier Marguerite in der Provence spielen. Krimi-Autor Cole Brannighan hat ein Fable für Irland, Schottland und Norwegen – obwohl sein bürgerlicher Name Ali Kacar seine türkischen Wurzeln verrät. Er sagt: „Mich fasziniert die nordische Landschaft und die keltische Mythologie. Sie haben seine Fantasy-Reihe, die Sternenklingensaga, inspiriert und bieten auch passende Schauplätze für seine Psychothriller. Zur Ausstellung kam er im Schottenrock. Mit seinem Dudelsack übernahm er das Finale des Tages und begeisterte mit seinem Spiel die Zuhörer.

Krimis, Science Fiction und Anthologien hatte der Eppsteiner Uniscripta-Verlag im Angebot, regionale Hessenkrimis gab es einen Tisch weiter beim Apfelking-Verlag und beim Eppsteiner Herzkiller-Krimi-Autoren Leif Tewes. Der Bad Camberger Autorentreff hatte Geschichtensammlungen zu unterschiedlichsten Themen, darunter auch einige mit Kurzgeschichten von Bad Camberger Jugendlichen.

Kritische Sachbücher mit ungewohnten Blickwinkeln auf aktuelle politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen bot der Nomen Verlag aus Frankfurt.

Auch Märchen und Sagen, neu aufgelegt im Verlag Saphir im Stahl, fanden ihre Liebhaber. Mehr Lebensqualität versprach Katrin Fink mit ihren Ratgebern über Demenz, für pflegende Angehörige und Tipps, wie das Gehirn zur Wahrnehmung der schönen Seiten des Alltags sensibilisiert werden könne. bpa

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