Windenergieanlagen sollen Chance bekommen

Seit 40 Jahren ist Bernhard Heinz Stadtverordnetenvorsteher, darauf stoßen Bruno Domes, Dirk Büttner und Ramon Olivella (v.li.) mit ihm an.Foto: Beate Schuchard-Palmert

Kurz und bündig, ohne Diskussionen verabschiedeten die Stadtverordneten am vergangenen Donnerstag zukunftsweisende Projekte wie den nächsten Schritt der Bauleitplanung für den neuen Kindergarten An der Embsmühle.

Laut Stadtverordnetenvorsteher Bernhard Heinz hatten die Kollegen dieses und die anderen Themen ausführlich in den Ausschüssen und Ortsbeiräten vorbereitet.

Vielleicht gab die Einladung des Stadtverordnetenvorstehers zu einem Umtrunk, weil er das Amt seit vier Jahrzehnten ausübt, den Ausschlag für die Zurückhaltung der Fraktionen. Sie stellten weder die eigenen Anträge oder Anfragen in der Sitzung vor noch diskutierten sie über den kurzfristig eingereichten Antrag der Gemeinde Niedernhausen für ein Vorranggebiet für Windenergie. Immerhin ging es dabei um die Möglichkeit, erneuerbare Energien auf gemeindeeigenem Grund zu erzeugen.

Der Regionale Flächennutzungsplan für das Rhein-Main-Gebiet sieht in Eppstein keine Windvorrangfläche mehr vor. Allerdings gibt es eine Exklave der Stadt auf dem Gebiet der Gemeinde Niedernhausen, die im Regionalplan Südhessen als Windvorrangfläche ausgewiesen ist. „Deshalb positioniert sich die Burgstadt Eppstein aktuell zum Thema Windenergie“, berichtete Bürgermeister Alexander Simon. Diese insgesamt 163 000 Quadratmeter große Windvorrangfläche dürfte von Eppstein aus kaum zu sehen sein. Sie liegt zwischen Oberjosbach, Niedernhausen, Oberseelbach und Lenzhahn und ist mehrere Kilometer von Ehlhalten entfernt.

Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, dass sie grundsätzlich zu einer Kooperation mit der Nachbargemeinde Niedernhausen bei der Entwicklung einer gemeinsamen Windvorrangfläche bereit sei. Die SPD fordert, dass das Ergebnis einem Investor angeboten werden solle, vorzugsweise einer Bürgergenossenschaft, an der sich Eppsteiner und Niedernhausener Bürger beteiligen könnten. Die Stadtverordneten beauftragten den Magistrat, mögliche Betreibermodelle vorzustellen.

Der Regionalplan Südhessen weist, wie berichtet, in der Gemarkung Oberjosbach die Fläche 2-359 als Windvorrangfläche aus. Der größte Teil des Areals gehört der Stadt Eppstein. Bislang galt die Devise, dass die Fläche nicht gegen den Willen der Nachbargemeinde entwickelt wird. Die Gemeindevertretung Niedernhausen hat nun beschlossen, eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung der Flächen in Auftrag zu geben. Damit wurde eine vorherige ablehnende Beschlussfassung aufgehoben.

Die Stadtverwaltung soll die Gemeinde Niedernhausen bei der Prüfung und Erstellung der Machbarkeitsstudie unterstützen.bpa

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
4 + 3 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X