Kaisertempel-Restaurant ist Privatsache

Die Postkarte zeigt um 1910 den Kaisertempel und im Hintergrund das Kaisertempel-Restaurant. Foto: Stadtarchiv

Die Postkarte zeigt um 1910 den Kaisertempel und im Hintergrund das Kaisertempel-Restaurant. Foto: Stadtarchiv

Eine ziemlich ernüchternde Antwort erhielt die FWG auf ihre Anfrage in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung an den Magistrat, ob es Ideen für eine weitere Nutzung des seit einem Jahr leer stehenden Kaisertempel-Restaurants gebe.

Die FWG fragte ganz konkret, ob es ein Konzept zur Umwidmung des Areals als Ausflugsziel gibt, sollte die Nutzung als Restaurant ausgeschlossen werden. Für beide Ideen gab es eine Absage, denn das Gebäude des Traditions-Gasthauses sei Privateigentum, deshalb könne die Stadt keine Entscheidung über eine künftige Nutzung treffen oder gar eine Verpachtung veranlassen, teilte Bürgermeister Alexander Simon als Chef des Magistrats mit.

Gespräche mit den Eigentümern hätten jedoch ergeben, dass die Ausgangslage des Areals komplex sei: Insbesondere die Zufahrt und die Erschließung seien schwierig. Bei der Gastronomie und für Veranstaltungen spielen die Erreichbarkeit, der Lieferverkehr und die Rettungswege eine zentrale Rolle. Hinzu kämen Anforderungen aus Bau- und Brandschutz sowie weitere Auflagen. Um nur ein Beispiel zu nennen, stiegen zuletzt die jährlichen Kosten für die Prüfung des Trinkwassers aus einem eigenen Brunnen für die Nutzung im Restaurantbetrieb von 6000 auf annähernd 24 000 Euro. Der Magistrat nehme deshalb zur Kenntnis, dass eine Bewirtschaftung bei kostenträchtigen Auflagen und gleichzeitig schwierigen Rahmenbedingungen aus Sicht von potenziellen Betreibern offensichtlich nicht mehr lohnenswert sei.

Mit einer schnellen Lösung für den Leerstand sei deshalb nicht zu rechnen, teilte Simon in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mit.

Auch auf die Anfrage, ob der Magistrat ein eigenständiges Konzept zur Umwidmung erstelle, gab es eine Absage: Über die künftige Nutzung entscheiden zunächst die Eigentümer, heißt es in der Antwort. Die Stadt sei zwar bereit, Gespräche zu moderieren, ohne Mitwirkung der Eigentümer seien neue Konzepte zur Nutzung jedoch allenfalls eingeschränkt wirksam. Ein weitergehendes Umwidmungs-Konzept stehe angesichts der genannten Schwierigkeiten aktuell nicht zur Diskussion. bpa

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