Eppstein Foils nutzt KI für Wissenstransfer

Blick von der Burg auf Firmengebäude von Eppstein Foils. Foto: Walter Adler/adler-photoart.de

Blick von der Burg auf Firmengebäude von Eppstein Foils. Foto: Walter Adler/adler-photoart.de

Der Metallfolienspezialist Eppstein Foils setzt auf Künstliche Intelligenz, um vertrauliches Fachwissen der Belegschaft zu dokumentieren und verfügbar zu halten.

Dabei kooperiert das Eppsteiner Unternehmen mit dem ebenfalls im Taunus angesiedelten Start­up „great2know“, das eine Software für digitales Wissensmanagement entwickelt hat. Sie führen traditionelles Industrie-Knowhow mit moderner KI zusammen.

In der ersten Phase des Projekts zeichnen Anlagen-, Prozess- und Materialspezialisten, die teils seit Jahrzehnten bei Eppstein Foils tätig sind, in moderierten Interviews ihre persönlichen Erfahrungen, Problemlösungsansätze, Kniffe und Tricks auf. Ins Projekt einbezogen wurden auch ehemalige Kollegen, die aus Alters­gründen die Firma bereits verlassen haben.

Diese neue Initiative soll dafür sorgen, dass auch in Zukunft die Teams Zugriff auf diese, in Jahrzehnten gesammelte Kompetenz haben. Dazu verarbeitet die Software die lose eingesprochenen Informationen und stellt sie anschließend in strukturierter, vernetzter Form mit passenden Kontexten bereit.

Dieses Wissen ist laut Geschäftsführer Marco Holst besonders relevant, weil die Firma ihren Anlagenpark weitgehend selbst plant, konstruiert und baut. „Den Grund dafür bildet eine Art Monopolstellung, die wir in einigen Geschäfts­feldern wie Trennfolien für Defibrillatoren oder Dichtungsfolien für Wein-Schraubverschlüsse innehaben“, so Holst. „Das dafür nötige Knowhow in der Herstellung und Verarbei­tung wollen wir so weit wie möglich für uns behalten.“

Bettina Volkens, CEO von great2know, ergänzt: „Bei Eppstein Foils geht es nicht nur um das Speichern von Informationen, sondern darum, jahrzehntelange Erfahrungslogik für die nächste Genera­tion nutzbar zu machen.“ Die KI unterstützt dabei, Wissen strukturiert aufzubereiten. Die eigentliche Expertise stammt jedoch von den Mitarbeitenden. „Gerade in spezialisierten Unternehmen wird Wissens­sicherung damit zu einem echten Wettbewerbsfaktor“, sagt Volkens.

Sollten die ersten Erfahrungen positiv ausfallen, will das Unternehmen die Wissensdatenbank auf weitere Abteilungen wie das Finanzmanagement ausweiten.EZ

Weitere Artikelbilder:

Kommentare

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


X