Aushängeschild über die Grenzen der Stadt hinaus

Passend zum schwarz-weißen Ambiente von Percuma erhielt Markus Rösmann (2.v.li.) von Andrea Sehr, Sibylle Yaakov und Alexander Simon eine anthrazitfarbene Steinplatte mit Inschrift zum zehnjährigen Bestehen überreicht. Foto: Beate Schuchard-Palmert

Passend zum schwarz-weißen Ambiente von Percuma erhielt Markus Rösmann (2.v.li.) von Andrea Sehr, Sibylle Yaakov und Alexander Simon eine anthrazitfarbene Steinplatte mit Inschrift zum zehnjährigen Bestehen überreicht. Foto: Beate Schuchard-Palmert

Er habe damals nach dem Grundstück mit dem „coolsten Ausblick“ gefragt, erinnert sich Markus Rösmann in der kleinen Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen des Veranstaltungsgebäudes „Percuma“ im Gewerbegebiet Am Quarzitbruch.

Der freie Blick zum Feldberg war ihm bei der Auswahl für die neue Örtlichkeit wichtig. Inzwischen seien auch die letzten Zweifler von damals überzeugt, die sich ein Veranstaltungshaus mitten in einem Gewerbegebiet auf dem Land, weit weg von der Großstadt nicht vorstellen konnten. „Percuma“ und das benachbarte zweite Veranstaltungsgebäude „Botanical“ sowie seit zwei Jahren das etwas kleinere „Loft“ im ehemaligen Roche-Gebäude im Valterweg seien zum Aushängeschild für Eppstein geworden, lobt Bürgermeister Alexander Simon.

Denn zum zehnjährigen Bestehen kommt auch die Stadt zum Gratulieren: Percuma habe sich weit über Eppsteins Grenzen hinaus einen Namen gemacht, loben Simon, Erste Stadträtin Andrea Sehr und Sibylle Yaakov, Geschäftsführerin der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft SWE.

Markus Rösmann gehörte zu den ersten Grundstückskäufern im damals neuen Gewerbegebiet West. Mit seiner Ansiedlung habe er früh auf die Chancen des Standorts gesetzt, lobte Simon. Aus einer Idee seien im Laufe der Jahre mit Percuma, Botanical und Loft drei außergewöhnliche Veranstaltungsorte entstanden.

„Das ist eine unternehmerische Erfolgsgeschichte“, freut sich Simon. Denn die Gäste lernen dabei zugleich die Standortvorteile Eppsteins kennen: die gute Anbindung an die Autobahn, die örtliche Infrastruktur und die Verbindungen zu den Großstädten der Region. Percuma sei damit eine „hervorragende Visitenkarte der Stadt,“ so Simon und Sehr.

In den drei sehr unterschiedlich gestalteten Veranstaltungsgebäuden werden Hochzeiten, Geburtstage, aber auch Firmenfeste gefeiert, Workshops und Wirtschaftstreffen, überregionale Fachkongresse mit Unternehmen und Managern aus ganz Europa, zuletzt der Sommerempfang der IHK organisiert.

Von Anfang an habe er nicht klein gedacht, sagt Markus Rösmann, sondern auch seine Mitarbeiter dazu angehalten, Eigenverantwortung zu übernehmen. „Sie sollen lernen, unternehmerisch zu denken, selbstständig zu arbeiten und den Mut für eigene Entscheidungen zu entwickeln“, sagt er. Dazu stehen ihnen auch eigene Budgets zur Verfügung. Sie organisieren für Geschäftskunden und Privatleute Team-Olympiaden oder Kochwettbewerbe mit Amateurköchen.

Für jedes der drei Häuser seien eine Hausdame und ein Hausherr verantwortlich, die darauf achten, dass die Lager aufgefüllt, Tische, Stühle, Dekoration aufgebaut und kleine Mängel behoben werden. Ehefrau Sylvia macht als Hochzeitsplanerin private Feiern unvergesslich. Für den Unternehmer steht fest: „Die Gäste kommen wegen des Teams und weil sie sich bei uns wohlfühlen.“

Fürs Catering, die Dekoration mit frischen Blumen oder die Unterbringung der Gäste sei die Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Anbietern notwendig: „Köche, Blumenläden und Hotels profitieren von unseren Aufträgen“, sagt Rösmann, „wir planen auch gemeinsame Veranstaltungen mit der örtlichen Gastronomie“.

Er selbst ist als Unternehmensberater der Carl Kliem Energy GmbH in der Energiewirtschaft, dem zweiten Standbein des Unternehmens, aktuell sehr beschäftigt. Zusammen mit der Energieberatung arbeiten bei Percuma rund 90 Mitarbeiter. Die Auswirkungen von Corona-Pandemie, Energie- und Wirtschaftskrise seien spürbar. Vor allem deutsche Autobauer seien aktuell sehr zurückhaltend, dafür kommen laut Rösmann von neuen Firmen Anfragen für Veranstaltungen. Für beide Unternehmenszweige beobachtet er, dass Entwicklung und Standortsicherung nur mit Weiterentwicklung der Digitalisierung vorangehe. Das dauere in Deutschland im internationalen Vergleich zu lange. Er sagt, „wir müssen schneller werden“, aber auch, „wir brauchen mehr Mut, mehr Tempo, mehr Begeisterung und müssen das den jungen Mitarbeitern vorleben“.

Zu jeder Entwicklung wie der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz gebe es auch eine Gegenbewegung: Das sei die Stärkung des Miteinanders. „Begegnungen und gemeinsame Events sind genauso wichtig wie Digitalisierung“, sagt Rösmann. „Wir brauchen Orte, wo Menschen zusammenkommen können“, dazu sei Percuma gebaut worden. Deshalb ermutigt er auch Vereine und Initiativen, sich zu melden. Sie könnten auch für kleines Geld bei „Percuma“ unterkommen. „Wir haben etwas aufgebaut, das teuer aussieht“, sagt Rösmann. Tatsächlich habe man das Design bewusst zeitlos gehalten, damit es nicht zu schnell veraltet. Gleichzeitig werde ständig renoviert und weiter investiert, mal in leicht transportierbare Stehtische, mal in neues Design. In einer rund 450 Quadratmeter großen Halle lagern Möbel und Ausstattung für die unterschiedlichsten Veranstaltungen – vom Weihnachtsbrunch bis zur Beach-Party.

Von einigen Träumen habe er sich verabschiedet, sagt Rösmann: Für ein Hotel beispielsweise fehle es in Eppstein einfach an Fläche. Eine Erweiterung auf den vorhandenen Grundstücken Richtung Bundesstraße könne er sich andererseits in einigen Jahren schon vorstellen. Aus dem Berufsleben will er sich noch nicht zurückziehen, seine Mannschaft aber schon so aufbauen, dass sie auch irgendwann ohne ihn zurechtkomme.bpa

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