Stadt spart bei Gas und Strom – dennoch wird der Winter teuer

Energiesparen ist Gebot der Stunde. Die Stadt setzt erste Maßnahmen um.Foto:www. pixabay.com

Da hatten wir in unserer vorigen Ausgabe gemeldet, dass die Stadt, um Strom zu sparen, die Straßenlampen bereits um 21 Uhr dimmt, nicht erst von 23 bis 6 Uhr. Außerdem wird jede zweite Laterne abgeschaltet.

Anscheinend hat die Syna, die für den Betrieb der Leuchten im Stadtgebiet zuständig ist, die Sparanweisung allzu rigoros umgesetzt: Jedenfalls rief uns Anwohner Burkhard Ortmeier am vorigen Freitag an, in der Heinrich-Anton-Ickstadt-Anlage in Bremthal gehe seit einigen Tagen bereits um 20 Uhr das Licht komplett aus. Dabei seien um diese Zeit noch viele Hundebesitzer unterwegs. Der Skulpturenweg sei einer der wenigen offiziellen Wege in Bremthal, die mit Spendern für Hundekotbeutel ausgestattet seien. Nun könne man sich nur noch mit Taschenlampe in die Anlage wagen, sagte er.

„So war das nicht gedacht“, reagierte Bürgermeister Alexander Simon sofort und klärte den Sachverhalt mit der Syna: Künftig wird die Anlage nachts beleuchtet. Bisher wurden die Straßenlaternen dort um 23 Uhr komplett abgeschaltet, nach der jüngsten Vereinbarung ging das Licht noch früher aus. Nun wird nur noch jede zweite Straßenlaternen abgeschaltet und die anderen von 21 bis 6 Uhr gedimmt.

„Im Ergebnis sogar eine Verbesserung, denn die Anlage kann nun die ganze Nacht genutzt werden“, sagte Simon und wies darauf hin, dass solche Hinweise direkt an die Stadt gerichtet werden können, etwa über den Mängelmelder auf der Internetseite www.eppstein.de.

Doch nicht nur beim Strom, auch beim Gasverbrauch muss die Stadt sparen. Schon in der vorigen Stadtversammlung berichtete Bürgermeister Alexander Simon, dass der Vertrag mit dem aktuellen Gaslieferanten der Stadt, der Berliner Gas AG, ausläuft und das Unternehmen ihn zum Jahresende gekündigt hat. Das trifft für alle Kommunen im Main-Taunus-Kreis und den Kreis zu, die die Gasversorgung seinerzeit gemeinsam ausgeschrieben hatten, um günstigere Konditionen auszuhandeln.

Wegen der aktuellen Energiekrise gibt es keine gemeinsame Ausschreibung aller Kommunen. Ein solches Volumen trauen sich viele Versorger nicht mehr zu, sagte Simon. Jetzt hat die Stadt ein kleineres Paket mit Schwalbach, Sulzbach und Liederbach ausgeschrieben.

Simon ist zuversichtlich und betont: „Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich kein neuer Gasversorger findet, gehen die Heizungen in den Rathäusern oder Kindergärten dennoch nicht aus“. In diesem Falle erhielte die Stadt Gas vom Grundversorger, der Mainova. So ist es gesetzlich geregelt. Allerdings setzt dann die Mainova die Konditionen fest.

Wie auch immer: Gas wird auch für die Stadt auf jeden Fall teurer: Im vorigen Jahr gab die Stadt 100 000 Euro für die Gaslieferungen aus. Wie hoch der Preis bis zum Abschluss eines neuen Vertrages gestiegen ist, ist noch nicht absehbar. Vorerst bereitet sich die Stadt auf die Umsetzung der Energieeinsparverordnung der Bundesregierung vor: Die Räume in den Rathäusern werden auf maximal 19 Grad geheizt. Außerdem wird geprüft, ob einige Räume im Winter komplett still gelegt werden können. Auch mit den Vereinen will die Stadt beraten, ob es Einsparmöglichkeiten bei der Nutzung der städtischen Räume und Hallen gibt.

So wird die Temperatur in den Feuerwehrhallen nach Absprache mit den fünf Stadtteilwehren auf 15 Grad Celsius abgesenkt. Dafür werden ältere Hallen mit Thermostaten neu ausgestattet. Im Rathaus werden Thermometer angeschafft, um die Raumtemperatur zu kontrollieren. Nicht abgesenkt werden die Temperaturen in Kindergärten und Schulen, betont Simon.bpa

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