Manfred und Richard Kaus: Engagement weit über Bremthal hinaus

Richard Kaus, Landrat Michael Cyriax, Manfred Kaus und Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold (v.l.) bei der Feierstunde im Landratsamt. Foto: Matthias Knapp

Manfred und Richard Kaus haben für ihr ehrenamtliches Engagement in Bremthal den Hessischen Verdienstorden am Band erhalten.

Landrat Michael Cyriax händigte die Orden in der vergangenen Woche aus und bescheinigte den beiden Cousins dabei „ein beharrliches, mustergültiges Engagement im Dienst an den Menschen ihrer Heimat und darüber hinaus“. Die beiden setzten sich auch für das Aufbauprojekt des Vereins Ostafrikahilfe des Bremthalers Hans Meisemann ein. Aufgewachsen sind beide in Bremthal. Manfred Kaus wurde 1944, noch während des Kriegs, geboren, Richard 1946. Manfreds Vater wurde erst spät in den Krieg eingezogen, als seine beiden Brüder, darunter auch Richard Kaus Vater, schwer verwundet heimkehrten, und fiel kurz vor Kriegsende.

Schon mit 14 Jahren trat Manfred Kaus dem Gesangverein Liederkranz bei und war sofort als Vereinsdiener tätig. Später war er 22 Jahre lang im Vereinsvorstand tätig und organisierte die großen Jubiläumsfeste zum 100- und 125-jährigen Bestehen. Manfred Kaus, der beruflich unter anderem Transporte zu weltweiten Großbaustellen organisierte, ist in Bremthal seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise aktiv: In den 40 Jahren als Ortsgerichtsvorsteher hat er die Sorgen und Probleme seiner Mitbürger kennengelernt, als Jagdpächter von Bremthal seit 1989 setzt er sich für Flora und Fauna des Waldes ein. Seit 1996 engagiert sich Kaus beim Freundeskreis Ostafrikahilfe, half bei Ab- und Aufbau einer Röntgenanlage, die Eppstevon Koblenz nach Kenia transportiert wurde. „Seine handwerklichen Fähigkeiten haben uns immer wieder sehr geholfen“, schreibt Hans Meisemann in seinem Bewerbungsbrief an die Hessische Staatskanzlei.

Während eines Afrika-Urlaubs deckte Kaus das undicht gewordene Dach im Krankenhaus von Kilifi und half beim Bau des neuen Gesundheitszentrums mit. Er beschaffte Werkzeuge und Maschinen für die vom Freundeskreis aufgebauten Ausbildungswerkstätten für Jugendliche.

Auch Richard Kaus unterstützte den Freundeskreis und war seit seiner Jugend in Vereinen aktiv, unter anderem in der Katholischen Jugend oder in der Jugendmannschaft des Fußballvereins SG Bremthal. Seit dem 15. Lebensjahr singt er im Gesangverein Liederkranz, war seit 1972 im Vorstand des Gesangvereins und führte ihn von 1977 bis 1993. Von 1977 bis 1987 war er für die Freien Wähler im Ortsbeirat und sechs Jahre lang Vereinsringsvorsitzender der Bremthaler Vereine. Im Jahr 2000 gründete er den Bremthaler Heimat- und Geschichtsverein, war einer der Initiatoren des Bremthaler Heimatmuseums und führte den Verein 15 Jahre lang als Vorsitzender. Unermüdlich hat Kaus alte Gegenstände zusammengetragen, die das Leben in Bremthal beschreiben, wie es früher war. Einer der größten Schätze ist sein Fotoarchiv mit rund 15 000 historischen Aufnahmen von Bremthal.

Seit sechs Jahren ist Kaus im Vorstand des Verschönerungsvereins und kümmert sich ehrenamtlich um Wanderwege, Ruhebänke und Ausschilderung. Auch dort wird er geschätzt wegen seiner ruhigen Art und, weil er zupacken kann. So hält er mit eigenen Werkzeugen und dem kleinen Fuhrpark die Wege im Bergpark Villa Anna instand. 2017 erhielt er die Eppsteiner Bürgermedaille. „Wenn die Eppsteiner oder ihre Besucher Freude am Wandern rings um die Burgstadt haben, dann haben sie das auch Richard Kaus zu verdanken“, so Cyriax. Er habe mit seinem Engagement dazu beigetragen, die Identifikation der Bürger mit ihrem Heimatort Bremthal zu stärken.

Die Geehrten hätten „Vorbildcharakter im ehrenamtlichen Engagement – insbesondere wenn es um das Wohl der Menschen und die Wahrung von Kultur und Geschichte Eppsteins geht“, lobte Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold. Sie selbst verbinde mit beiden die Leidenschaft für den Chorgesang im Gesangverein Liederkranz 1875 Bremthal.EZ

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