Kunst mit dem Smartphone am Bahnhof erleben

Mitten im Kunstwerk zum Gruppenfoto (v.lnr): Monika Rohde-Reith (Stadt Eppstein), Susanne Völker (Kulturfonds Frankfurt RheinMain), Andrea Sehr, Künstler Tomás Maglione, David Bachmann (WAVA), Christina Lutz (Kulturfonds), Dalwin Kryeziu und Ben Livne Weizman vom WAVA Kollektiv. Foto: Stadt Eppstein/Esther Fuchs

Mitten im Kunstwerk zum Gruppenfoto (v.lnr): Monika Rohde-Reith (Stadt Eppstein), Susanne Völker (Kulturfonds Frankfurt RheinMain), Andrea Sehr, Künstler Tomás Maglione, David Bachmann (WAVA), Christina Lutz (Kulturfonds), Dalwin Kryeziu und Ben Livne Weizman vom WAVA Kollektiv. Foto: Stadt Eppstein/Esther Fuchs

Bis zum Jahresende lässt sich Kunst am Stadtbahnhof virtuell erleben. Der Bahnhof wird mit einer Videoarbeit des Künstlers Tomás Maglione aus Buenos Aires in einen Dialog gebracht.

In seiner künstlerischen Praxis reflektiert Maglione Zeit, Bewegung und soziale Hierarchien im Kontext von Mobilität. Inmitten des Bahnhofsgeländes zeigt seine Videoarbeit beispielsweise wartende Personen, die nur als Spiegelbild auf der Oberfläche vorbeifahrender Züge erkennbar sind.

Initiiert hat das neue Kunstprojekt der Kulturfonds Frankfurt Rhein Main im Rahmen von World Design Capital 2026. Das Projekt „Hier, wo wir sind“ erforscht neue Wege zur kreativen und künstlerischen Gestaltung öffentlicher Räume im digitalen Zeitalter.

Eppstein ist neben Bad Soden, Flörsheim, Hattersheim, Hochheim, Hofheim und Kelkheim eine von sieben Kommunen des Main-Taunus-Kreises, in der mit Hilfe von Augmented Reality ortsspezifische Installationen und Interventionen erfahrbar sind. „Ich bin begeistert, dass an unserem stark frequentierten Bahnhof Kunst erlebbar wird, zumal sie interessante Augenblicke beim Warten auf die nächste S-Bahn schafft“, freut sich Erste Stadträtin Andrea Sehr. „Sehr viele Menschen verbringen die Wartezeit mit Blick auf ihr Smartphone, da ist es doch einmal was ganz anderes, in die Welt der virtuellen Kunst einzutauchen.“ Für die Teilnahme sollte man ein Tablet oder Smartphone und auch Kopfhörer mitbringen.

Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain erläutert: „Mit dem Projekt ‚Hier, wo wir sind‘ werden alltägliche, viel genutzte öffentliche Räume zu Kunstorten.“

Vorab ist es wichtig, sich die kostenlose WAVA-APP entweder im WLAN oder im mobilen Datennetz herunterzuladen und dann am Stadtbahnhof zu öffnen. Weitere Infos über www.wava.ar. Die Initiatoren des Kunstprojekts erinnern an die Anfänge, wie sich virtuelle Realität und öffentlicher Raum vor rund zehn Jahren erstmals zu überlagern begannen: Bei der Suche nach den Pokémons zeigte sich damals schon wie die Städte zunehmend von digitalen Schichten überlagert wurden und wie selbstverständlich sich Menschen darin bewegten. Seither haben sich die Möglichkeiten virtueller Kunstproduktion geradezu exponentiell entwickelt.

„Hier, wo wir sind“ erforscht neue Wege zur Gestaltung und kreativen, künstlerischen Aktivierung von öffentlichen Räumen im digitalen Zeitalter und erprobt damit innovative Formen sozialer und kultureller Beteiligung.

Mit Hilfe von Augmented Reality entstehen ortsspezifische Installationen und Interventionen, die nur dort und virtuell erfahrbar sind. Durch die Verbindung von physischem und virtuellem Raum erhalten vertraute Orte neue Perspektiven, historische Bezüge werden sichtbar gemacht oder völlig neue Narrative gefunden.

Die Locations im öffentlichen Raum – stadtbekannte Orte, die gemeinsam mit den sieben Kommunen und dem Kulturfonds gesucht wurden – werden durch acht virtuelle Kunstwerke erweitert, die auf Tablet oder Smartphone erkundet werden können. Sie eröffnen ganz neue Blickwinkel auf bekannte öffentliche Plätze.

Zu den Vorreitern dieser Kunst gehört WAVA, eine Ausstellungsplattform, die neue Kunstformen via App zugänglich macht. Im MTK hat WAVA mit den Künstlern Tamara Grcic, Mohsen Hazrati, Lucas LaRochelle, Tomás Maglione, Thuy Thien Nguyen & Wanwen Zhang, Claudia Pense & Lena Müller, François Pisapia & Pauli Scharlach und Alona Rodeh virtuelle Interventionen entwickelt.

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