Empfehlung aus der Stadtbücherei Eppstein

Mitarbeiter und Stammleser der Stadtbücherei stellen den Lesern der Eppsteiner Zeitung ihre Lieblingsbücher vor. Je nach Neigung haben sie aktuelle Neuerscheinungen ausgewählt oder Bücher, die ihrer Meinung nach zu Unrecht in den Regalen verstauben.

Catherine Hickley: „Gurlitts Schatz“ – Hitlers Kunsthändler und sein geheimes Erbe. Manchmal liegen die spannendsten Geschichten nicht im Museum, sondern im Bücherschrank. So auch hier: Gurlitts Schatz wurde als Lesestoff in den öffentlichen Bücherschrank der Eppsteiner Bibliothek gestellt und dort vom Bibliotheks-Team entdeckt – und ist nun in den Bibliotheksbestand aufgenommen worden. Ein schöner Beweis dafür, dass auch im öffentlichen Bücherregal manche Schätze zu finden sind.

Die britische Journalistin Catherine Hickley rollt in Gurlitts Schatz die unglaubliche Geschichte des „Schwabinger Kunstfunds“ auf: Über 1200 Werke – von Picasso bis Matisse – lagerten still in einer Münchner Wohnung, gehütet von Cornelius Gurlitt, dem Sohn eines Kunsthändlers, der einst für die Nazis tätig war. Hickley erzählt, wie Zufall, Geschichte und Gewissen hier aufeinandertreffen – präzise recherchiert, fesselnd geschrieben und voller moralischer Fragen.

Ein Buch über Gier, Schuld und Verantwortung – und über die Macht der Kunst, selbst Jahrzehnte nach dem Krieg noch Wahrheiten ans Licht zu bringen.

Dass dieses Werk nun seinen Platz in der Eppsteiner Bibliothek gefunden hat, zeigt: Auch hier warten Entdeckungen – man muss sie nur aufschlagen.

► Catherine HickleyGurlitts Schatz – Hitlers Kunsthändler und sein geheimes Erbe2016, 336 Seiten, Czernin Verlag

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