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Carsharing: Tagsüber fürs Rathaus, abends für private Fahrten

Michael Lindhof (li.) brachte das erste E-Carsharing-Fahrzeug zum neuen Standort am Rathaus I. Christina Cantzler und Alexander Simon nahmen es entgegen. Foto: Beate Palmert-Adorff

Elektrisch mobil sein ohne eigenes Fahrzeug – Carsharing Anbieter Mobileeee aus Frankfurt will mit diesem Konzept, wie berichtet, in Eppstein Fuß fassen. Seit voriger Woche steht das erste E-Carsharing-Fahrzeug vor dem Rathaus I in Vockenhausen.

Tagsüber, während der Kernzeiten der Verwaltung, in der Regel von 8 bis 16 Uhr, mittwochs bis 19 und freitags bis 13 Uhr steht der VW Golf mit Elektromotor den Mitarbeitern als umweltfreundliches Fahrzeug zur Verfügung, abends und am Wochenende können es schon bald die Eppsteiner nutzen. Laut Mobileeee-Geschäftsführer Michael Lindhof werde die App für das Eppsteiner Auto Mitte Mai freigegeben.

Bürgermeister Alexander Simon freute sich über das erste emissionsfreie Elektro-Dienstfahrzeug fürs Rathaus und, „dass wir eine Lösung gefunden haben, die es auch den Bürgerinnen und Bürgern erlaubt, diese umweltfreundliche Fortbewegungsart zu nutzen“. Dafür wird das bisher genutzte Leasingfahrzeug ersatzlos zurückgegeben. Simon rechnet mit einer Fahrleistung für die Stadt von rund 10 000 Kilometern pro Jahr.

Auch die Bürgerstiftung ist an dem ersten Carsharing-Auto in Eppstein beteiligt und finanziert es als einer der beiden Ankermieter in den ersten drei Jahren mit jeweils 1000 Euro. Die damit bezahlten Freistunden stellt die Bürgerstiftung gemeinnützigen Vereinen und Hilfsorganisationen in Eppstein zur Verfügung. Der Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Christina Cantzler, fallen viele Vereine und Organisationen in Eppstein ein, deren Helfer oft mit dem Privatwagen für andere unterwegs seien. Für solche Hilfstouren könnten die Ehrenamtlichen künftig das Carsharing-Auto nutzen. „Interessenten können sich direkt an mich wenden“, sagte Cantzler. Die Kontaktdaten stehen auf der Internetseite der Stiftung, www.buergerstiftung-eppstein.de.

Voraussetzung für die Nutzung ist, neben dem Führerschein, ein Smartphone. Denn gebucht wird das Fahrzeug per App. Darüber seien spontane Buchungen, aber auch Reservierungen möglich, erklärt Lindhof, dessen Fahrzeuge bereits in Friedrichsdorf fahren und der mit einigen Kommunen im Main-Taunus-Kreis über weitere Carsharing-Angebote in Eppsteins Nachbarstädten verhandelt. Voraussetzung für die Stationierung eines E-Fahrzeuges sind Ankermieter, die eine Grundauslastung garantieren und eine feste Ladestation. Die Ladestation am Rathaus hat außer dem Anschluss für das Carsharing-Fahrzeug einen weiteren Anschluss für andere E-Fahrzeuge.

In Friedrichsdorf sei Mobileeee mit zwei Fahrzeugen gestartet, nach gut einem Jahr fahrten dort acht E-Carsharing-Autos. In seinem Heimatort Eppstein will er dieses Ziel möglichst übertreffen, sagte Lindhof und kündigte weitere Standorte in Eppstein noch für dieses Jahr an. Seit 2015 ist Mobileeee mit seinem Carsharing-Konzept auf dem Markt, zurzeit sind 192 E-Autos mit dem Firmenzeichen unterwegs. Bis Jahresende will Lindhof seine Flotte vervierfachen. Mittelfristig will er in den Städten mit Carsharing-Verträgen auch E-Bikes vermieten.

Er wisse von einigen Nutzern, dass sie ihr Zweitauto verkauft und stattdessen ein Smartphone angeschafft hätten, um bei Bedarf ein Fahrzeug zu buchen. Solche Nutzer wünscht er sich auch für Eppstein. Wer nur gelegentlich ein Auto benötigt und dann möglichst emissionsfrei fahren will, kann sich als Nutzer bei Mobileeee registrieren und die App fürs Smartphone herunterladen. Im nächsten Schritt wird der Führerschein abgefragt, danach kann das Fahrzeug gebucht werden.

Das erste Eppsteiner Carsharing-Fahrzeug steht am Rathaus bereit und muss nach der Fahrt auch dort wieder abgestellt werden. Erst wenn der Schlüssel an seinem Platz im Handschuhfach steckt und das Ladekabel angeschlossen ist, ist die Buchung abgeschlossen, erklärt Lindhof. Das Auto ist vollkaskoversichert, Rauchen ist tabu, Tiere dürfen nur in Tiertransportbehältern mitgenommen werden. Als Grundregel gilt, dass das Fahrzeug genauso wieder zurückgebracht wird, wie es vorgefunden wurde.

Das Konzept habe sich bewährt, sagt Lindhof, die meisten Nutzer seien zuverlässig und stellen die Autos rechtzeitig und in ordentlichem Zustand ab. Ausnahmen, beispielsweise eine Verzögerung der Ankunftszeit durch einen Stau, gebe es wohl hin und wieder. Dann sei es wichtig, sich möglichst umgehend beim Unternehmen zu melden, damit eine Lösung gefunden wird, falls ein anderer auf das Fahrzeug wartet. „Notfalls zahlen wir ein Taxi“, sagt der Mobileeee-Chef, das sei aber so gut wie noch nie vorgekommen.

Abgerechnet wird stundenweise, pro Stunde 6 Euro inklusive 10 Kilometer. Ansonsten erhöht sich der Preis um 20 Cent pro Kilometer. Der Wochenendtarif für 70 Euro gilt für 100 Kilometer. Derzeit gibt es ein Tagesangebot zum Testen für 24 Euro für 24 Stunden. bpa

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