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"Möglicherweise die einzige Chance, Eppstein technologisch zukunftssicher zu gestalten"

Abbildung 1 Nachfragebündelung Eppstein Stand 10.02.2019 - Datenquelle DG Homepage

Zum Stand der Nachfragebündelung für Eppstein der Deutschen Glasfaser schrieb unser Leser Bernd Rehfeld einen offenen Brief an die Stadtverwaltung:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Herren Ortsvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir wohnen seit 2004 in Eppstein, Stadtteil Ehlhalten, wir haben 2 Kinder und haben in den Jahren auch die Schwierigkeiten mit der Versorgung mit Internet und Fernsehen in ländlichen Gebieten kennengelernt. Mittlerweile haben wir uns von ISDN (1998) auf einen 50Mbit Anschluss (2018) der Telekom entwickelt und nutzen auch das Magenta TV Internet Fernsehen IPTV Angebot.

Wir haben in dieser Zeit erfahren, wie schnell die Ansprüche an eine gute Internetversorgung steigen, insbesondere die neuen Medien und das Konsumverhalten der jüngeren Generation mit Online Gaming, Streaming und Cloud-Diensten gehören zu unserem Alltag.

Daher begrüßen wir die Glasfaser Erschließungsinitiative der Stadt Eppstein mit der Deutschen Glasfaser außerordentlich und haben natürlich schon einen DG Auftrag erteilt. Ein „flächendeckendes Glasfasernetz in Eppstein“ ist ja auch wichtiger Baustein des „Stadtentwicklungs-Konzept 2030“ für die Stadt Eppstein.

 

Mit Sorge beobachten wir in den letzten Tagen seit der Informationsveranstaltung den Stand der Nachfragebündelung  in den einzelnen Ortsteilen der Stadt Eppstein. Wenn der derzeitige Trend so weiter anhält, wird die Stadt Eppstein das Ziel 40% klar verfehlen!(Datenquelle DG Homepage)

Im folgenden Diagramm sind die bisher veröffentlichten Zahlen der letzten Tage für die einzelnen Ortsteile mit Trendlinien aufgetragen und der Solllinie gegenübergestellt.

Nach den aktuellen Zahlen, die auf der DG Homepage veröffentlich worden sind (s. Abbildung 1), liegt nur der Ortsteil Ehlhalten im Soll, alle anderen Ortsteile werden das Ziel von 40% wahrscheinlich nicht zum Stichtag 25.03.2019 erreichen, wenn sich der bisherige Trend so fortsetzt. Aktuell liegt die Stadt Eppstein insgesamt gerade mal bei ca. 8% Quote, wenn man die Verteilung der aktuellen Einwohnerzahlen (Stand Dezember 2018, Quelle Eppstein Homepage) der einzelnen Ortsteile mit berücksichtigt.

Wir haben uns auch im Internet informiert, Deutschland ist bekanntlich ein Glasfaser Entwicklungsland, wie die folgende Grafik von Statista zeigt (s. Abbildung 2).

Das wird immer mehr zum Standortnachteil, und das nicht nur für Privathaushalte sondern auch und besonders für Unternehmen und Handwerksbetriebe. Einige Experten und Studien prognostizieren eine Nachfrage für die durchschnittliche Bandbreite für Downloads von Haushalten und Unternehmen bei rund 1 GBit/s bereits im Jahr 2025. Mit der Vectoring Technologie der Telekom wird das nicht mehr erreichbar sein. (Quelle BREKO Bandbreitenstudie 2018)

 

Aus unserer Sicht gibt es viele sehr gute Gründe sich für einen Glasfaseranschluss zu entscheiden. Die aktuelle Erschließung der Stadt Eppstein durch die DG könnte für längere Zeit die einzige Chance sein, da die Telekom nach eigenen Angaben keinen FTTH-Ausbau für Eppstein plant.

 

  • Zukunftssichere Technologie in Wohn- und Unternehmensbereichen
  • Nutzbarkeit für alle künftigen Medien und Cloud-Dienste
  • Keine Bandbreitenreduzierung in den Stoßzeiten
  • Keine geringere Bandbreite bei längeren Anschlussstrecken
  • Werterhaltung bzw. Wertsteigerung der eigenen Immobilie
  • Vorteil bei Vermietung und Verpachtung
  • Größere Unabhängigkeit von einzelnen Versorgern, da offenes Netz
  • Gleiche Upload- und Download-Bandbreite
  • Standortvorteil für die Stadtentwicklung und für die Ansiedelung von Firmen in den Gewerbegebieten und Mischgebieten (Digitalisierung der Wirtschaft, Büro- und Heimarbeit)

 

Aus mehreren Gesprächen mit anderen Einwohnern haben wir aber den Eindruck, dass viele Bürger, nicht nur ältere Bürger, sondern auch Familien mit Kindern, zu kurzfristig und bequem denken. Aussagen wie „ich brauch das nicht mehr“, „lohnt sich das überhaupt“, „den ganzen Aufwand mit dem Hausanschluss will ich nicht haben“ oder „ich versteh das mit dem IPv6 nicht“ sind leider keine Seltenheit gewesen.

 

Aus diesem Grund bitten wir Sie, und alle anderen, die zum Erfolg dieser Erschließung beitragen können, ernsthaft über geeignete Maßnahmen nachzudenken, die zu einem Umdenken bei den noch zögernden Einwohnern Eppsteins in allen Stadtteilen führen. 

 

Vielen ist scheinbar nicht klar, dass es sich möglicherweise um die einzige Chance handelt, und dass der aktuelle Anschluss technologisch nicht die Ansprüche der nächsten Jahre decken kann. 

Aus unserer Sicht ist es nötig, die verbleibende Zeit für die Kommunikation mit den Bürgern zu nutzen, sei es über Veröffentlichungen in der Eppsteiner Zeitung oder evtl. auch weitere Veranstaltungen, die von der Stadt organisiert werden. Diese Kommunikation wird nach den Auftaktveranstaltungen in den Ortsteilen aktuell ausschließlich den Vertriebsmitarbeitern der DG überlassen.

 

Wir sind gern bereit, dabei mitzuhelfen, damit die Quote von 40% für Eppstein bis zum 25.3.2019 erreicht oder besser noch übertroffen wird. Wir werden die Informationen auf der DG Homepage zur Nachfragebündelung für Eppstein weiter verfolgen.

 

Wir bitten Sie, nochmal in die Kommunikation mit den Bürgern Eppsteins einzutreten, um den Unternehmensstandort und Wohnort Eppstein weiterhin so attraktiv und zukunftssicher wie bisher zu gestalten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dorothe & Bernd Rehfeld, Eppstein

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Kommentare

Es bleibt spannend

Liebe Leserinnen und Leser,

die Antwort von Bürgermeister Simon auf den Offenen Brief fügt die Redaktion zur Information als Kommentar an:

Sehr geehrte Frau Rehfeld,
sehr geehrter Herr Rehfeld,

danke für Ihre Nachricht. Der Glasfaserausbau ist eine sehr große Chance für unsere Stadt – Sie beschreiben es zutreffend. Ich freue mich darüber und bin auch ein wenig stolz darauf, dass es uns überhaupt gelingen konnte, ein solches Angebot für die Bürgerinnen und Bürger zu bekommen. Eppstein ist im Main-Taunus-Kreis und der näheren Umgebung im Rhein-Main-Gebiet die einzige Kommune, in der ein flächendeckender Ausbau eines Glasfasernetzes angeboten wird. Ich hatte bei den Gesprächen und Verhandlungen mit der Deutschen Glasfaser stets darum gebeten und mich dafür eingesetzt, dass nicht „nur“ Gewerbegebiete ausgebaut werden. 

Mit dem Abschluss des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Eppstein und der Deutschen Glasfaser haben wir unseren Bürgerinnen und Bürgern die Tür zur Zukunft geöffnet. Durch diese Tür – um bei dem Bild zu bleiben – müssen aber die Menschen selbst hindurchgehen. Selbstverständlich unterstützen wir die Idee auch aktiv. Nach den heute neu veröffentlichten Zahlen sieht es „besser“ aus als noch zum Zeitpunkt Ihre Mail. Ehlhalten und Niederjosbach führen die „Rangliste“ an. Aus den Kreisen der Deutschen Glasfaser ist zu hören, dass es generell bisher so war, dass in den zwei Wochen vor Fristende noch einmal sehr viele Menschen sich für das Angebot entscheiden. Es bleibt also spannend.

Aktuelle Zahlen:

Ehlhalten                   30 %

Niederjosbach          20 %

Eppstein                    12 %

Vockenhausen          12 %

Bremthal                   11 %

Weitere Aktionen sind in Planung. So wird es aller Voraussicht nach am Samstag, 16. März von 10 bis 15 Uhr einen Glasfasertag auf dem Rathausplatz in Vockenhausen geben. Die Planungen laufen noch seitens der Deutschen Glasfaser und der Termin ist noch nicht endgültig bestätigt. Jedoch ist klar: es gibt weitere Marketing-Aktionen… ggf. auch einen Flyer mit Eppsteiner Gesichtern.

Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie ebenfalls für dieses Thema „brennen“. Bitte engagieren Sie sich weiter so eifrig. 

Freundliche Grüße aus dem Rathaus,

Alexander Simon, Bürgermeister

Lieber Herr Simon, klar,

Lieber Herr Simon, klar, durch diese Tür müssen die Menschen selbst hindurchgehen. Aber diejenigen, die davor stehen, müssen überzeugt werden. Zu den Veranstaltungen und in die Container gehen die, denen schnelles Internet egal ist, eher nicht. Die würden Sie aber über die Papierversion dieser Zeitung erreichen. Dieses Medium muss dafür besser genutzt werden!

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