Nach tödlichem Unfall Forderung nach sicherem Übergang

Blumen und Grablichter an der Unfallstelle in der Lorsbacher Straße.

Am Freitagvormittag wurde auf der Lorsbacher Straße in Höhe des Abzweigs zur Langenhainer Straße eine 76-Jährige beim Überqueren der Straße vom 30-jährigen Fahrer eines weißen Kastenwagens erfasst.

Die Verletzungen waren so schwer, dass die Reanimationsversuche von Ersthelfern und Rettungsdienst erfolglos blieben. Die Frau erlag ihren schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle. Die Lorsbacher Straße blieb wegen der Ermittlung des Unfallhergangs bis 15 Uhr gesperrt. Die Polizei zog einen Gutachter hinzu und setzte eine Drohne ein, um den Unfallort aufzunehmen. Derzeit ist die Polizei noch damit beschäftigt, den genauen Hergang auf der eigentlich übersichtlichen Lorsbacher Straße zu rekonstruieren. Bisher hat sie nur die Aussage des Unfallfahrers, Augenzeugen hätten sich bislang nicht gemeldet, so die Pressestelle der Polizei. Hinweise auf zu schnelles Fahren oder darauf, dass der Fahrer Alkohol oder Drogen konsumiert hatte, gibt es laut Polizei nicht.

Die 76-jährige Frau aus Eppstein lebte in der Seniorenresidenz in der Langenhainer Straße. Viele der mobileren Bewohner gehen zum benachbarten Aldi an der Lorsbacher Straße und kaufen dort ein, obwohl das Überqueren der viel befahrenen Lorsbacher Straße gefährlich ist. Der nächste Zebrastreifen ist erst in Höhe des Firmengebäudes der Ruco, fast am Ortsausgang, und fußläufig von der Langenhainer Straße aus gar nicht zu erreichen, da die Stützmauer an dieser Stelle fast bis an die Fahrbahn der Lorsbacher Straße heranreicht.

Die Gefahrenstelle sei bekannt, bestätigt der Leiter der Einrichtung Driton Mehmeti. Angehörige und Bewohner hatten in der Vergangenheit immer wieder auf die Gefahren beim Überqueren der Langenhainer Straße hingewiesen. Nach dem Unfall habe er sich sofort an die Stadt gewendet, die ihm auch schon signalisiert habe, dass der Unfall eingehend untersucht werden solle und ein Ortstermin mit den zuständigen Behörden geplant sei. „Für unsere Mitbewohnerin kommt das leider zu spät“, bedauert Mehmeti. Er hofft aber, dass sich die Situation an der Straße für die anderen Bewohner endlich verbessern werde.

Erste Stadträtin Sabine Bergold sagte am Montag, sie sei noch immer sehr bestürzt, man habe sich sofort im Rathaus über die nächsten Schritte beraten, wie man der Forderung der Stadt beim Straßenbauamt nach einem sicheren Überweg an dieser gefährlichen Stelle Nachdruck verleihen könne. Für Fußgängerüberwege an Landstraßen wie der L3011 sei die Landesbehörde Hessenmobil zuständig. Das Land habe für Fußgängerüberwege an Landesstraßen klare Richtlinien. Zusätzliche Zebrastreifen oder eine Änderung der Lage an innerörtlichen Landstraßen werden in der Regel abgelehnt– mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel, wenn es besondere Unfallschwerpunkte gibt.

So hat der Ehlhaltener Ortsbeirat viele Jahre um einen Zebrastreifen auf der Königsteiner Straße gekämpft. Genehmigt wurde er erst, nachdem ein Kind fast überfahren worden wäre. Auch auf Eppsteins längster Straße, der Hauptstraße in Vockenhausen wurden bei der Straßenerneuerung nur zwei Zebrastreifen und zwei Fußgängerampeln errichtet, zählt man die Ampelanlage an der Kreuzung zur B455 hinzu.

Auch die Polizei sieht laut Polizeisprecher Johannes Neumann dringenden Handlungsbedarf, die Situation in der Lorsbacher Straße sei „absolut nicht optimal“. Allerdings habe die Polizei nur beratende Funktion und habe deshalb die zuständigen Behörden zu einem Ortstermin eingeladen, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden. bpa

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