Stadt mietet Hotel an

Im Gasthaus zum Taunus finden demnächst bis zu 22 Ukrainische Flüchtlinge vorübergehend Unterkunft. Die Stadt hat die Fremdenzimmer angemietet. Foto: Stadt Eppstein

Die Stadt Eppstein mietet die Zimmer im Hotel zum Taunus für Flüchtlinge aus der Ukraine an und hat in der vergangenen Woche die Anlieger darüber informiert und zu einem digitalen Gespräch am Samstagvormittag eingeladen.

Bis zu 22 Menschen könnten dort in neun Fremdenzimmern vorübergehend eine Bleibe finden. Der Vertrag sei für Juli geschlossen worden. Simon geht davon aus, dass bis dahin die Sparkassenakademie voll belegt ist. Bis zu 220 Menschen haben dort Platz, 190 seien bereits eingetroffen. Auch die Ressource an Privatunterkünften sei endlich, sagte Simon. Bislang leben offiziell 140 Ukrainische Flüchtlinge in Privatwohnungen in Eppstein, inoffiziell dürften es etwa zehn Prozent mehr sein, da ukrainische Staatsbürger sich 90 Tage in der EU ohne Anmeldung aufhalten dürfen. Rund 200 Helfer aus Eppstein engagieren sich als Dolmetscher, Psychologen, Ärzte oder Deutschlehrer, helfen bei Behördengängen, in Kleiderkammer, Kindertreffs oder sozialen Angeboten.

Er rechne nicht damit, dass es gegen die Anmeldung der Hotelzimmer im Gasthaus „Zum Taunus“ ernsthafte Bedenken geben werde, sagte Bürgermeister Alexander Simon, und wollte sich in der Online-Versammlung einen Eindruck von der Stimmung in der Altstadt machen. Allerdings folgten nur zwei Anlieger der Einladung, unter anderem die Eppsteiner Zeitung, deren Verlagshaus wenige Meter entfernt neben der Talkirche liegt. Ein weiterer Anlieger bot an, sich mit einem Kunstprojekt für Kinder konkret zu beteiligen. Den Vorschlag nahm Ortsvorsteherin Eva Waitzendorfer-Braun begeistert auf: Gerade die Beschäftigung mit Kunst helfe, böse Gedanken zu vertreiben.

Einige Anlieger meldeten sich laut Simon erst nach der Veranstaltung. Er nehme alle Bedenken ernst, auch die Hinweise, dass es in der engen Altstadt zu Konflikten kommen könne und sei es wegen nicht korrekt befüllter Mülltonnen.

Simon stellt klar, dass die Kommunen immer stärker gefordert seien, Wohnraum bereitzustellen und keiner wisse, wie sich die Lage entwickle. Denn der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dauere an.

Zur Zeit leben rund 400 Flüchtlinge aus der Ukraine in Eppstein. Eppsteins Einwohnerzahl steige damit erstmals über 14 000 – „so viel wie noch nie!“, sagte Simon. Bis zu 4000 Menschen aus der Ukraine kommen derzeit pro Woche in Hessen an, 150 werden dem Main-Taunus-Kreis zugewiesen, davon wiederum 6 Prozent, also neun Personen der Stadt Eppstein. Es sei abzusehen, so Simon, dass private Unterbringungsmöglichkeiten bald erschöpft seien.

„Die Schaffung von Kapazitäten in Turn- und Veranstaltungshallen ist für uns aktuell die letzte Möglichkeit“, heißt es aus dem Rathaus. Deshalb miete die Stadt das Hotel in der Altstadt als Gemeinschaftsunterkunft an.

Stadt rechnet mit weiteren Flüchtlingen aus der Ukraine

Der Magistrat habe der Idee zugestimmt, berichtete der Bürgermeister. Schon am Tag danach wurde der Vertrag mit Hotelinhaber Faruk Khan geschlossen. Die Hotelküche werde die Verpflegung übernehmen und zwei Mahlzeiten pro Tag liefern. Außerdem gibt es dank eines Nachtportiers rund um die Uhr Ansprechpartner. Der Restaurantbetrieb werde davon nicht beeinflusst, betonte Simon. Gäste werden wie gewohnt bewirtet.

Untergebracht werden im „Taunus“ die vom Land über den Kreis zugewiesenen Flüchtlinge aus der Ukraine. Ein eigenständiges Einquartieren sei nicht möglich. Die Stadt wolle dann so schnell wie möglich private Wohnungen vermitteln, das Hotel sei nur als vorübergehende Bleibe gedacht, so Simon. Ehrenamtliche Helfer sollen dennoch eingebunden werden. Kontakte zum Familienzentrum der Talkirchengemeinde oder dem DRK-Laden will die Stadt noch knüpfen.

Grundsätzlich sei die Lage mitten in der Altstadt von Vorteil: Geschäfte, Bahnhof, Bürgerbüro und Kinderspielplatz sind gut zu erreichen. Ob es weitergehende Angebote geben wird, könne man jetzt erst planen. bpa

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