Stadt greift durch gegen Raser im Ort

Mit Tempoanzeigetafeln wie in der Burgstraße möchte die Stadt Kraftfahrer zu rücksichtsvollem Fahren anhalten.Foto: Jan Weller

Seit 2019 werden in allen Stadtteilen Geschwindigkeitsanzeigetafeln eingesetzt. Die Geräte zeigen dem Fahrer, wie schnell er fährt, und symbolisieren durch Smileys oder Farbumschaltung richtiges und fehlerhaftes Verhalten.

Die Anzeigetafeln können nicht zur Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten genutzt werden, sie sollen ausschließlich die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. Die Messergebnisse sind Orientierungswerte. In den Ortsbeiräten und im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wird regelmäßig berichtet.

Die jüngste Auswertung habe gezeigt, so die Stadt: An mehreren Stellen im Stadtgebiet werden die Höchstgeschwindigkeiten nicht eingehalten. Besonders kritisch wird die Situation in der Lorsbacher Straße in Eppstein gesehen, wo im Herbst eine Fußgängerin tödlich verunglückte. Im Februar und März hat die Stadt dort zwei Monate lang Messungen vorgenommen. Aus Richtung Lorsbach kommend gilt auf der gut ausgebauten Landesstraße bereits in Höhe der Gewerbebetriebe Tempo 50. Dort befinden sich auch eine Tankstelle, ein Discounter und die Seniorenresidenz.

Bei der Messung in Höhe der Tankstelle Richtung Ortsausgang und Lorsbach, wurde zwar von über 78 Prozent der Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten. Im Grenzwertbereich bis 60 Stundenkilometer lagen knapp 19 Prozent der Fahrzeuge. 2,85 Prozent der erfassten Fahrzeuge waren mit einer erheblichen Überschreitung der Geschwindigkeit unterwegs. In der Gegenrichtung fand im kompletten März die Messung statt. Hier wurde die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit von 90,6 Prozent eingehalten und im Bereich des Grenzwertes wurden knapp 8,5 Prozent registriert. Knapp 0,9 Prozent der Fahrzeuge fuhren erheblich zu schnell. Dabei wurden auch Fahrzeuge mit knapp 100 Stundenkilometern gemessen, was nahezu dem Doppelten der Höchstgeschwindigkeit entspricht.

„Dies ist völlig inakzeptabel,“ so Bürgermeister und Ordnungsdezernent Alexander Simon. Im Herbst 2021 kam es im Bereich der Lorsbacher Straße zu einem tödlichen Unfall. Eine Fußgängerin wurde beim Überqueren der Straße von einem Fahrzeug angefahren und verstarb. Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt reagierte unmittelbar und ließ als erste Maßnahme ein Schild „Achtung Fußgänger“ aufstellen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss auf Grundlage eines gemeinsamen Antrages aller Fraktionen, weitere Maßnahmen zu prüfen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Jetzt soll deshalb geblitzt werden: über einen längeren Zeitraum, in beide Richtungen und 24 Stunden am Tag. Die Stadt bereitet eine teilmobile Messung vor. Über den Beginn der Maßnahme will die Stadt keine Auskunft geben.

Ein Danke für die Sicherheit

Eine elektronische Tempoanzeige soll in Bremthal für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Kreisbeigeordneter Johannes Baron teilte als Vorsitzender der Kreis-Verkehrswacht Main-Taunus mit, dass an der Waldallee ein so genanntes Dialog-Display aufgestellt. Es mahnt Schnellfahrer zum Tempodrosseln und bedankt sich mit der Anzeige „Danke“, wenn Fahrer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Dem Verkehrsministerium zufolge haben Unfallforscher ermittelt, dass Dialog-Displays die Zahl von Tempoüberschreitungen dauerhaft um die Hälfte senken.

Der Standort für das Display in der Waldallee wurde gewählt, weil sich dort ein Kindergarten befindet.EZ

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