Schwarmzeit in Bremthal – Imker helfen

Imker Achim von Hein kehrt noch restliche Bienen in den Schwarmfangsack.Foto: S. Planz-von Hein

Imker Achim von Hein kehrt noch restliche Bienen in den Schwarmfangsack.Foto: S. Planz-von Hein

Anwohner der Bremthaler Neugasse erlebten am Freitag vergangener Woche ein Schauspiel, das niemand so schnell vergisst. Ein großer Bienenschwarm brauste durch die Luft und sammelte sich an einer kleinen Zierkirsche direkt am Bürgersteig. Bald stellte sich die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Die Nachbarn riefen bei einer Imkerin in der Nähe an. Diese gab jedoch an, keine Ausrüstung zu besitzen, um die Bienen einzuschlagen. So heißt es im Fachjargon, wenn ein Schwarm in einer neuen Bienenbehausung, der sogenannten Beute, untergebracht wird.

Die besorgten Nachbarn wandten sich daraufhin an die Polizei. Es kamen auch zwei Beamten, besahen sich das dicht mit einer Bienentraube bepackte Bäumchen und rieten den Anwohnern, sich am Montag, also erst Tage später, an das Eppsteiner Ordnungsamt zu wenden. Aus Imkersicht keine gute Lösung. Bienenschwärme sollten möglichst bald gemeldet und soweit möglich eingefangen werden. Sie sind anfangs meist sehr friedlich. Der Grund: Wenn sie als Teil des Volkes ihre angestammte Beute zusammen mit der alten Königin verlassen, sind ihre Honigblasen gut mit Proviant für einige Tage gefüllt. Sind diese aufgezehrt, ohne dass sie beispielsweise eine neue Behausung in einem hohlen Baumstamm gefunden haben, kann die Stimmung im Schwarm umschlagen. So nah am Bürgersteig wie in Bremthal kann dies zu Problemen führen.

Eine Anwohnerin, selbst Tochter eines Imkers, rief deshalb am Samstagmorgen hilfesuchend bei einer Imkerfamilie in Vockenhausen an. Eine gute Entscheidung: Der Schwarm konnte schnell mit Hilfe eines Schwarmfangbeutels eingeschlagen werden. An dem recht niedrigen Bäumchen hing der Schwarm recht tief und war damit gut erreichbar. Die Bienen wurden leicht mit Wasser bespritzt und fielen problemlos als schwere Traube in den Beutel. Sobald die Königin eingefangen ist, folgen nach und nach auch die noch umherfliegenden Bienen in die Beute. Nach zweieinhalb Stunden waren fast alle Bienen im Kasten. Bis auf ein paar der Insekten, die vorzogen, am Kirschbäumchen zu bleiben. Das noch vorhandene Pheromon der Königin lässt sie sich für einige Zeit dort weiter versammeln. Am Sonntag waren die meisten davongeflogen.

Die Eppsteiner Imkerinnen und Imker bitten darum, Schwärme bei ihnen oder den zuständigen Imkervereinen wie Bad Soden imkerverein-badsoden.de zu melden. In Eppstein fangen Karsten Luther, 0152 292 156 82, Ulrike Görtz, 0177 941 23 69, Achim von Hein, 0160 91 62 43 14, sowie Max Häberle, 0179 925 55 31, Schwärme ein. sp

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