Restaurierung der Alten Post „ist ein Glücksfall“

Die Ansichtskarte von 1915 zeigt das Gebäude der Alten Post vorne links als Entrée zur Eppsteiner Altstadt.Repro: Stadt- und Burgmuseum Eppstein

Am vergangenen Freitag lud Bürgermeister Alexander Simon im Namen von Zahnarzt Dr. Ulf Kerkhecker Pressevertreter und den Magistrat in die Alte Post in der Poststraße 5 ein.

Das ehrwürdige Gebäude, das auffällig das Eppsteiner Stadtbild prägt, wurde in den vergangenen Jahren umfangreich nach historischem Vorbild saniert.

100 Jahre, von 1904 bis 2004, war in diesem Gebäude eine Postfiliale, die als Verteilerzentrum diente und wo es sogar noch richtige Postfächer gab, wo Bürgerinnen und Bürger ihre Briefe abholten. Es wurde damals bewusst in der Blickachse des Stadtbahnhofs, der St. Laurentius-Kirche und der Eppsteiner Burg erbaut. 2011 erwarb Kerkhecker das Gebäude, welches zuvor zwei Jahre leer stand. Bürgermeister Simon erinnerte sich, wie froh er damals darüber war. Charmant plaudernd berichtete der Zahnarzt von vielen Episoden in den vergangenen zehn Jahren, die er mit den verschiedenen Abteilungen des Denkmal- und Brandschutzes erlebt hatte. Auch diverse Architekten waren in das Projekt eingebunden. Maßgeblich geprägt hatte das Vorhaben schließlich Architekt Wilhelm aus Zwingenberg, so dass es seine Umsetzung fand. Im März 2011 begannen die Arbeiten im Innenbereich und schon im Oktober konnte der erste Patient in der Praxis begrüßt werden. Die Alte Post sollte eigentlich schon komplett 2020 fertig werden, doch auch sie fiel der Corona-Zeit zum Opfer, wo der Zahnarzt lieber ein Teil des Budgets zur Sicherung seines Personals zurückgehalten habe. „Da ich keine Solarzellen auf dem Dach anbringen wollte und nicht vorhatte, einen Wintergarten anzubauen, hatte ich nicht viele Probleme mit dem Denkmalschutz. Vieles war aber einfach auch Glückssache“, verriet Kerkhecker schmunzelnd. Dem interessierten Publikum präsentierte er stolz einige alte Fotoansichten des Gebäudes. Die Fassade wollte er eigentlich in den ursprünglichen Farben wiederherstellen, doch da forderte der Denkmalschutz dann doch eine Farbprofilprüfung. Heute erstrahlt das Gebäude dafür deutlich heller. Auch beim Keller, der leicht feucht war, ließ sich der Arzt überzeugen und nutzt den Bruchsteinkeller nicht als Lager. Dort ließ er eine Saugmaschine und eine Heizung aufstellen und so bleibt auch auf Dauer die Feuchtigkeit dort und zieht nicht nach oben in das Erdgeschoss oder in den ersten Stock der Praxisräume. Auch die Wohnung im Dachgeschoss, wo früher der Postdirektor Plön gewohnt habe, ließ er restaurieren. Heute bewohnt sein jüngster Sohn diese Räumlichkeiten und Kerkhecker ist froh, dass immer jemand im Hause ist. Auch die Renovierung der Holzfenster und des alten Lastenaufzuges bezeichnete der Arzt als Glücksfall. Die Fenster wurden in den achtziger Jahren schon einmal renoviert und dreifach verglast, so galt hier der Bestandsschutz. Der alte Lastenaufzug, der früher Pakete beförderte, konnte problemlos in einen Personenaufzug umgebaut werden.

So erstrahlt das Gebäude, was von der Bundesstraße 455 sehr gut zu sehen ist, endlich im neuen Glanz und gibt einen schönen Eindruck auf die Stadt Eppstein frei.sr

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