Die Not ist groß: Asylkreis appelliert an Wohnungsbesitzer

Es wird eng in den Flüchtlingsunterkünften des Main-Taunus-Kreises. Der MTK hat eine große Unterkunft in Hattersheim aufgelöst, weil das Grundstück verkauft wird, um den mit 33 Millionen Euro veranschlagten Erweiterungsbau des Landratsamts zu finanzieren.

Die noch nicht anerkannten Flüchtlinge aus dieser Unterkunft werden nun anteilig auf die Kommunen des Kreises aufgeteilt. Außerdem erwartet der Kreis in den nächsten Wochen die Ankunft von aus Afghanistan evakuierten Ortskräften und deren Familien, die ebenfalls untergebracht werden müssen.

Für anerkannte Flüchtlinge, die bis jetzt noch keine eigene Wohnung gefunden haben, heißt das, dass sie vom 1. November an umziehen müssen. In den drei Gemeinschaftsunterkünften in Eppstein, in der Hauptstraße Vockenhausen, im ehemaligen Schützenhof und in der Robert-Koch-Straße in Bremthal, sind laut Erster Stadträtin Sabine Bergold 34 Menschen betroffen.

Bislang toleriert der Kreis anerkannte Flüchtlinge in den Flüchtlingsunterkünften, da im Rhein-Main-Gebiet bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist, und erhebt eine Gebühr pro Schlafstelle von monatlich 295 Euro pro Person, auch für Kinder. Dennoch haben dank intensiver Unterstützung durch Stadt und Asylkreis viele Flüchtlinge Arbeit gefunden. Die Kinder besuchen Kindergärten oder Schulen, Jugendliche machen eine Ausbildung. Nun droht vielen die Unterbringung in Obdachlosenunterkünfte oder der Umzug in einen anderen Kreis und damit verbundene neue Schulwechsel oder gar Arbeitsplatzverluste.

Angesichts dessen tröstet Bergolds Versicherung wenig, dass keiner dieser anerkannten Flüchtlinge auf die Straße muss, weil sie in den städtischen Obdachlosenunterkünften oder in anderen Städten aufgenommen werden, und zwei Familien Wohnungen, allerdings außerhalb des Kreises, in Aussicht haben.

Nun hat sich der Asylkreis an die Eppsteiner Zeitung gewandt mit einem dringenden Appell an Eppsteiner Wohnungsbesitzer, leerstehende oder freiwerdende Wohnungen dem Magistrat oder dem Asylkreis anzubieten. „Überlegen Sie sich, ob Sie nicht Menschen, die wir betreuen und gut kennen, aufnehmen wollen“, heißt es in einem Appell des Asylkreises. Die Flüchtlinge, junge Männer ebenso wie Familien, seien oft sehr motiviert, im Haus mitzuhelfen.

Die Miete, in der Regel 7,50 Euro pro Quadratmeter, ist durch das Jobcenter des Kreises gesichert, oft auch durch eigenes Einkommen.    bpa

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