Neue Leuchten hell und sparsam

Auch der Bettelbub erstrahlt in neuem Licht. Foto: Walter Adler | adler-photoart.de

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Kaum hat die Stadt den Abschluss des Beleuchtungsprojekts für die Burg bekannt gegeben, stehen bereits neue Arbeiten im Ost- oder Flohmarktzwinger an. Dort sollen terrassenartige Sitzgelegenheiten in den Hang gegraben werden.

Außerdem ist dem Vernehmen nach der Auftrag für eine transportable verzinkte Treppe zum Dach des Mainzer Kellers erteilt; damit wäre in der nächsten Festspielsaison das Provisorium im Mainzer Hof überflüssig.

Doch trafen sich zunächst am Mittwochabend nach Redaktionsschluss Vertreter von Stadt, Burgverein, Sponsoren und den ausführenden Firmen im Burghof, um einen Moment innezuhalten und nach fast neun Jahren Planungs- und Bauzeit endlich die neue Burgbeleuchtung zu feiern.

Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer fasste der ehemalige Vorsitzende des Burgvereins, Peter Arnold, die Chronologie der jahrelangen Arbeit zusammen. Der 78-jährige hat das, wie er sagt, „größte und teuerste Einzelprojekt des Burgvereins“ die gesamte Zeit über betreut. Sechs unterschiedliche Leuchtentypen, von Mini-Strahlern über den Toilettenhinweisen bis zu den drei lichtstarken Strahlern am Bergfried, wurden auf dem Burggelände installiert, zwei Kilometer sichtbar montierte Kabelkanäle auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde anthrazitgrau pulverbeschichtet, über 3000 Meter Kabel darunter verborgen oder durch 2000 Meter zum Teil unterirdisch verlegte Schutzrohre geschoben.

Von anfangs 50 LED-Leuchten wuchs die Zahl zuletzt auf 76 an. Sie leuchten aus Mauern, Nischen und unter Vorsprüngen, aber immer nach unten, damit „Lichtverschmutzung“ am Himmel, so Arnold, vermieden werde. Und noch immer kommen weitere Leuchten hinzu. Demnächst im Ostzwinger, dort allerdings von der Stadt finanziert. Als eine der jüngsten, vermutlich aber am sehnlichsten von abendlichen Burgbesuchern erwartet, wurde vor wenigen Wochen eine Lampe über dem inneren Westtor installiert. Sie erhellt jetzt den unebenen, felsigen Aufgang mit den ausgefahrenen Wagenspuren neben dem Burgwärterhaus.

So wurde das ursprünglich mit 100 000 Euro veranschlagte Projekt schließlich fast doppelt so teuer. Die Schlussabrechnung liege inzwischen vor, teilte Arnold einen Tag vor der Feier mit: „Mit 197 000 Euro bleiben wir noch knapp unter den zuletzt veranschlagten 200 000 Euro.“ Obwohl laut Arnold auf der Burg die modernste Technik installiert ist und bei eingeschalteter Beleuchtung bis zu 90 Prozent des bisherigen Stromverbrauchs eingespart wird, bleibt die Burg diesen Winter dunkel. Die Stadt schließt sich den landesweiten Energie-Sparmaßnahmen an und verzichtet weitgehend auf die Effektbeleuchtung der Burg.

Stolz ist Arnold auf einige technische Neuerungen, die die Stadt auf Vorschlag des Burgvereins übernommen habe. So gibt es im Boden installierte Unterflursteckdosen für Gleich- und Wechselstrom, wie sie auch in Veranstaltungsräumen verwendet werden. bpa

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