Mehrgenerationenhaus in der Hofreite in Bremthal

Die alte Hofreite in Bremthal wurde saniert. Die Besitzer bauten die Scheune (mittleres Gebäude) samt Verbindung zum alten Wohnhaus (links) aus.Foto: Weiss/MTK

Der Main-Taunus-Kreis förderte in diesem Jahr Umbau und Sanierung denkmalgeschützter Häuser mit insgesamt 26 000 Euro. Damit wurden fünf Objekte im Kreis unterstützt, darunter auch der Umbau einer historischen Scheune in Bremthal zu einem modernen Wohnhaus.

Die Scheune gehört zur Hofreite der Familien Castle/Weiss in der Schäfergasse.Das kleine Gehöft stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist als Einzeldenkmal eingetragen. Mit ihrem Engagement helfen die Eigentümer, so Denkmalschutzdezernentin Madlen Overdick, „bauliches Erbe zu bewahren und damit geschichtliche Identität zu sichern“.

Für den Ausbau der alten Fachwerkscheune erhielten Miriam Castle-Weiss und ihr Mann Alexander Weiss einen Zuschuss von rund 11 000 Euro vom Main-Taunus-Kreis für den denkmalpflegerischen Mehraufwand. Insgesamt haben die Sanierung des Eichenfachwerks, der Umbau der Scheune, die Ausstattung mit Fenstern in Sondergrößen und viele individuelle Details rund eine halbe Million Euro gekostet, berichtet die 32-jährige Fotografin, die im alten Wohnhaus aufgewachsen ist.

Selbst für die Küche mussten die Möbel vom Schreiner maßgefertigt werden, da beim Einbau Eichenbalken und Fachwerk integriert wurden. Einige der alten Fachwerkbalken, die ausgebaut wurden, haben Castle-Weiss und ihr Mann zu Griffleisten, Regal und Küchenbank umarbeiten lassen. Mit dem Umbau entstanden zwei Wohnungen für ein Mehrgenerationenprojekt: Im Untergeschoss des alten Wohnhauses, richtete sich Castle-Weiss Mutter eine geräumige Wohnung ein, im Obergeschoss gibt es einen Durchgang zur Scheune mit großem Wohnzimmer und großzügiger Küche.

Ein Oberlicht aus Glassegmenten im ehemaligen Scheunendach spendet Licht von oben. Eine Schleppgaube über einer Glasfront soll an das ehemalige Scheunentor erinnern, so die Auflage des Denkmalschutzamtes. In einem kleinen Anbau will Castle-Weiss später ihr Büro einrichten.

Ein denkmalgeschütztes Gebäude zu bewohnen sei eine Herausforderung für die Eigentümer, räumte Overdick ein. Das kann Hausbesitzerin Miriam Castle-Weiss bestätigen: Die Fachwerkkonstruktion und die Dachform durften möglichst nicht verändert werden. Farbe und Baumaterial mussten mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt werden, der Mehraufwand machte am Ende rund 15 Prozent der Gesamtkosten aus. „Und trotzdem hatten wir noch Glück, weil das Grundstück schon der Familie gehört“, meint Castle-Weiss. Sonst wäre das Projekt für das junge Paar kaum finanzierbar. bpa

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