Kunst und Natur im Kräutergarten des OGV

Vor dem Tor zur Streuobstwiese, die oft als Schafweide genutzt wird, prangt eine Serie Schaf-Porträts der Malerin Martina Ochs (Mitte). Mit ihr stellten die Fotografinnen Claudia Friedrich und Kerstin Kay (v.l.) im Niederjosbacher Kräutergarten aus.Foto: Helga Mischker

Zwei Fotografinnen und eine Malerin verwandelten den Kräutergarten des Obst- und Gartenbauvereins Niederjosbach (OGV) in einen Tiergarten. Unter dem Stachelbeerstrauch lugte ein Dachs hervor, an den Himbeeren hob ein Marienkäfer zum Flug an und junge Füchse spielten am Zaun.

Auf dem 700 Quadratmetergroßen Areal, auf dem trotz Trockenheit blühender Rainfarn, roter Lein oder Lavendel farbige Akzente setzten, hockten an schattigen Plätzen in majestätischer Pose mehrere Uhus. Besonders die nachtaktiven Jäger mit den ausdrucksvollen Augen inspirierten die Künstlerinnen zu beeindruckenden Werken.

Der in Acryl gemalte Uhu im Walnussbaum beispielsweise geht zurück auf Martina Ochs, die sich in der Region bereits einen Namen gemacht hat und regelmäßig in der Wunderbar Weite Welt im Stadtbahnhof ausstellt. Bevor die Malerin zum Pinsel griff, unternahm sie Streifzüge durch die Natur und fotografierte Uhus in freier Wildbahn. Die Fotos dienten ihr als Vorlage. Auf einem ihrer Acrylbilder hält ein Uhu eine Spielzeugmaus im scharfkantigen Schnabel. „Ich mag witzige Pointen“, sagte sie schmunzelnd.

Die Hobby-Fotografin Kerstin Kay aus Taunusstein beobachte eine Uhu-Familie über ein Jahr in einem Steinbruch, die Kamera immer griffbereit. Ihre Bilder zeigen vier Eulen-Eier im Nest, nach dem Schlüpfen ein Häufchen Wolle, aus denen vier Augenpaaren leuchten, und schließlich die stolze Mama in beeindruckender Schärfe. „Ein Junges hat nicht überlebt“, erzählte sie. In einem Fotobuch hat sie die Geschichte der Uhu-Familie festgehalten und einige der besten Bilder auf Alu-Dibond prägen lassen, einem wetterbeständigen Material. „Das Leben zur richtigen Zeit ins Licht setzen, das ist meine Motivation“, erklärte Kay. Sie stellte am Tag der Offenen Gärten das zweite Mal öffentlich aus ebenso wie die Hobby-Fotografin Claudia Friedrich aus Hofheim, die eine ganze Reihe an Tieraufnahmen zur Ausstellung mitbrachte.

Friedrich ist viel in der Natur unterwegs, genießt die Stimmung der jeweiligen Jahreszeit und zückt die Kamera, sobald es im Gebüsch raschelt oder an Sträuchern summt. In Wäldern und auf Wiesen liefen ihr Reh, Wisent, Fuchs und Dachs vor die Linse. Ihre Spezialität sind Makro-Aufnahmen, die seltene Einblicke verschaffen: Unter den mit schwarzen Punkten versehenen roten Deckflügeln des Marienkäfers sind die schwarzen Flügel scharf zu sehen, oder bei einer Biene die riesigen Facettenaugen. Auch Friedrich präsentierte ihre Bilder zwischen Wildblumen und Kräutern auf Alu-Dibond. „Der Garten ist wie ich“, meinte sie, „Natur pur“.

Die Kräutergarten-AG des OGV bewirtete die zahlreichen Besucher mit gekühlten Getränken und Kuchen und nutzte die Chance, am Tag der offenen Gärten auf sich aufmerksam zu machen. „Wir freuen uns über Interessenten, die im Kräutergarten mitmachen möchten“, lud AG-Leiterin Ursula Kunze ein.mi

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