Kerb in Vockenhausen mobilisiert viele Helfer und Besucher

Sabine und Carolin Kammer, Julia Bollinger, Luca Fortuna, Peter Nowak und Klaus Kammer (v.l.).Foto: Frerichs-Gundt

„Unsere Kerb in Vockenhausen ist ein großes Familienfest“, so Steffen Sukopp, Pressesprecher des Feuerwehrvereins Vockenhausen.

Als am frühen Samstagnachmittag die Fahrgeschäfte öffneten, bevölkerte sich der Platz vor dem Rathaus schnell mit jungen Familien, kleinen Kindern und dazugehörigen Großeltern. Wie in den Jahren vor der Pandemie gab es den Schießstand, die Losbude, die Schiffschaukel, den Süßigkeiten-Stand, das Kinderkarussell und den Autoscooter. Gegen Nachmittag wechselte das Publikum, nun trafen sich die Jugendlichen zunächst am Autoscooter und rockten später zur Musik der „Four Seasons“ im Zelt ab. „Die Tanzfläche vor der Bühne war voll. Insgesamt eine harmonische, friedliche und fröhliche Stimmung bis spät in die Nacht“, erzählte Sukopp vom erfolgreichen Samstagabend. Der Sonntag fing mit dem Frühschoppen an und zog zunächst die Alteingesessenen an.

„Die Kerb ist ein fester Termin in unserem Jahr, das hat bei uns eine lange Tradition“, freute sich Vockenhäuserin Sabine Kammer über die Rückkehr der Veranstaltung nach der zweijährigen Corona-Pause. Schon als Kind habe sie den Aufbau des Autoscooters genau beobachtet und jede Kerb mit Wonne genossen. „Hier trifft man einmal im Jahr Bekannte und lauter nette Leute“, stimmte ihr Mann Klaus Kammer zu. Zur Tradition der Familie gehöre es auch, dass Mutter Sabine mit Tochter Carolin während der Kerb einmal mit dem Autoscooter fahren. „Dafür werden wir nie zu alt“, strahlte die 59-Jährige. „Der Samstagabend gehört der Jugend, am Sonntag bleiben dann eher die über Dreißigjährigen bis spät in die Nacht“, beobachtete Sukopp.

Am Montag zum Mittagstisch strömte die gesamte Stadt zu Geschnetzeltem mit Pilzrahmsoße, Spätzle und Gurkensalat. „Alles frisch gekocht in unserem Feuerwehrhaus“, erklärte Helmut Nowotka. Er bereitete auch literweise die heiße Currysoße für die beliebte Wurst nach einem Rezept aus dem Radio zu. Die Soße sei der Renner, ihr Geheimnis läge in der eingekochten Cola und dem Apfelmus für die fruchtige Note, verrät Nowotka. Die Vockenhäuser Feuerwehr lege bei ihren Festen Wert auf gute Qualität und leckeres Essen. Denn so mache es allen mehr Spaß. „Und es wird hier immer sehr, sehr gut eingeschenkt“, kommentierte Klaus Kammer sein gestrichen volles Apfelweinglas.

Die erste Vockenhäuser Kerb seit Ausbruch des Virus machte sichtlich jedermann Freude. „Wir haben ganz viele helfende Hände von befreundeten Vereinen“, lobte Sukopp die Übernahme von Diensten durch Mitglieder anderer Vereine. Durch den Umzug des Feuerwehrhauses ans Ortsende sei die Logistik für die Kerb aufwendiger geworden, das werde aber durch die motivierten Helfer kompensiert. Die Vockenhäuser Hexen seien fast schon Feuerwehr-Inventar, unverzichtbar und immer fleißig dabei. Doch auch die Feuerwehr Eppstein und der Eintracht-Fan-Club „Eppsteiner Adler“ übernahmen Aufgaben an Grill und Theke. „Wir helfen hier unseren Freunden, es ist schön, dass wir ein Teil hiervon sind“, darin waren sich der Eppsteiner Feuerwehrmann Benedikt Diez und Heiner Benz von den Eppsteiner Adlern einig. Aus Bremthal unterstützte die Kerbegesellschaft Amor ihre „Kerbegeschwister“ bei der Feuerwehr Vockenhausen. „Hier in Vockenhausen sind wir, im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen, nicht so tief in Traditionen des Kirchweihfestes mit Gottesdienst, Kerbebaum, Schlackes und Kerbbeerdigung verwurzelt. Unser Fest richten wir in erster Linie für die Menschen im Ort aus“, erklärte Sukopp, warum die Feuerwehr dieses Jahr keinen Kerbebaum gestellt hatte.

Wegen der wochenlangen Trockenheit war es bis zum Schluss unsicher, ob das geplante Höhenfeuerwerk stattfinden könne. „Aktuell sind wir in Eppstein bei Waldbrandstufe vier. Bereits ab Stufe drei wäre das Zünden eines Feuerwerkes als grob fahrlässig einzustufen. Nur ein stundenlanger ausgiebiger Regen in der Nacht zum Montag hätte unser Feuerwerk retten können“, warb Sukopp um Verständnis, dass in diesem Jahr das funkensprühende Funkeln am Himmel ausfallen musste. Die Kerb war trotzdem ein rauschendes Fest und viele freuen sich schon auf die Beachparty am 10. September vor dem Feuerwehrhaus.ffg

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