Gefährlicher Schulweg

Immer mehr Schüler müssen gleichzeitig über die B455 – bei schmalen Bürgersteigen und kurzen Ampelphasen. privat

Ein gutes Dutzend Schulkinder sind in den neuen Wohnstraßen „In den Amtmannswiesen“ und „Am Schwarzbach“

herangewachsen oder kommen aus Gimbacher Straße und Müllerwies und überqueren morgens auf dem Weg zur Schule und später auf dem Heimweg die viel befahrene B455 in Höhe der Staufenstraße und Burgstraße. Vor allem, wenn mehrere Kinder in Reihen die Bundesstraße überqueren, reicht die Grünphase für Fußgänger nicht aus, haben Eltern beobachtet.

Eltern setzen sich für sicheren Schulweg an der B455 ein

In der Regel begleitet deshalb ein Erwachsener die kleine Horde zumindest bis sie die Hauptverkehrsstraße sicher überquert hat, berichtet Magnus Eckert, der ebenfalls seinen Sohn, der jetzt in die zweite Klasse kommt, ein Jahr lang morgens begleitet hat. Allein im Neubaugebiet Am Schwarzbach kenne er sechs Familien mit mindestens zwei Kindern. Die älteren gehen bereits zur Schule, die jüngeren werden in den kommenden Jahren folgen.

Deshalb fordern die Eltern, dass Stadt, Regionale Verkehrsbehörde und das hessische Straßenbauamt jetzt tätig werden, um die ihrer Meinung nach hoch gefährliche Situation bei der Überquerung der Bundesstraße zu entschärfen und haben auch Schulleitung und Elternbeirat der Burg-Schule auf ihrer Seite: Ihrer Ansicht nach ist die Grünphase zu kurz, die Bürgersteige zu schmal, die Geschwindigkeit mit Tempo 50 zu hoch. Sie schlagen deshalb eine Verlängerung der Ampelphase vor, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30, ein durchgängiges Drängelgitter auf beiden Straßenseiten, einen „Tempo-Smiley“ in beide Richtungen, der die Autofahrer zum langsameren Fahren animiert, und Warnschilder, die auf Schulkinder aufmerksam machen.

Sprecher Magnus Eckert war zunächst zu einem Ortstermin mit Vertretern der Behörden eingeladen, um dort die Bedenken der Eltern darzulegen. Dieses Gespräch wurde abgesagt, stattdessen trafen sich die Behörden ohne Öffentlichkeit, um die Situation in Augenschein zu nehmen. Die Eltern waren zunächst befremdet, weil man ihre Vertreter einfach ausgeladen hatte, hofften aber darauf, dass ihre Argumente auch schriftlich vorgetragen wirken.

Kurzfristig wird aber wohl nur eine ihrer Forderungen umgesetzt: Die Stadt will nach den Sommerferien ein elektronisches Geschwindigkeitsmessgerät in Höhe der Ampel installieren, zunächst in eine Fahrtrichtung und dann im Wechsel zur anderen. Für eine Begrenzung auf Tempo 30 seien auf der Bundesstraße die Voraussetzungen nicht gegeben, heißt es in einem Kurzprotokoll zum Behördentermin, die Richtlinien für Ampelphasen würden eingehalten und bislang sei dort noch kein Unfall mit Fußgängern vorgekommen. Eine Verlängerung der Grünphase für Fußgänger habe Auswirkungen für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Dennoch räumen die Behördenvertreter ein, dass mit dem bereits für 2022 geplanten Bau einer neuen Ampelanlage auch andere Grünphasen umgesetzt werden können. Laut Eppsteins Ordnungsamtschef Stephan Euler habe sich die Stadt bereits mit der Verkehrsbehörde des MTK darauf verständigt, dass die Grünphase dann dort verlängert wird.

Die neue Anlage stehe auch in direktem Zusammenhang mit geplanten Maßnahmen für die Ausfahrt der Rettungswache an der Fischbacher Straße, heißt es in dem Protokoll. Laut Euler gebe es mehrere Optionen für eine eigene Lichtanlage an der Rettungswache, aber noch kein Konzept.

Für eine Verlängerung des Drängelgitters in Höhe der Treppenanlage An der Hohl Richtung Ampel sei der Bürgersteig zu schmal. Auf der Straßenseite gegenüber könnten Fußgänger auch auf den Grünstreifen ausweichen. Aber immerhin wolle Hessenmobil bei der in einigen Jahren anstehenden Erneuerung der Bundesstraße prüfen, ob der Bürgersteig verbreitert werden könne.

Das Fazit der Eltern: Die mobile Geschwindigkeitsmessung sei zumindest ein kleiner Schritt zur mehr Sicherheit und, dass mit der neuen Ampel auch längere Grünphasen eingerichtet werden sollen, „lässt uns zumindest hoffen“, meinte Magnus Eckert.

Und die gewünschten Warnschilder „Achtung Kinder“ für jede Straßenseite, hatte die Stadt auch noch übrig. Wie berichtet, spendete die Bürgerstiftung gerade zehn neue Schulweg-Figuren, die beim Bauhof auf ihren Einsatz warteten…bpa

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