Frühlingserwachen auf der Burg

Einen Hauch von Frühlingsgrün auf der Burg hat der Ehlhaltener Fotograf Walter Adler auf seinem Spaziergang rund um Eppstein für uns eingefangen.Foto: Walter Adler/adler-photoart.de

Der Jahres-Kalender für Veranstaltungen auf und unterhalb der Burg ist gerade noch rechtzeitig fertig geworden vor dem Saisonauftakt, dem Osterspaziergang am Ostermontag. Der ist mit über 80 Anmeldungen längst restlos ausgebucht – vielleicht auch wegen des schaurigen Themas „Verliese, Gerichte und Galgen“.

Märchenhaft wird es während Oster- und Sommerferien für Kinder mit den Märchenführungen von Sonja von Saldern. Nach Ostern heißt das Motto „Die Tiere sind los“.

Zum Auftakt in sein Jubiläumsjahr lädt der Burgverein am Freitag, 26. April, zum Mittelalteressen in die Kemenate der Burg ein und feiert aus Anlass seiner Gründung vor 50 Jahren am Himmelfahrtstag, 9. Mai, ein Fest der Vereine. Auch für die Sonderausstellung zum Internationalen Museumstag zur „Rettung einer Ruine“ unter dem Titel „…das verwüstete, verfallene Schloss Eppstein“ hat der Burgverein Mittel zur Verfügung gestellt.

Laut Museumsleiterin Monika Rohde-Reith markiert der Kauf der Ruine vor 200 Jahren durch einen italienischen Freiherrn das Ende der Zerstörung der Burg. Kurz danach beginnt die romantische Verklärung der Ruine und um 1900 die Sicherung und Erforschung der alten Mauern. Mit der Gründung des Burgvereins 1974 engagieren sich zunehmend Bürgerinnen und Bürger für die Sanierung.

Zum Radrennen am 1. Mai erwartet die Stadt etliche Zaungäste, auch wenn sie dieses Jahr kein Streckenfest organisiert. Aber die Gastronomie in der Altstadt hat geöffnet. Die Europawoche in Hessen feiert die Stadt mit dem Märchentag auf der Burg – Ein sehenswertes Spektakel für große und kleine Märchenfans.

Der Startschuss für die Burgfestspiele fällt am Samstag, 28. Juni – auch dieses Jahr mit der Premiere des neuen Stücks der Burgschauspieler. „Sgagnarelle oder Der Heiler wider Willen“ ist eine in Deutschland weniger bekannte Komödie von Molière.

Das Jahr auf der Burg von Mundart bis Faktencheck

„Wir haben die Dialoge ziemlich entschärft und den Humor für Frauen angepasst“, verrät Schauspiel-Chefin Juliane Rödl. Das Molière-Stück wird in Mundart gespielt, aber nicht in irgendeiner: „Die neun Darsteller sprechen den Dialekt, den sie aus ihrer Heimat kennen“, sagt Rödl: „Es gibt oberpfälzer und fränkische und sogar die feinen Unterschiede zwischen Eppsteiner und Ruppertshainer Mundart zu hören.“ Viermal wird das Stück auf der Burg aufgeführt. Auch bei den anderen Festspielaufführungen sind die Burgschauspieler dabei: Mit ihrem Gastro-Team in der Juchhe bei der Bewirtung der Gäste und der anderen Darsteller. Im Ostzwinger organisiert die Stadt die Bewirtung mit Hilfe der Eppsteiner Vereine.

Der Burg-Lauf der TSG Eppstein über die altdeutsche Meile (7,7 Kilometer) am Vortag der Burgfestpremiere, Freitag, 28. Juni, lockt erfahrungsgemäß Läufer aus der ganzen Region.

Im Juli folgen Festspiel-Auftritte der Grupo Maloka, fünf Musikern mit internationalen Wurzeln, des Barock am Main-Ensembles mit der Farce „Der Geizige“ und eine Theateraufführung für Kinder. Das L’Una-Theater zeigt Otfried Preußlers Geschichte „Die kleine Hexe“. Das Rheingau-Taunus-Konzert der Opera Piccola bringt unter dem Titel „Zwischen Wald und Reben“ Beiträge aus Pop, Chanson, Musical, Operette und Oper.

Der Tod von Opern-Chefin Romana Vaccaro im Januar war ein Schock für viele Opern-Freunde. Umso dankbarer, so Bürgermeister Alexander Simon, sei er, dass Ehemann Michael Vaccaro sich entschieden habe, die Freiluftaufführungen weiter zu veranstalten. Diesmal kommt die Opera classica Europa mit Mozarts Oper „Così van tutte“.

Zum Abschluss der Burgfestspiele sind zwei Kabarettabende vorgesehen: Stephan Bauer kommt am Freitag, 26. Juli, mit seinem Programm „Ehepaare kommen in den Himmel – in der Hölle waren sie schon“. Der Wissenschaftskabarettist und Physiker Vince Ebert bringt am 4. August auf Einladung des Mitveranstalters Kulturkreis Eppstein (KKE) sein Programm „Vince of Change“ auf die Bühne. Leichte sommerliche Kost verspricht der Kino-Sommer am Freitag, 2., und Samstag, 3. August.

Der Kartenvorverkauf für fast alle Veranstaltungen hat bereits begonnen. Außer im Online-Verkauf über www.frankfurt-ticket.de, gibt es Karten im Bürgerbüro am Stadtbahnhof. Weitere Infos über Vorverkaufsstellen gibt es über www.eppstein.de und im Veranstaltungskalender, der in vielen Geschäften und an öffentlichen Orten ausliegt.

Mit dem Burgfest am letzten Augustwochenende wird die zweite Saisonhälfte auf der Burg eingeläutet: In einem Vortrag am Freitag, 23. August, „So schwand die Herrlichkeit dieser alten Feste“ wird Untergang und Bewahrung von Burg Eppstein thematisiert. Am Samstag wird zünftig gefeiert mit „Speis, Trank und Musik“, am Sonntag ist Familientag mit Ritterlager und Jazzfrühschoppen und einem Programm für Kinder zum Mitmachen und Zugucken.

Neu im Programm ist eine Führung am 31. August mit Kräuterhexe Gabriele Wittich über „Süßdolde und Eberraute“ und andere Heilkräuter, die bereits im Mittelalter genutzt wurden. Weiter geht es mit Pfarreimesse im Burghof und Kaisertempelfest des Verschönerungsvereins am 1. September.

Unter dem Titel „Zu Füßen der Burg“ wirbt die Stadt für Veranstaltungen in der Stadt: Die Leselandreihe im Rahmen des Literaturfestivals Hessen startet am Freitag, 6. September, mit einer Lesung von Bärbel Schäfer aus ihrem Buch „Avas Geheimnis: Meine Begegnung mit der Einsamkeit“. Am gleichen Wochenende lädt der Gewerbeverein IHH zum Weinfest in der Altstadt ein. Am Tag des offenen Denkmals am 8. September heißt es auf der Burg wieder „Alles muss raus!“ beim Herbstmarkt mit buntem Angebot und Kräuterernte im Altangarten.

Führung und Weinverkostung verspricht eine Veranstaltung des Burgmuseums am 21. September mit Maria Antonia Speck über historischen Weinbau der Herren von Eppstein.

Der Herbstspaziergang ist diesmal unter dem Stichwort „Faktencheck“ wichtigen Quellen gewidmet: im Mittelpunkt stehen „100 Jahre Eppsteiner Zeitung und 100 Jahre Stadtarchiv Eppstein“ mit einer Zeitreise ins Jahr 1924. Die Spaziergänger treffen auf den Gründer der Eppsteiner Zeitung, Franz Löber, und auf den ersten Burgkonservator Franz Burkhard, der auf der Burg ein Stadtarchiv anlegte und Schriftstücke aus Eppstein sammelte.

Diese Originalquellen sind seit 100 Jahren öffentlich einsehbar und zeigen, wie es um die Pressefreiheit in der Weimarer Republik bestellt war.bpa

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