Fels mit Fangnetz gesichert

Mario Bilic (vorn) und Zeljko Peran bereiten die Bohrlöcher im Burgfelsen neben der Talkirche vor. Foto: Julia Palmert

Mit Hängen und instabilen Felsen hat Eppstein einige Erfahrungen: So wurden in den vergangenen Jahren etwa die hohen Felsen am Eppsteiner Bahnhof, am ehemaligen Busbahnhof, eine Steilwand in der östlichen Burgstraße, der Felsen hinter der Feuerwehr in der Rossertstraße und ein Hang in der Gimbacher Straße mit stabilen Netzen gesichert.

 

Im Halsgraben und für den Felsen hinter dem Verlagshaus der Eppsteiner Zeitung empfahlen die Fachleute der Firma Geo International jetzt eine andere Lösung: meterhohe Fangzäune, die in fünf bis sechs Meter Höhe mit Metallankern am Felsen befestigt werden. An den zerklüfteten Felsnasen, die sich rund um den Burgfelsen zeigen, lassen sich Netze kaum stabil befestigen. Da seien Fangzäune praktikabler, sagt Geo International-Inhaber Professor Johannes Feuerbach. Außerdem sind sie aus Sicht der Naturschutzbehörde die bessere Lösung und abgesehen davon auch noch günstiger. Rund um den Fangzaun werde sich die Vegetation wieder ausbreiten, versichert Feuerbach.

Knapp 60 000 Euro kostet die Hangsicherung rund um den Burgfelsen laut Bauamtsleiter Michael Durchholz, Planungskosten und Vorarbeiten am Hang, weitere 40 000 Euro. Die größte und teuerste Maßnahme gilt der Sicherung der überhängenden Felsnase in der Wooganlage. Dort ist der Fels besonders zerklüftet und zeigt, anders als die relativ glatten Felswände rechts und links davon, eine unruhige Struktur. Solche extremen Faltungen und unterschiedliche Schichten im Gestein seien typisch für den Taunusfels, sagt Feuerbach. Deshalb wird das Gestein geprüft, bevor gebohrt wird. Zum Beispiel, wie kompakt der Felsen ist. Ist der Stein zu locker, fällt das Bohrloch zusammen. Das Problem lässt sich zwar lösen, treibt aber die Kosten in die Höhe.

Bis zu sechs Meter tief werden die Stahlanker in den Fels getrieben. Daran wird auf einer Länge von 16 Metern ein drei Meter hoher Stahlzaun befestigt. Das Material ist so massiv und mehrfach gegen Rost geschützt, dass es, je nach Witterung, 50 bis 100 Jahre Bestand haben soll. Im Notfall stoppt dieses Netz 20 Tonnen schwere Steinbrocken, die aus bis zu 10 Meter Höhe herabstürzen – zum Beispiel zwei wuchtige Felsbrocken, die in großer Höhe nur noch von einem Baumstumpf gehalten werden. Vom Abtragen des losen Gesteins halten die Experten nicht viel: Das schwächt den darunter liegenden Stein und destabilisiert die höheren Lagen.

Im Oktober will die Stadt den Weg durch die Wooganlage wieder frei geben. Bereits fertig ist ein kleinerer Fangzaun neben dem Weg unmittelbar unterhalb der Ostseite der Burg.

Ein weiterer, etwa zwei Meter hoher Zaun wird im Lauf der Woche in einer Höhe von gut sechs Metern am Burgfelsen hinter dem Verlagshaus angebracht. Weil dort nicht genug Platz für große Maschinen ist, müssen die Arbeiter die Stellen für die Stahlanker an einem Seil hängend mit einem Presslufthammer vorbohren. Für die eigentlichen Bohrlöcher wird eine Hydraulik-Lafette eingesetzt. bpa

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