Enten mit Spannung erwartet

Gespannt warteten vor allem die Kinder unter den Zuschauern auf die ersten Enten. Foto: bpa

Von so vielen begeisterten Zuschauern und Zurufen können manche Sportler nur träumen: Hunderte Zuschauer säumten Brückengeländer und Brüstungen am Dattenbach, um die knapp 600 gelben Plastikenten anzufeuern, die am Sonntag zur Mittagszeit in Höhe des Rathauses zum Entenrennen des Lions Clubs mit Schwung ins Wasser gesetzt wurden.

Der neue Lions-Präsident Enrico Prinz begrüßte die Zuschauer auf dem Spielplatz Am Dattenbach zum ersten Entenrennen nach zweijähriger Pause. Er freute sich über den großen Zuspruch: Über 600 der insgesamt 1000 Enten wurden verkauft zu 3 Euro pro Ente. Am Zieleinlauf war die Nachfrage nach Getränken und Gegrilltem enorm. Der Erlös aus der Aktion ist für den Waldlehrpfad in Bremthal und das Hospiz in Flörsheim bestimmt.

Wegen des niedrigen Wasserstands bewegten sich die Enten nach dem Start eher gemächlich voran. Die nummerierten und zum Teil kunstvoll verzierten Enten wurden am Ende der Bachunterführung zwischen den Brücken am Bündelberg und der Taunusstraße bereits mit Ungeduld erwartet, als Minuten nach dem Start endlich die ersten Kontrahenten aus der dunklen Röhre auftauchten.

Ganze Familien mit Kindern, Eltern und Großeltern begleiteten die Enten auf ihrem Weg durchs Goldbachtal. Die sechsjährigen Zwillinge Pina und Oskar aus Alt-Eppstein liefen aufgeregt zum nächsten Aussichtspunkt, um einen Blick auf das Teilnehmerfeld zu werfen. Der zwölfjährige Rafael aus Vockenhausen und die fünfjährige Hanna versuchten gar von der Brücke aus ihre Enten in dem Pulk zu erspähen.

Schönheitspreis für Burg-Ente und Friedensbotschafterin

Die achtjährige Lisa hatte zum ersten Mal eine Ente am Start, „obwohl wir schon seit acht Jahren in Eppstein wohnen“, stellte Vater Sven Winkel selbst ganz verwundert fest.

Auch das junge Schachtalent Savelij von der Eppsteiner Schachvereinigung suchte nach der „Mercedes“-Ente, die er zu Hause bemalt hatte. Mutter Raina Osipova freute sich, dass er wie etliche andere ukrainische Kinder einen Platz in der Intensivklasse der Burg-Schule bekommen habe.

Einige Anwohnerfamilien hatten es sich auf der gegenüberliegenden Bachseite mit Decken und Campingstühlen gemütlich eingerichtet, um Enten, die vorbeiflanierenden Besucher und die Jugendlichen der Vockenhäuser Feuerwehr im Bach zu beobachten. Der Feuerwehrnachwuchs stand, wie bei den früheren Entenrennen, in Gummistiefeln, mit Stöcken und Keschern ausgerüstet, entlang des Bachs bereit, um verirrte oder zwischen Steinen eingeklemmte Enten zu befreien.

Zieleinlauf war in Höhe der Goldbachstraße, wo die Lions-Mitglieder Ralf Herrmann und Justo von Hein kurz nach 13 Uhr die schnellste Ente aus dem Bach fischten. Sie gehörte Lena Harutjunjan, die kurz darauf den ersten Preis entgegennahm. Ulrika Sickenberger stand als „Backup“ mit Fangkorb hinter den beiden und hatte zunächst fast nichts zu tun, da die Enten gemächlich und meist einzeln eintrudelten.

Zwei weitere Lions notierten die Startnummern der ersten 20 Enten, die im Ziel eintrafen, damit die 13 Preise für die schnellsten Enten, darunter Eintrittskarten fürs Phantasialand, Kinopolis-Karten und Einkaufsgutscheine, korrekt vergeben wurden. Die Enten von Henry Klauß und Ulla Coeura kamen als zweite und dritte ins Ziel. Einen Kuschelbär als Trostpreis für die langsamste Ente erhielt Milian Mattheis. Enrico Prinz lobte das große Engagement der Lions. Weit über 30 Helfer waren im Einsatz, darunter auch viele Partner und Kinder der Lions.

Schon vor dem eigentlichen Rennen wurde auf dem Spielplatz am Rathaus die Entscheidung, wer die schönste Ente mitgebracht hatte, mit Spannung erwartet. Auf zwei langen Tischen posierten die Teilnehmer des ungewöhnlichen Wettbewerbs. Den beiden Juroren, diesmal Bürgermeister Alexander Simon und EZ-Redakteurin Beate Schuchard-Palmert, fiel die Wahl nicht leicht: Kunstvoll bemalte oder mit echtem Federkleid versehene Enten standen zwischen einer Lokomotive, die mit einem Tender und einem Schlot aus Filz beklebt war, und einer Giraffenente mit Halsverlängerung. Etliche Kinder hatten ihre Helden gestaltet: Neben Harry Potter mit Brille, Narbe und Zauberstab, posierten Batman und mehrere Eintracht-Frankfurt-Enten. Feen mit Spitzhut, Enten mit zarten Blumenkränzen oder rundherum mit einem Blätterkleid aus echtem Laub und zarten Blüten beklebt, wetteiferten mit der pinkfarbenen Lockenpracht einer Hippie-Ente oder Friedensenten, die „Stop the war“ forderten.

Auch die Eppsteiner Zeitung schickte wieder eine Ente an den Start. Nach „Zeitungsente“, „Super(wo)man“ oder geflügeltem Boten der vergangenen Jahre, schickten wir unsere Ente diesmal als zünftigen Wandergesellen mit traditioneller Kluft, schwarzer Ehrbarkeit und Hut auf die Reise.

Die Jury vergab schließlich den dritten Preis für die am schönsten gestalteten Enten, ein Malset, an Lukas Schulte aus Bremthal. Er hatte einen Burgturm auf den Rücken seiner Ente geklebt – „endlich ein Turm ohne Gerüst!“, das gab für den Bürgermeister den Ausschlag. Der zweite Preis, ein Tiger aus Plüsch, ging an die junge ukrainische Mutter Maria, die der Ente ihrer kleinen Tochter mit zarten Pinselstrichen und harmonischen Farben ein kunstvolles Federkleid verliehen hatte.

Den Hauptpreis, eine Aktion mit Abenteuerpädagoge Nas Röder, gewann Sina Lipsius für ihre mit Wimpeln geschmückte Ente, auf denen Sie eine doppeltes Statement verkündete: das Peace-Zeichen für Frieden in der Welt und „We love Epp 5“ für Eppstein und seine Stadtteile. Ein kleiner Marienkäfer aus Holz dümpelte auf einem Beiboot aus Papier in Regenbogenfarben hinterher. bpa

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