Zum Auftakt Ode an die Freude

Zum Auftritt der Liederkranz-Chöre fanden sich viele Zuhörer vor dem Hof in der Bornstraße ein.

Nach zwei Jahren Pandemie nutzten viele Bremthaler Vereine das Höfefest, um für den Aufbruch zu werben. Mit Erfolg. „Wir sind rundum zufrieden“, freute sich der Vereinsringsvorsitzende Andreas Geis, „auch wenn wir recht kurzfristig geplant haben und ein bisschen improvisieren mussten“.

So organisierte er noch am Samstag einige Mülltonnen vom Bauhof und hievte sie mit Ortsvorsteher Guido Ernst über den Zaun. „Die hatten wir nach so langer Pause glatt vergessen“, räumte Geis ein.

Pünktlich um 11 Uhr öffneten am Sonntag Höfe und Stände. Nach dem Auftakt mit der Band SaxAkkord zupften die Saitenspiel-Kinder der Musikschule auf dem Dorfplatz die Ode an die Freude, tanzten Reigentänze und verteilten zum Muttertag Rosen.

Auch der Asylkreis musste improvisieren. Der Main-Taunus-Kreis verweigerte als Betreiber der Flüchtlingsunterkunft in der Neugasse diesmal kurzfristig die Zustimmung, den Hof zu öffnen. Der Asylkreis zog mit seinem Angebot auf die Straße und baute ein Zelt mit Tischen und Bänken auf. Nachbarn öffneten eine Garage für den Stand mit selbstgenähten Taschen und luden den Gospelchor ein, die Tontechnik des Bernd Sangmeister-Trios mit zu nutzen.

So konzentrierte sich das Angebot in der Neugasse rund um die oberen Höfe. Neu dabei waren der Angelsportverein Bremthal. Vorsitzender Armin Hinek warb „für unser schönes Hobby in der Natur“. Er leitet die neue Jugendgruppe, auch die Aktiven will er motivieren. Die TSG Eppstein stellte die Burglauf-Strecke vor, begehrter waren an diesem Tag allerdings Bratwürste, Bier und „Muttertags-Erdbeerbowle“ am TSG-Stand in der Neugasse 1.

Wer der Spur der Vereine folgen wollte, bog dann in die Bornstraße ein, wo der BTTV zum Match gegen den Tischtennisroboter einlud und eine Cocktail-Maschine Marke Eigenbau Drinks wie „Green Atomic“ oder „Mars Attack“ automatisch mixte.

Reichlich Kreatives und „Glücksmomente“ beim Höfefest

Beim Liederkranz gab es nicht nur Wildbratwurst und Pilzpfanne, sondern auch eine gute Mischung Gesang von den Liederkranz- und Gastchören. Nebenan verteilte Heike Lemberg aus ihrer Zuckerwatte-Maschine die rosarote Leckerei. In allen Straßen und Höfen war Leierkasten-Spieler Gerardo anzutreffen, der die Kinder auch mit seinen Luftballonfiguren begeisterte. Vor dem ehemaligen Backhaus erklärten die Kerbeburschen in Kurzform die Geschichte der Apfelweinkultur und datierten den Beginn um 1600 in Frankfurt. Überall saßen und standen Menschen beieinander und genossen das zwanglose Wiedersehen.

Auf dem Dorfplatz gab es neben dem Eisverkäufer viel Selbstgemachtes: Gefäße von Manja Weber aus Beton, Leuchten, Spielzeug und Nützliches von Heinz Demel aus Holz, Schönes aus Keramik von Eva Pfund, Handgenähtes von Antje Ettemeyer oder Kathrin Kilb, beide aus Niederjosbach, Eppstein-Krimis und Fernweh-Schmöker der Eppsteiner Autorin Brina Stein und im Hof des Heimat- und Geschichtsvereins „Glücksmomente“ bei Bärbel Vogel und selbst gebackenen Kuchen der 14 Frauen vom Treffpunkt Bremthal. Seit über 25 Jahren, so Gertrud Pilz und Monika Seibert, treffen sie sich zu Ausflügen und Handarbeiten.

Dicht umdrängt waren die historischen Geräte des Heimat- und Geschichtsvereins. Vorsitzender Helmut Kleindienst erklärte dem neunjährigen Johann, der mit seiner Familie aus Hornau gekommen war, wie die „Büttenmaschine“, eine frühe Waschmaschine der Firma Miele, mit Handkurbel und Wäschequirl funktionierte. Ihm zur Seite stand Haydar Yilmaz. Der 59-jährige, gebürtige Türke fühlt sich beim Heimatverein gut aufgehoben, weil er viele der historischen Landmaschinen noch aus seiner Kindheit in der Türkei kenne und, so Kleindienst, „weiß, wie sie funktionieren“.

Vor der St. Margareta-Kirche bot Martin Annau Schlaufenweben an, „eine uralte Technik, die es schon im Mittelalter gab“. Wein und Brezeln stiftete die evangelische Emmausgemeinde. Mit dem Erlös helfen die Kirchengemeinden ukrainischen Flüchtlingen. Auf einer Wiese hinter dem Gemeindezentrum hatten Michael Kleindienst und Sophie Annau ein Zelt aufgebaut und erzählten, dass die Tage im Ferienlager auf der grünen Wiese für Kinder wie für Betreuer eine Bereicherung seien.

Etwas abseits in der Wiesbadener Straße 50a bot Learning by doing Lernspiele und Chilli-Eintopf an. In der Schäfergasse hatten die Helfer am Stand der SG Bremthal alle Hände voll zu tun: Pommes frites und Köttbullar, schwedische Hackfleischbällchen, fanden reißenden Absatz. Ein Plakat wies auf den Vatertagsfrühschoppen hin. Im Kreativ-Hof von Fotografin Miriam Castle-Weiss duftete es intensiv nach handgemachter Seife. Kikes Unverpackt-Laden hatte Einmachgläser mit Nüssen und Müslismischungen dabei, Schuhmacherin Riccovento und Coach Ramona Simpich versprachen „Lebensfreude“. bpa

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