18 Erdmännchen aus Ton zum Abschluss der Ferienaktion

Eine Erdmännchenkolonie aus Ton modellierten die Jugendlichen, die an der Abschlussaktion des Sommerferienprogramms der Jugendarbeiter Maike Baxa und Johannes Herr teilnahmen. „Der Vorschlag, mit Ton zu arbeiten kam von den Jugendlichen selbst,“ berichtete Baxa.

Mit 22 Anmeldungen war der Andrang groß bei Keramikerin Eva Pfund, die ihre kleine Werkstatt auf Hof Häusel betreibt. Krankheitsbedingt kamen am Ende 18 Jugendliche, meist Mädchen. Mit dem siebenjährigen Max als jüngstem und dem 15-jährigen Johannes als ältestem Teilnehmer waren auch zwei Jungen dabei.

Bei so vielen Teilnehmern, so Pfund, sei es übersichtlicher, wenn alle die gleiche Aufgabe erhielten. Beim Modellieren lerne man das Material gut kennen und könne eigene Ideen umsetzen. Erdmännchen seien zudem sympathische Tiere und ihre aufrechte Haltung eine kleine Herausforderung für die Jugendlichen, fasste Pfund ihre Überlegungen zum gewählten Motiv zusammen.

Mit flinken Fingern kneteten und formten beispielsweise Emma, Sana und Leonie ihre Erdmännchen nach Foto-Vorlagen und erhielten immer wieder praktische Tipps zum Verarbeiten des Tons und über Charakteristisches der kleinen Mangusten: Aufrechtes Stehen, spitze Nase, neugieriger Blick, schmale Schultern und Vorderfüße.

„Vielleicht heißen sie Erdmännchen, weil ihre Ohren anliegen wie beim Menschen“, vermutete Keramikerin Pfund und erklärte den Jugendlichen, dass die Figuren nach dem Antrocknen ausgehöhlt werden, damit sie im Brand nicht auseinanderbrechen. Die Mädchen kennen sich fast alle, entweder aus der Schule oder von anderen Ferienkursen, auch Baxa und Herr kannten die meisten der Teilnehmer.

Kamen vorigen Sommer noch 59 Teilnehmer zu den Ferienaktionen, waren es dieses Jahr schon 160. Viele der Teilnehmer hatten sich für mehrere Kurse angemeldet. Auch Jugendraum und Mädchentreff in der Verwaltungsstelle Bremthal haben, so die beiden, immer mehr Zulauf. „Inzwischen kommen Jugendliche aus fast allen Stadtteilen dorthin“, haben sie beobachtet. Auch die regelmäßigen Pop Ups, mobile, offene Treffpunkte mit Spiel- und Sportangebot in allen Stadtteilen, auch während der Ferien, hätten zur Bekanntheit beigetragen. „Dort nehmen auch viele Eltern die Gelegenheit wahr, uns anzusprechen“, haben die beiden beobachtet.

Während für die Ferienkurse Anmeldungen notwendig waren, können die Jugendlichen zu den Pop ups spontan kommen. Ein gutes Dutzend Kurse hatten die beiden während der Sommerferien vorbereitet. Mit 20 Teilnehmern war das Arbeiten mit Ton der zahlenmäßig größte Kurs. „Bei den anderen, wie Kajak- und Mountainbike-Fahren, Kochen und Henna-Tattoos, Bogenschießen und Stadtrundgang gab es räumliche oder organisatorische Grenzen“, berichten die beiden.

Im Garten der Villa Paderstein hatten sich alle Teilnehmer schnell an einen der vier bereit stehenden Tische gesetzt und arbeiteten entspannt und konzentriert mit den Modellierwerkzeugen, die Eva Pfund und Gabriele Sutor zur Verfügung gestellt hatten. Die ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Stadt arbeitet selbst seit vielen Jahren mit Ton und brachte braune Engobe für die Farbgebung der kleinen Skulpturen mit.

Engobe ist eine Alternative zur Glasur. Sie wird auf getrocknetem, aber noch nicht gebranntem Ton aufgetragen und gleich beim ersten Ofengang bis zu 1250 Grad Celsius hoch gebrannt. „Für mich ist das auch eine Premiere“, verriet Eva Pfund. „Ich glasiere normalerweise einen geschrühten Scherben“. So nennt man niedrig vorgebrannte Tonobjekte, die glasiert und ein zweites Mal hoch gebrannt werden. Mindestens 14 Tage werde es dauern, bis die fertigen Erdmännchen bei den Jugendarbeitern abgeholt werden können.

Schon nach kurzer Zeit stehen die ersten Erdmännchen zum Trocknen auf einem Tisch, einige spindeldürr und langgestreckt, andere behäbig und rundlich, aber alle mit neugierig aufgerichtetem Kopf und kleinen, wie Hände an den Bauch gelegten Vorderfüßen. bpa

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