Eppsteiner Extrem-Radsportler Elfter beim Bikepacking-Abenteuer

Abgekämpft und froh: Nicolas Falk am Ziel in Niederjosbach nach der Extremtour. Foto: privat

Abgekämpft und froh: Nicolas Falk am Ziel in Niederjosbach nach der Extremtour. Foto: privat

Der Eppsteiner Radsportler Nicolas Falk (29) kam bei seiner ersten Teilnahme („Rookie“) an der siebten Auflage des „Taunus Bikepacking“ über 1008 Kilometer, davon deutlich weniger als die Hälfte auf Asphalt, und mit fast 17 000 Höhenmetern gespickt, auf Anhieb als Elfter im Ziel an. Vater Dieter Falk fasste seine Beobachtungen am Seitenrand für die Eppsteiner Zeitung zusammen.

99 Starter, darunter elf Frauen, waren für diese Extremtour gemeldet. Zum 23. Juni kamen 44 ins Ziel, zwei sind noch unterwegs.

Um 16.30 Uhr am Donnerstag, 20. Juni, bestätigte der letzte Stempel von Veranstalter Jesko von Werthern aus Hofheim, im Hauptberuf leitender Redakteur bei der Fahrrad-App Komoot, in Falks Eventpass auf dem Campingplatz „The Eppstein Project“ in Niederjosbach die schwer fassbare Leistung: Ab dem Start am Sonntag, 16. Juni, um 9.16 Uhr hatte der 1,86 Meter große und nach der Tour nur noch 70 Kilogramm schwere Athlet gut 66 Stunden auf dem vollgepackten Rad gesessen. Schließlich steht das Event unter dem Motto „Selbstversorger“ – man muss alles dabei haben oder unterwegs einkaufen, um zu überleben, vom Zelt über Ersatzschläuche (Falk hatte zwei Platte) bis hin zu Trinkweste und Powerriegel. Die Strecke führte in vielen Windungen durch den Taunus, um den Teilnehmern und Teilnehmerinnen die schönsten Besonderheiten der Region vor Augen zu führen, und wird von Rhein, Main und Lahn begrenzt. Südlichster Punkt war das Rheinufer kurz hinter Rüdesheim, westlichster kurz vor Lahnstein, nördlichster Wetzlar und im Osten Köppern. Im wahrsten Sinne Höhepunkt der Strapazen war der Große Feldberg, nur eine Stunde vor der Zielankunft. 

„Bikepacking ist kein Rennen und keine kommerzielle Veranstaltung, sondern das, was jeder Fahrer daraus macht“, erklärt Organisator Jesko von Werthern auf der Website www.taunus-bikepacking.com. „Es kann eine Entdeckungsreise in die Region sein, eine Chance, die eigene Komfortzone zu verlassen, ein Abenteuer, eine Herausforderung, eine gute Gelegenheit, herauszufinden, was es für einen ist.“

Falk teilte seine Tagesetappen so ein, dass er sich 37,5 Stunden für Essens- und Regenpausen, aber vor allem für vier Übernachtungen gönnte, davon die erste im Schlafsack in einer Trauerhalle. Da diese Pausenzeiten deutlich länger waren als die einiger vor ihm angekommener Fahrer (darunter der schnellsten Frau Hannah Ghazi-Idrissi aus Innsbruck als Sechste in 93,5 Stunden Gesamtzeit), bedeutet Falks echt gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,25 km/h sogar den fünftbesten Wert. Dies bestätigt seine gute Platzierung beim diesjährigen Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ am 1. Mai, bei dem er die 103 Kilometer lange, anspruchsvolle Rennstrecke mit 2 Stunden 56 Minuten in den Top zehn Prozent der Meisterklasse 1 der Amateure (ab Jahrgang 1994) beendete. 

Weitere Vorbereitungen für das Bikepacking-Abenteuer waren bereits im vergangenen Jahr eine Fahrt von Barcelona nach Madrid über 650 Kilometer und 6500 Höhenmeter, ein 24-Stunden-Mannschaftszeitfahren im Juli  über die 25 Kilometer Nordschleife des Nürburgrings, von denen er fast sieben Stunden im Sattel saß (175 km mit fast 4000 HM), und im Frühjahr eine Tour in dreieinhalb Tagen aus Königstein in Sachsen nach Venlo in den Niederlanden.

Beendet wurde das Bikepacking-Abenteuer  mit einer Finisher-Party am Samstagabend auf dem Campingplatz. Der letzte der verbliebenen Fahrer, ein Südafrikaner aus Johannesburg, wird erst in einigen Tagen im Ziel eintreffen. Erster im Ziel wurde der Profisportler Robin Gemperle aus der Schweiz in 61,5 Stunden, der nur neun Stunden und 24 Minuten insgesamt ruhte. Von den 46 Finishern kamen sieben in unter 100 Stunden ins Ziel.

Nächstes Ziel von Nicolas Falk sind erneut die 24 Stunden am Nürburgring im Juli.     EZ

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