Zeit für Kita-Neubau drängt

Auf einem Grundstückszwickel, unmittelbar neben dem Sportplatz, will die Stadt einen vierzügigen neuen Kindergarten mit einer Kinderkrippe errichten. Foto: EZ-Archiv

Das eine tun, ohne das andere zu lassen – So fasste Sozialdezernentin Sabine Bergold die Auffassung der Stadt über die Schaffung neuer Betreuungsplätze sowohl für Kinder über drei Jahre als auch für die unter Dreijährigen im Sozialausschuss zusammen.

Ein Stadtverordneter der Grünen hatte die Frage nach dem Rechtsanspruch auf einen Kindergarten aufgeworfen und gefordert, dass vorrangig Kindergartenplätze gebaut werden sollen und der Bau von Krippenplätze eben warten müsse.

Dem widersprach Bergold mit dem Argument, dass der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für Kinder zwischen einem und drei Jahren bestehe – in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege. Sie wies außerdem darauf hin, dass es in Eppstein bislang immer Konsens mit allen Fraktionen gegeben habe, ausreichend Kinderbetreuungsplätze zu schaffen, damit alle Kinder, deren Eltern das wollen, auch einen Platz finden.

Sie machte auch in der Stadtverordnetenversammlung noch einmal deutlich, dass der Kindergarten An der Embsmühle dringend gebaut werden müsse. Dort soll ein vierzügiger Kindergarten für 100 über Dreijährige gebaut werden und eine Krippengruppe für unter Dreijährige. Da Genehmigungsverfahren in der Regel recht lang dauern, so Bergold, habe sie die neue Einrichtung in ihren Berechnungen bis 2024 noch nicht berücksichtigt.

Bergold geht davon aus, dass auch die Nachfrage nach den sogenannten U3-Plätzen steigt. Bislang liegt Eppstein bei Krippen- oder Tagesplätze bei einer Versorgungsquote von 37 Prozent und erfüllt damit die gesetzliche Quote von 35 Prozent sowie die Nachfrage in Eppstein, die noch darunter liegt. Es sei aber davon auszugehen, dass die Nachfrage steigt, betont Bergold und weist auf eine bundesweite Erhebung hin. Demnach fragen 49 Prozent der Eltern nach Krippenplätzen für Kleinkinder unter drei Jahren. In Hessen liege die Bedarfsquote bei 48 Prozent.

Größere Sorgen bereiten ihr derzeit aber die regulären Kindergartenplätze. Wie berichtet fehlen laut Berechnungen für die Jahre 2021 bis 2024 im gerade begonnenen Kindergartenjahr 89 Plätze, im kommenden Jahr 56 Plätze und für das Kita-Jahr 2023/24 weitere 23.

Da längst nicht alle Kinder eines Kindergartenjahres zum Stichtag am 1. September kommen, fehlen aktuell etwa 65 Plätze, schätzt Bergold. Die Stadt führe derzeit „gute Gespräche“, mit den Trägern und dem Jugendamt, das am Ende die Genehmigungen erteilt. Bergold ist zuversichtlich, dass spätestens bis November etwa 20 zusätzliche Plätze in Einrichtungen in Bremthal, Niederjosbach und Vockenhausen geschaffen werden. Dennoch gehen über 40 Kinder in Eppstein leer aus. Die Eltern werden dann an den MTK verwiesen, der mit ihnen eine Möglichkeit in einer anderen Kommune sucht.

Auf Dauer sieht Bergold darin nicht den richtigen Weg und dringt auf Planung und Bau des neuen Kindergartens An der Embsmühle. Denn auch die Prognosen für die nächsten zwei Jahre sind alles andere als zuverlässig. In ihren Berechnungen geht die Stadt davon aus, dass junge Familien vorrangig in Neubaugebiete ziehen. Über Familienzuzug in bestehenden Wohngebieten gibt es keine statistische Erhebung. Ziehen dort Familien mit Kindern ein, muss die Stadt reagieren und entsprechend mehr Plätze anbieten. Diese Kapazitäten will Bergold mit dem geplanten Kindergarten in Vockenhausen schaffen.bpa

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