Ultranet: Kran rückt an, Mast wird erhöht

Montage einer Masterhöhung für eine Gleichstromtrasse. Foto: www.amprion.net

Montage einer Masterhöhung für eine Gleichstromtrasse. Foto: www.amprion.net

Unabhängig von laufenden Klagen hat die Firma Amprion bei der Stadt angekündigt, im Mai mit dem Ausbau des Ultranet-Stromnetzes zu beginnen. Der Planfeststellungsbeschluss liege vor, teilte Bürgermeister Alexander Simon in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mit.

Um eine sichere Aufstellfläche für den Kran zu schaffen, wird ein Teil der Wiese in Höhe der Kreuzung Hessenring/ Valterweg in Bremthal geschottert, damit der Mast mit der Nummer 185 an dieser Stelle erhöht werden kann. Am Samstag, 30. Mai, wird der Kran aufgebaut, am Sonntag, 31. Mai, ein neues Zwischenstück in den Mast eingefügt. Am Montag 1. Juni rückt der Kran schon wieder ab. Im Seyenbachtal verlegt Amprion derzeit Stahlplatten als temporäre Wege. Dort werden die sogenannten Leiterseile für den Stromtransport ausgetauscht oder ertüchtigt.

Ultranet: Neue Leitungen schon im Mai

Bis August wird an diesen Leitungen gearbeitet. Danach, voraussichtlich bis Ende Oktober, werden die Stahlplatten wieder abtransportiert.

Parallel dazu hat der Verein UmweltschutzTaunus (UTeV) zusammen mit einigen Bürgern eine Fristverlängerung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erwirkt. Bis zum 6. Juli hat der Verein nun Zeit, seine Klagebegründung nachzureichen. Seit zehn Jahren setzt sich die Initiative für einen bürgerfreundlichen und landschaftsschonenden Ausbau des Ultranet-Vorhabens ein. Nach Meinung von UTeV hätte ein kooperatives Vorgehen der Bundesnetzagentur BNetzA mit Bürgern und Kommunen auch bei Ultranet zu wesentlich kürzeren Genehmigungszeiten geführt und die für die Energiewende wichtige Stromtrasse Ultranet wäre längst gebaut und in Betrieb.

Statt auf Vorschläge von Land, Kommunen und Bürgern einzugehen, definierte die BNetzA die völlig neuartige Technologie, Gleichstrom- und Wechselstromleitungen auf den gleichen, bestehenden Masten zu verlegen als „Bestand“ und folgte den Plänen von Netzbetreiber Amprion.

Der Verein UTeV hat für die Klage nun mehrere vereidigte Gutachter bestellt. Die Gutachten zur elektromagnetischen Strahlung, zu weiteren Emissionen der neuen Technologie und zur Umweltverträglich der Trasse und den von Gemeinden und Bürgern geforderten Verschwenkungen um Wohngebiete herum sprechen im Ergebnis davon, dass die BNetzA lediglich aus „Bequemlichkeit“ eine Zusammenarbeit mit den Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises und des MTK zu den geforderten kleinräumigen Verschwenkungen verweigert habe.

Die Gutachten zeigten klar auf, so UTeV-Sprecher Rainer Wegner, dass die von den Kommunen vorgeschlagenen, kleinräumigen Verschwenkungen mit einer überwältigenden Anzahl und Gewichtung der Argumente „vorzugswürdig“ seien. bpa

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