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Ultranet: Der Countdown für die Einspruchsfrist läuft

Bürgerinitiativen gegen die Ultranetplanung trafen sich mit FDP-Politikern unter der Hochspannungsleitung in Bremthal. Foto: B. Palmert-Adorff

Rund …

… 40 Betroffene versammelten sich am Dienstag unter der Hochspannungsleitung zwischen Hessenring und Valterweg in Bremthal, um mit der Bundestagsabgeordneten Bettina Stark-Watzinger, der Landtagskandidatin Stephanie Müller und dem Kreisbeigeordneten Johannes Baron, alle FDP, über die geplante Erweiterung der Überlandleitungen für Strom mit einer Gleichstromleitung zu diskutieren. Eingeladen hatte die Eppsteiner FDP, die auf den Ablauf der Einwendungsfrist am 20. August hinwies.

Das vom Netzbetreiber Amprion geplante Ultranet-Projekt, die neue Gleichstromleitung auf den vorhandenen Wechselstrommasten zu verlegen, ist wegen der Nähe der Trasse zu Wohngebieten umstritten. Die Bürgerinitiative Niedernhausen/Eppstein hatte Anwohner der Trasse aus benachbarten Städten und Gemeinden zusammengetrommelt: Von Hofheim-Wildsachsen bis Hünstetten-Wallrabenstein und natürlich aus Eppstein und Niedernhausen waren Anwohner der Trasse gekommen. Sie warfen der schwarz-grünen Landesregierung Untätigkeit vor und kritisierten, die Energiewende habe höhere Priorität als das Wohl der Bürger. Anders sei das Schweigen der Landesregierung zum Protest der Bürger und der kurzfristige Offenlegungstermin der etwa 3000 Seiten starken Unterlagen während der Sommerferien nicht zu erklären. „Wir fühlen uns ausgetrickst“, waren sich die Bürger einig. Am liebsten, so die Initiative, wäre ihnen eine Neuplanung mit Erdverkabelung, wie sie für Neutrassen vorgesehen sei. Ein Kompromiss innerhalb des Korridors von 1000 Metern sei akzeptabel, wenn der gesetzliche Mindestabstand für neue Trassen von 400 Metern eingehalten werde.

Die BI führt vor allem die Nähe zu Wohngebieten, die Angst vor Elektrosmog und die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sogenannter Hybrid-Trassen mit Gleichstrom und Wechselstrom auf einem Mast gegen die geplante Trasse an.

Der mit der Hybridleitung mögliche Dauerlärm werde ihrer Meinung nach noch nicht genug thematisiert, führte Stark-Watzinger als weiteres Argument an. Laut einigen Gutachten könnte der Lärmpegel der knisternden und knackenden Leitungen so hoch sein, dass er gegen das Lärmschutzgesetz verstoße. Sie sprach damit Burkhard Ortmann aus der Seele. Sein Haus sei gerade mal 22 Meter vom nächsten Strommast entfernt, sagte der Bremthaler. Den sogenannten Corona-Effekt beschreiben Experten wie das Geräusch von heißem Fett, das in einer Pfanne prasselt.

Die Bürgerinitiative Niedernhausen/Eppstein (BI) und die Stadt Eppstein laden für Dienstag, 14. August, um 19 Uhr im Rathaus I in Vockenhausen zum 5. Ultranet-Forum ein. Sie informieren über die bis zum 20. August möglichen Einsprüche. Außerdem will die BI den von Mitgliedern entwickelten Ultranet-Einspruch-Konfigurator vorstellen. Einige Initiatoren sind schon um 17 Uhr anwesend, um praktische Hilfe bei der Bedienung des Konfigurators zu geben, und falls möglich und gewünscht, die Einsprüche direkt zu versenden. Weitere Infos gibt es unter www.kein-ultranet.de.

Am Donnerstag, 16. August, diskutieren die Gremien der Stadtverordnetenversammlung. über die Bundesfachplanung. (Siehe S. 3). bpa

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