Trinkwasser beschäftigt Gremien

Wasser im Hochbehälter am Heinzberg.Archiv-Foto EZ

Das Thema Trinkwasser beschäftigte den Ortsbeirat Bremthal in seiner jüngsten Sitzung: Die CDU-Fraktion beantragte den Bau eines neuen Trinkwasserbrunnens zur Trinkwassergewinnung im Königsbachtal. Damit solle die Versorgung Eppsteins mit eigenem Trinkwasser langfristig gesichert werden.

Allein im Stadtteil Bremthal steige der Verbrauch an heißen Sommertagen auf 900 Kubikmeter an, durchschnittlich verbrauchen die rund 4500 Einwohner des größten Eppsteiner Stadtteils 500 Kubikmeter. Die zwei bestehenden Tiefbrunnen können diesen Bedarf nicht annähernd decken. Deshalb erhält Bremthal täglich etwa 300 000 Liter Trinkwasser aus dem Hessischen Ried. Der Fremdwasserbezug koste die Stadt rund 150 000 Euro pro Jahr, die durch den Bau eines eigenen Brunnens langfristig gespart würden, argumentiert die CDU. Hinzu komme, dass der Trinkwasserbezug aus dem Ried wegen des dort sinkenden Grundwasserspiegels zunehmend fragwürdig sei. Deshalb solle Eppstein seine Trinkwasserversorgung eigenverantwortlich sicherstellen.

Die CDU schlägt vor, die Fläche des bereits bestehenden, aber nicht mehr genutzten Brunnens im Königsbachtal genauer zu betrachten, da es dort bereits Wasserrechte für eine Oberflächenschürfung gebe und möglicherweise ausreichend Wasser für eine Tiefbohrung vorhanden sei.

Gleichzeitig beantragte die CDU, auch den Hochbehälter an der Wildsächser Straße zu erweitern, von derzeit zwei Kammern mit insgesamt 1000 Kubikmeter Volumen auf 1500 Kubikmeter. Insbesondere in den Sommermonaten könne mit der bisherigen Wassermenge der Bedarf nicht sichergestellt werden, heißt es in der Vorlage der CDU. Mit der zusätzlichen Kammer solle die Wasserversorgung dauerhaft sichergestellt werden.

Die Ideen, so Bürgermeister Alexander Simon, sollen in den kommenden Monaten eingehend untersucht werden. Simon sprach von einer ganzheitlichen Betrachtung, bei der auch der Vorschlag der FWG Fraktion einbezogen werden solle, die eine zentrale Wasserenthärtungsanlage oder mehrere dezentrale Anlagen fordert für die mit besonders hartem Wasser belasteten Versorgungsgebiete in Bremthal und Vockenhausen. Überall dort, wo Wasser aus dem Ried beigemischt wird, steigt der Härtegrad des Wassers deutlich auf bis zu 19,3 Grad deutscher Härte an.

„Falls wir einen neuen Brunnen bauen, brauchen wir keine Enthärtungsanlage“, sagte der Rathauschef, klar sei allerdings auch, dass weder der Brunnen noch eine dritte Kammer im Hochbehälter sofort gebaut werden können. „Das Thema ist hochaktuell und wird uns einige Jahre lang beschäftigen“, sagte Simon. Zunächst müssten die wasserrechtlichen Fragen geklärt und Untersuchungen zu einem möglichen neuen Brunnenstandort eingeleitet werden.

Die Daten, die die Stadt seit vielen Jahren zum Trinkwasserverbrauch sammelt, weisen laut Simon eindeutig darauf hin, dass die Wasserknappheit zunehmen wird. Deshalb sei ein zusätzlicher Vorrat in einer weiteren Kammer grundsätzlich sinnvoll – „allerdings dürfen wir Trinkwasser nicht länger als 24 Stunden bevorraten“, sagte Simon. Sämtliche Faktoren, auch die Kapazität der vorhandenen Eppsteiner Brunnen, müssten betrachtet werden. Dazu sei eine genaue Analyse notwendig. bpa

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