Steigende Corona-Zahlen: Unternehmer bangen

Mit Sorge beobachten Politik, Verwaltung und Wirtschaft die Entwicklung der Corona-Zahlen. Ein Lockwon wie im Frühjahr soll vermieden werden – dazu werden die Regeln für Abstand, Händewaschen und Alltagsmasken verschärft. Bild von Alexandra Koch auf Pixabay

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen gelten im Main-Taunus-Kreis demnächst weitere Kontaktbeschränkungen. Wie Landrat Michael Cyriax und Kreisbeigeordnete Madlen Overdick am Montagabend mitteilen, wird das durch die so genannte 7-Tage-Inzidenz erforderlich.

Sie hat inzwischen die Marke von 50 überschritten, die vierte Eskalationsstufe des Landes Hessen. Zudem habe sich die Verbreitung der Infektionen verändert; sie seien jetzt nicht mehr vor allem auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Gleichzeitig appelliert der Landrat an die Bürgerinnen und Bürger, Verantwortungsgefühl zu zeigen und die Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten.

Zu dem Paket, das der Kreis festgelegt hat, zählen Maskenpflicht in Gaststätten und eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Plexiglas-Visiere am Kinn gelten nicht mehr als anerkannter Mund-Nase-Schutz. Im öffentlichen Raum dürfen sich nur maximal fünf Personen oder zwei Hausstände treffen. Für öffentliche Aufführungen gilt eine Personenobergrenze von 100. Bei Hochzeits- und anderen privaten Feiern in öffentlichen oder gemieteten Räumen gilt eine Grenze von maximal 25, außerhalb geschlossener Räume von 100 Personen. In privaten Räumen wird eine Obergrenze von zehn Personen bei Treffen empfohlen. In Alten- und Pflegeheimen besteht für Mitarbeiter und Besucher durchgängig Maskenpflicht.

Die Regelungen des Kreises lehnen sich nach Angaben von Cyriax an Bestimmungen in Nachbarkommunen an: „Wir müssen in der dicht vernetzten Metropolregion zu einheitlichen Lösungen kommen“. Einen Schwerpunkt von Infektionen im Main-Taunus-Kreis gab es in den vergangenen Tagen in der Behinderteneinrichtung Antoniushaus in Hochheim mit 28 und dem Pflegeheim Kursana Domizil in Kriftel mit 32 positiv getesteten Personen. Das Gesundheitsamt stehe in engem Kontakt mit den Einrichtungen und habe Regelungen erlassen. Darüber hinaus gibt es den Angaben zufolge keine Schwerpunkte. Die Verbreitungswege seien „diffus“, so Gesundheitsdezernentin Overdick. In rund zwei Drittel der Fälle ließen sich Infektionswege nicht mehr nachvollziehen.

Beim Vorsitzenden des Eppsteiner Gewerbevereins, Markus Rösmann, laufen seit Bekanntwerden der Auflagenverschärfungen die Drähte heiß. Der Krisenmodus nimmt auch während seines Urlaubs in Südtirol kein Ende: „Alles, was in der Veranstaltungsbranche oder der Gastronomie mühsam anläuft, wird nun wieder in Frage gestellt. Die verschärften Schutzauflagen lassen individuelle Ausnahmen nicht zu“, kritisiert er, „und wirken sich bei etlichen Branchen quasi wie ein Berufsverbot aus. Das hat Folgen für die Liquidität,“ befürchtet Rösmann und fordert von der Politik – und zwar bis hinauf zum Bund – deutliche Entlastungen, beispielsweise bei der Aussetzung von Kreditrückzahlungen, die bisher für ein halbes Jahr gelten. „Ohne Einnahmen können auch solide durch Fremdmittel finanzierte Unternehmen laufende Ausgaben nicht stemmen“, mahnte er in Gesprächen mit Landrat Cyriax, sich für die Unternehmen in seinem Landkreis auf höchster Ebene einzusetzen.EZ

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