Standortsuche für den neuen Kindergarten

Auf der weiß umrandeten Fläche neben dem Sportplatz will die Stadt einen neuen Kindergarten bauen. Quelle: Stadt Eppstein

Seit über einem Jahr sucht die Stadt nach einem neuen Kindergarten-Standort, fand ihn zunächst auf dem Grundstück der katholischen Kirche in Alt-Eppstein und hat auch bereits einen Vertrag geschlossen.

Jetzt hat der Magistrat einen anderen Standort im Visier und strebt den Neubau eines Kindergartens auf einem städtischen Grundstück An der Embsmühle in Vockenhausen an.

Stadt will neuen Kindergarten An der Embsmühle bauen

Der Kita-Neubau soll nach dem Willen des Magistrats auf einem dreieckigen Grundstückszwickel zwischen der Straße An der Embsmühle und dem Fußballplatz gebaut werden. Vorteil dieser Fläche, so Bürgermeister Alexander Simon, sei die Möglichkeit, den Kindergarten bei Bedarf zu erweitern. Zunächst will die Stadt einen Kindergarten mit vier Gruppen für bis zu 100 Kinder bauen. Das Gelände biete jedoch die Möglichkeit für einen Anbau, beispielsweise für eine Krippe für Kinder unter drei Jahren.

Simon geht davon aus, dass auch die Anfragen für Krippenplätze in den kommenden Jahren steigen. „Darauf wollen wir vorbereitet sein“, sagt er. Schon jetzt steht die Stadt unter Zeitdruck, denn der Container für den erst im vorigen Sommer eröffneten Kindergarten im Eppenhainer Weg ist vorerst für zwei Jahre gemietet. Er bietet Platz für 50 Kindergartenkinder, eine Erweiterung ist nicht möglich.

Laut Berechnung von Sozialdezernentin Sabine Bergold für das aktuelle Kindergartenjahr, benötigt die Stadt jedoch weitere 53 Kita-Plätze zu den bereits vorhandenen Betreuungseinrichtungen. Die Situation sei aber nicht so brisant wie vor einem Jahr, betont Simon. Damals musste die Stadt quasi über Nacht Platz für 85 neue Kindergartenkinder schaffen und errichtete außer dem Container-Kindergarten einen Naturkindergarten Am Bündelberg.

Neubaugebiete und der Generationswechsel in bestehenden Wohngebieten lässt Eppsteins Einwohnerzahl steigen und damit auch die Zahl der Kinder. Aber nicht nur deshalb braucht die Stadt mehr Kindergartenplätze. Seit der Übernahme der Betreuungskosten für die ersten sechs Stunden pro Tag durch das Land seien die Anmeldungen in die Höhe geschnellt, führt Simon aus. „Kamen wir bisher mit einer Berechnung der Plätze für 92 Prozent der Kinder im Kindergartenalter aus, so müssen wir jetzt davon ausgehen, dass 100 Prozent der Kinder angemeldet werden“, erläutert Simon, warum die Stadt nicht auf den Kindergartenansturm vorbereitet ist.

Hinzu kommt die Suche nach einem geeigneten Standort. Verhandlungen mit den Sportfreunden und dem TSV über die Änderung ihres Nutzungsvertrags für das Sportgelände hat die Stadt, wie berichtet, bereits geführt.

Geeinigt habe man sich darauf, dass die Sportfreunde einen 15 Meter breiten Streifen an der Längsseite des Sportplatzes abtreten, obwohl ihr Nutzungsvertrag noch bis Ende 2022 läuft. Etwa acht Meter dieses Streifens betreffen den eigentlichen Sportplatz, weiter sieben Meter den für Zuschauer reservierten Grünstreifen. Außerdem treten die Vereine den Parkstreifen zwischen Sportplatz und dem Parkplatz der Feuerwehr an die Stadt ab. Die verpflichtet sich ihrerseits, den Vereinen jederzeit den Zugang zu ihren Vereinsanlagen zu ermöglichen. Denn auch der TSV will seine Anlage mit Tennisplatz, Boulebahn und Vereinsheim nicht freiwillig abtreten und führt über 500 Mitglieder als Argument an.

Die Stadt habe beiden Vereinen Pläne vorgelegt, das gesamte Areal in Bauplätze umzuwandeln, räumte Bürgermeister Alexander Simon ein, stelle diese Pläne jedoch vorerst zurück. Die Stadt strebe eine einvernehmliche Lösung an. Der Nutzungsvertrag läuft für beide Sportvereine noch bis Ende 2022. Fest stehe, dass die Stadt kein Geld für einen weiteren Kunstrasenplatz habe und den Sportplatz nicht sanieren werde. Derzeit nutzen die Sportfreunde den Platz mit einer Mannschaft, der Aufbau einer Jugendabteilung sei nicht absehbar. Dem TSV schlägt die Stadt als Kompromiss vor, anstelle des verbliebenen Tennisplatzes eine Boulebahn anzulegen und dafür die andere Spielfläche abzugeben

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens werden auch die Anwohner befragt. Ein Verkehrsgutachten sei ebenfalls notwendig, denn die Straße An der Embsmühle ist schmal und wegen einer Kurve in Höhe der Ausfahrt von Feuerwehr und Sportplatz unübersichtlich. Selbst wenn die Gremien zustimmen, rechnet Simon frühestens im Frühjahr 2022 mit einem Baubeginn. Bis dahin müssen Pläne ausgearbeitet und der Bebauungsplan, der eine Fläche für sportliche Nutzung ausweist, geändert werden. Auch im Regionalen Flächennutzungsplan muss eine Änderung beantragt werden. bpa

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14. September 2020 - 15:52

Vockenhausen-Ausverkauf: kein Platz für Jugendliche und Vereine

Die Umwandlung des Sportplatzes Vockenhausen, erst in den 70er Jahren mit kommunalem Geld und überregionalen Zuschüssen gebaut, ist eine Schmierenkomödie ohne gleichen.
Es gibt immer wieder Meldungen aus dem Rathaus, dass man den Sportplatz in Vockenhausen als Standort für dies und jenes prüfen wolle. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Der Sportplatz ist nach dem Willen der CDU-Oberen schon seit Jahren – wie ich in einer damals mit mir geführten, hitzigen Diskussion erfahren hatte – als Baugebiet und damit zur Geldmittelbeschaffung für die Stadt Eppstein vorgesehen.
Den Weg dahin hat man jedoch taktisch klug geebnet. Es wurde als erstes ein Parteisoldat als Ortsvorsteher installiert, der sehr selten auftritt und bisher keine großen Aktivitäten im Ort ausgelöst hat. Von hier war und ist also kein Gegenwind zu erwarten. Den derzeit aktivsten und einflussreichsten Verein, die FFW Vockenhausen, hat man mit einem neuen Feuerwehrhaus ruhig gestellt. Mit dem Bau des Feuerwehrhauses, das für die Kameraden der Feuerwehr dringend angeraten war, ging der vorherige Abriss der Kabinen und der Funktionsräume des Sportplatzes einher. Eine Win-win-Situation für die „Macher“, hatte man nun einen preisgünstigen Bauplatz und die endgültige Bebauung des gesamten Sportplatzgeländes eingeleitet.
Die gewollt kleingerechneten Kosten waren offiziell ursprünglich auf 1,8 Millionen veranschlagt. Die tatsächlichen Kosten beliefen sich am Ende auf über 4 Millionen Euro. Hierbei wurde noch eine erhebliche Summe durch eine Art „Bauaufsicht“ durch einige Kameraden der Feuerwehr eingespart. Die immense Steigerung ist nicht nur auf die Preissteigerungen im Baugewerbe und die schwierige Gründung des Gebäudes zurück zu führen. Nach Gutsherrenart hat der Bürgermeister, zum Beispiel nachdem der Rohbau fertig war, beschlossen eine Pelletheizung an Stelle der geplanten Nutzung der Sonnenenergie einzubauen. Die Sonnenkollektoren seien „unschön“ und den Nachbarn nicht zuzumuten. Das hätte man früher wissen können. Durch das Gebäude der Feuerwehr gibt es nun keine Blickachse zum Sportplatz mehr. Aus den Augen, aus dem Sinn. Auf die Möglichkeit Umkleidekabinen für den Sportbetrieb separat anzubauen wurde bewusst verzichtet. Dazu stehen momentan Container, welche jederzeit leicht abzutransportieren sind, zur Verfügung.
Jetzt plant man einen neuen Kindergarten auf dem Sportplatzgelände, obwohl die schmale Zufahrtsstraße für den zu erwartenden Verkehr nicht ausgelegt ist. Obendrein wird es bei Einsätzen der Feuerwehr, deren Zufahrt für die anrückenden Kameraden von der schmalen Straße abbiegt zu gefährlichen Situationen kommen. Hier ist nicht die Frage „ob“, sondern nur „wann“. Wie aus den Artikeln in der EZ und im HK hervorgeht, wird die Kita unter anderem hier geplant, da dies einiges an Verkehr bringt. Proteste von Anliegern gibt es auch (<=in Eppstein). Zwar gibt die schmale Straße wie erwähnt den Verkehr eigentlich nicht her, aber die Proteste der wenigen Anlieger sind bei weitem geringer als bei den „hartleibigen“ Alt-Eppsteinern.
Dass für den Bau der Kita acht Meter des Sportplatzes entfallen sollen und man erst später darüber entscheiden wolle, den Sportplatz als Baugebiet zu nutzen, ist einer offensichtlichen Salamitaktik geschuldet. Wie will man zukünftig auf einem Fußballplatz Fußball spielen, wenn auf einer Seite acht Meter fehlen? Bürgermeister Simon als ausgewiesener Fußballexperte wird die Frage sicher beantworten. Ergo ist die Bebauung des Sportplatzes längst ausgemachte Sache, was sich in den existierenden Bebauungsplänen ja auch manifestiert. Dann sollte der Bürgermeister und die CDU im Stadtgebiet dies auch offensiv vertreten und die Bürger von Vockenhausen nicht verarschen.
Ist der Sportplatz erst mal überbaut und die Millionen im Stadtsäckel kann als nächstes und letztes der Bolzplatz in der Mitte von Vockenhausen überbaut und somit der letzte Freiraum für größere Kinder und Jugendliche, aber auch für Festivitäten der Vereine, im Ortsteil Vockenhausen genommen werden. Das nenne ich sarkastisch „vorausschauende Arbeit im Sinne der Bürger“. Vielen Dank Herr Simon und vielen Dank „christliche“ Union.

Richard Prag, Vockenhausen

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