Neun neue Häuser und dichtere Bebauung am Steinberg

Das Wohngebiet Steinberg in Ehlhalten soll nach Norden hin erweitert werden.Foto: Stadt Eppstein

Fast fünf Jahre sind vergangen, seitdem der Magistrat die ersten Pläne für die Erweiterung und Änderung des Wohngebiets Steinberg am nordwestlichen Ortsrand Ehlhaltens vorgelegt hat.

62 Stellungnahmen von Anwohnern und Bürgern sind während der Offenlegung Ende 2017 eingegangen und 28 Stellungnahmen von Behörden. Jetzt legt die Stadt den überarbeiteten Entwurf für das bestehende Wohngebiet nördlich der Langstraße zwischen Nonnenwaldstraße und Kohlgrube vor, zunächst zur Beratung im Ortsbeirat Ehlhalten und am kommenden Dienstag, 27. September, im Planungsausschuss. Als nächster Schritt steht die zweite Offenlegung des Entwurfs bevor.

Er sieht Erweiterungsmöglichkeiten auf den bestehenden, bereits bebauten Grundstücken am sogenannten Steinberg vor. Damit will die Stadt ermöglichen, dass die recht großen Grundstücke besser ausgenutzt werden.

Streitpunkt zwischen Stadt und Anwohnern ist jedoch die geplante Erweiterung, ein etwa 5500 Quadratmeter großer Streifen für neun Grundstücke, die von Lindenkopfstraße, Auf der Zeil, Lenzhahner Weg und Gräfliche Straße aus erschlossen werden sollen.

Anwohner, die sich in der „Bürgerinitiative Steinberg“ zusammengeschlossen haben, aber auch von Naturschutzverbänden wie BUND und NABU kritisierten von Anfang an, dass mit der Erweiterungsfläche Natur- und Biotopflächen unwiederbringlich zerstört werden. Für die neuen Häuser würden wertvolle alte Bäume gefällt und ein in den vergangenen Jahren entstandenes Feuchtbiotop zerstört, befürchten Anwohner. Überhaupt sei der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern wegen der hohen Erschließungskosten unwirtschaftlich. Ehlhalten biete keine Infrastruktur und sei noch nicht einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Das bedeute, dass auch der Autoverkehr unweigerlich zunehme und die angrenzenden Straßen sowie die ohnehin überlastete zentrale Landstraße noch mehr Verkehr aufnehmen müssten.

Der Umweltbericht sei zu allgemein und unvollständig, sagen die Anwohner, einige werfen den Gutachtern sogar Befangenheit vor. Diese Vorwürfe weist die Stadt zurück. Ebenso den Vorwurf einer „Salami-Politik“: Einige Anwohner glauben in der Verlängerung von vier Wohnstraßen Richtung Norden schon Ansätze für künftige Erweiterungsmöglichkeiten Richtung Naturschutzgebiet zu erkennen.

Der Kreisausschuss hat zwar keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Erweiterung, weist aber darauf hin, dass die beiden Randflächen im Westen und Osten ökologisch bedeutsam seien.

Insofern verbuchen die Gegner des Neubaustreifens immerhin einen kleinen Teilerfolg: Ein etwa der Größe eines Grundstücks entsprechendes Areal unmittelbar an der nordwestlichen Grenze der Nonnenwaldstraße wurde aus dem Plangebiet herausgenommen.. Der Kreisausschuss bezeichnet das Areal als „landschaftsprägenden Ortsrandabschluss“ mit Laubbäumen.

Der Forderung, auch das Randgrundstück im Westen, unterhalb der geplanten Verlängerung der Lindenkopfstraße, aus der Planung herauszunehmen, folgte die Stadt nicht. Es handele sich nur um ein sehr kleines Grundstück, deshalb sei durch die Bebauung keine wesentliche Beeinträchtigung für das Feuchtbiotop in der Talaue zu erwarten, argumentiert die Stadt.

Im Lenzhahner Weg befürchten Anwohner, dass die Trinkwasserversorgung nicht ausreichend bedacht werde. Schon jetzt sei der Wasserdruck und der Wasserfluss am höchsten Punkt des Straßennetzes am Steinberg äußerst schwach. Künftig, so die Befürchtung, werde die Versorgung gar nicht mehr ausreichen. Gegen diese Befürchtung führt die Stadt ihre Bemessungsgrundlagen an, demnach fließe auch künftig ausreichend Trinkwasser auch bis in die Lenzhahner Straße. bpa

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
9 + 0 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.


X