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Neue Kita am Bienroth

An Vockenhausens Südhang im Eppenhainer Weg sollen kurzfristig Kita-Plätze geschaffen werden.    Foto: EZ

 

Die Auswahl an städtischen Grundstücken, die sich als Standort für einen neuen Kindergarten eignen, ist begrenzt. Die Wahl des Magistrats für einen Containerbau als Übergangslösung für 50 Kinder fiel deshalb auf eine Wiese zwischen Eppenhainer Weg und Tennisplätzen neben dem Fußweg zur Burg-Schule. „Wir mussten schnell handeln“, fasste Erste Stadträtin Sabine Bergold zusammen. Die Lage der neuen Einrichtung, so Bergold, ist günstig, fehlen doch gerade in Vockenhausen Kindergartenplätze.

 

Neue Kita am Bienroth – Konzept für Naturkindergarten vorgestellt

Die städtischen Planer wurden im März, wie berichtet, von einem Fehlbedarf von 80 Plätzen überrascht. Ursprünglich rechnete die Verwaltung damit, dass im Kita-Jahr 2019/2020 knapp 30 Plätze fehlen und entwickelte als kurzfristig umsetzbare Lösung das Konzept für einen neuen Naturkindergarten für 20 Kinder im Park Am Bündelberg. Der neue Containerkindergarten ist als Übergangslösung gedacht. Auch im darauffolgenden Kita-Jahr gibt es voraussichtlich im gesamten Stadtgebiet 40 Kita-Plätze zu wenig. Deshalb will die Stadt im nächsten Haushaltsplan Geld und Grundstück für den Bau eines neuen, wahrscheinlich vierzügigen Kindergartens bereitstellen, auch um die fünfte Gruppe im katholischen Kindergarten Vockenhausen aufzufangen. Diese Gruppe für 15 Kinder wird definitiv im Sommer 2020 geschlossen, teilte Bergold mit.

Wegen des krassen Missverhältnisses zwischen Berechnung und Realität hat die Stadt die sogenannte „Versorgungsformel“ von 85 auf 92 erhöht. Seit vielen Jahren ging die Stadt bei ihren jährlichen Berechnungen davon aus, dass im Schnitt 85 von 100 Eppsteiner Kindern eines Kita-Jahrganges eine Einrichtung in Eppstein besuchen. Dieses Jahr ist die Nachfrage so gestiegen, dass sie ihre Berechnungsgrundlage revidiert hat und nun davon ausgeht, dass 92 von 100 Kindern in Eppstein bleiben. Ein Grund dafür könnte, wie berichtet, die Kostenbefreiung für sechs Stunden sein. Da die Familien entlastet werden, melden Eltern, die bisher ihre Kinder, um Kosten zu sparen, am Arbeitsort untergebracht haben, ihre Kinder nun in Eppstein an. Das bedeutet auch, dass die Stadt ältere Kinder berücksichtigen und Eltern mit knapp dreijährigen Kindern vertrösten muss. Außerdem, so Bergold, zeigen die Einwohnermeldedaten, dass in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich viele Familien mit mindestens zwei oder drei Kindern in die Neubaugebiete gezogen sind.

Der Bedarf wird voraussichtlich noch steigen, wenn die Möglichkeiten zur Nachverdichtung im Bebauungsplan für den Südhang Vockenhausen ausgeschöpft werden. Derzeit gibt es in dem knapp 33 Hektar großen Wohngebiet aus den 1970er Jahren oberhalb der Straße Am Weingarten, zwischen Freiherr-von Ickstatt-Straße und Eppenhainer Weg gut 500 Wohneinheiten, künftig könnte sich die Zahl deutlich erhöhen, wenn die Stadtverordnetenversammlung der Neufassung des Bebauungsplans zustimmt. Der Kreisausschuss beispielsweise mahnt in seiner Stellungnahme zu diesem Bebauungsplan an, die derzeit dreizügige Burg-Schule in den nächsten Jahren mindestens fünfzügig auszubauen.

Liefertermin für den Kindergarten-Containerbau ist der 21. Juli. Einen festen Termin für die Eröffnung der beiden neuen Einrichtungen könne sie noch nicht nennen, sagte Bergold am Dienstagabend in einer Versammlung für Interessenten des neuen Naturkindergartens. Das neue Kita-Jahr beginnt am 1. August. Die gemeinsame Schließzeit der Kitas endet Mitte August. Die Eröffnungstermine beider Kitas hängen unter anderem davon ab, wie schnell die beauftragten Firmen arbeiten.

Außerdem könne keine der beiden neuen Einrichtungen alle Kinder gleichzeitig aufnehmen. Aus pädagogischen Gründen sei es notwendig, die Kinder sukzessive einzugewöhnen,sagte Esther Bulgrin von der DRK Familiendienste gGmbH, die die Leiterin der neuen Einrichtung, Kathrin Kilb, vertrat. Außerdem hofft das Team der Naturkita, dass nicht nur Dreijährige angemeldet werden, sondern auch ältere Kita-Kinder, die Freude an der Natur haben. Die Altersmischung sei für die soziale Entwicklung wichtig, sagte Erzieherin Rosie Fiedler. Anders als im Regelkindergarten verbringen die Kinder, mit Ausnahme des Mittagessens, die Zeit im Freien. Bewegung und Naturerfahrung sind zentrale Themen, ebenso gesunde Ernährung und Bildung. Soziale Kompetenz werde durch gemeinsame Erlebnisse erworben, Kraft und Ausdauer gestärkt, wenn die Kinder in Matsch und Schnee, bei Regen und Hitze auch einmal an ihre körperlichen Grenzen stoßen.

Noch läuft das Anmeldeverfahren. Mitte Juni werden die Plätze vergeben. bpa

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