Kaufabsichten eines Discounters verärgert Eigentümer und Stadt

Im Seyenbachtal bei Bremthal bestehen keine Pläne für die Erschließung von Gewerbeflächen.Foto: privat

Für reichlich Unruhe sorgte ein Discounter mit Kaufangeboten, die er Anfang November an Grundstückseigentümer im Seyenbachtal bei Bremthal verschickte. Das Unternehmen fragt darin die Verkaufsbereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer ab.

Die Anfrage sei für die Grundstücksbesitzer genauso überraschend gekommen, wie für die Stadt, teilte Bürgermeister Alexander Simon mit. Auch sie sei vorher nicht von dem Discounter unterrichtet worden. Erst als die Briefe mit der Kaufanfrage bereits verteilt waren, fragte das Unternehmen wegen eines Gesprächstermins im Rathaus an. „Das zeugt von keinem guten Stil“, urteilte der Rathauschef. Das Unternehmen habe um einen Termin gebeten, ohne über die Anschreiben an die Privateigentümer zu informieren. Die Stadt habe davon erst aus Anrufen einiger Eigentümer erfahren und weil sie selbst als Grundstückseigentümerin angeschrieben worden war.

Der Rathauschef spricht von einem „unglaublichen Vorgang“, durch den „eine gewisse Verwunderung und Verunsicherung“ entstanden sei. Die Eigentümer fielen aus allen Wolken, als sie den Brief in Händen hielten. Etliche meldeten sich verärgert bei der Stadt. Manche vermuteten gar, die Stadt habe bereits Pläne für eine Bebauung in der Schublade oder mauschele mit dem Unternehmen.

Deshalb stellte Simon in einem offenen Brief klar, dass das Gebiet, in dem das Unternehmen Grundstücke kaufen will, im Regionalen Flächennutzungsplan als „Regionaler Grünzug“ ausgewiesen sei. „Einen Bebauungsplan der Stadt Eppstein gibt es nicht“, bekräftigte Simon, eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans oder die Aufstellung eines Bebauungsplans seien nicht in Planung, „noch nicht einmal in Überlegung“, betonte er. Fakt ist, dass die Stadt im Jahr 2000 auf eine mögliche Gewerbefläche im Seyenbachtal verzichtete zugunsten des Gewerbegebiets West Am Quarzitbruch.

Simon ärgerte sich, „weil mit diesen Briefen etwas suggeriert wird, das zurzeit gar kein Thema ist“. So fragten sich einige Eigentümer, woher das Unternehmen ihre Adresse hatte. Simon betonte, dass die Stadt davon nichts gewusst habe. Er vermutet, dass das Amt für Bodenmanagement die Quelle für die Eigentumsverhältnisse ist.

Er habe sofort bei der Unternehmensleitung angerufen und seinem Ärger Luft gemacht, sagte Simon. Die Stadt habe den Discounter aufgefordert, sein „unabgestimmtes Vorgehen“ einzustellen. Denn normalerweise, so Simon, „läuft das eigentlich andersherum: Die Unternehmen fragen im Rathaus an, ob es eine Möglichkeit für eine Ansiedlung gibt.“

Der Konzern wiederum habe der Stadt mitgeteilt, dass er immer so vorgehen würden, signalisierte aber auch Verständnis für die Verärgerung der Stadt. Aus Sicht der Stadt bestehe jedenfalls Klärungsbedarf, sagte Simon, bisher gebe es jedoch noch keinen Termin. bpa

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