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Glasfaser-Jackpot für Eppstein

Die Luftaufnahme zeigt die weit verzweigten Eppsteiner Wohngebiete. Foto: Stadtarchiv 2011

Bürgermeister Alexander Simon nennt die Pläne der Deutschen Glasfaser eine Sensation, einen Jackpot für Eppstein und ein einmaliges Angebot, wenn die Eppsteiner sich darauf einlassen.

Eppstein hat die Gelegenheit, als erste Stadt im Main-Taunus-Kreis, Breitbandausbau mit kupferfreien Glasfaserleitungen bis in jedes Haus zu erhalten. Die Deutsche Glasfaser (DG), ein Unternehmen aus Borken, baut seit 2012 Glasfaser-Dirketanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen und setzt sich besonders für Breitbandversorgung in ländlichen Regionen ein.

In Eppstein will sie die knapp 7000 Haushalte ans Glasfasernetz anschließen und startet am morgigen Freitag mit ihrer Informationskampagne. Das Unternehmen verspricht eine echte Glasfaserstruktur und „Surfen mit Lichtgeschwindigkeit“, ohne herkömmliche Kupferkabel als Brückentechnologie, die das Signal auf den letzten Metern zum Haus abschwächen.

Simon versteht das Angebot als Gewinn für die Stadt und echte Wertsteigerung für jedes Haus in Eppstein. Wenn Interessenten sich nach Häusern in Eppstein erkundigen, rangiert nach den Verkehrsverbindungen, der Kinderbetreuung und den Grundstückspreisen die Frage nach der Internetgeschwindigkeit ziemlich weit vorn, sagt der Rathauschef. Mit dem Anschluss an das Glasfasernetz könnte Eppstein mit seinen 14 000 Einwohnern künftig „in Punkto Internetgeschwindigkeit problemlos jede Millionenstadt überholen“, sagt Projektleiter Mirko Tanjsek,

Das Angebot der Deutschen Glasfaser wäre ein Quantensprung in der Internetversorgung. Seit der Breitbandinitiative des Main-Taunus-Kreises kommen in den Eppsteiner Haushalten Internetgeschwindigkeiten von maximal 100 Megabyte (MB) an, mit der Supervektoring-Technologie lässt sich das an einigen Standorten ein wenig steigern. In der Regel werden die 100 MB längst nicht in allen Haushalten erreicht.

Die DG plant nun Glasfaserkabelbündel mit Übertragungsraten von bis zu einem Gigabyte in allen fünf Stadtteilen zu verlegen. Das sind gut 1000 MB. Die DG will verschiedene Übertragungsraten anbieten zwischen 200 MB bis 1 Gigabyte und garantiert diese Geschwindigkeiten. Wer sich bis zum 25. März 2019 für einen Vertrag mit der DG entschließt, bekommt den Hausanschluss ohne zusätzliche Kosten verlegt. „Das sind pro Hausanschluss Minimum 750 Euro“, hat Tanjsek ausgerechnet.

Eine Bedingung stellt die DG aber doch bei jedem ihrer Stadtprojekte: Mindestens 40 Prozent der Haushalte müssen sich vorab entscheiden, einen Anschluss zu bestellen. Dann beginnt die Deutsche Glasfaser mit der Detail-Planung und dem Bau.

Simon ist zuversichtlich, dass die Eppsteiner die Vorteile des Angebots erkennen.

Glasfaserkabel für schnelles Internet

Er habe sich vorab in anderen Städten erkundigt, wo die DG bereits tätig war, sagte Simon, und versichert, er habe „keinen Haken an der Sache“ gefunden.

Die Techniker der DG waren schon in Eppstein unterwegs und haben per Lasertechnik Straßenlänge, Hausanschlüsse und Abzweigungen berechnet und kommen auf gut 200 Kilometer Kabelstränge entlang der Grundstücke plus diverser Strecken von der Grundstücksgrenze zum Haus. Die Stadt will parallel zum Glasfaserausbau Geld für die Sanierung von Bürgersteigen bereitstellen. Dort, wo Bürgersteige sowieso repariert werden müssten, oder wo durch das Fräsen der DG-Techniker Schäden im Asphalt entstehen, wird der Bürgersteig erneuert.

Weder die zahlreichen Einfamiliengrundstücke, noch die weiten Strecken zwischen den Anschlüssen oder die steilen Grundstücke sind laut Tanjsek ein Hindernis. Der große Vorteil Eppsteins sei seine Lage an der Autobahn und damit an einer der wichtigsten Hochleistungsglasfaserstrecken Europas zwischen Frankfurt und Köln. Dank dieser Verbindung könne die DG an wichtigen Knotenpunkten anknüpfen. Dies garantiere optimale Übertragungsraten.

Die monatlichen Gebühren liegen im üblichen Rahmen. Im ersten Jahr betragen sie zwischen 24,99 und 89,99 Euro, je nach Übertragungsrate, Mobil- und Festnetz-Telefonangeboten. Außerdem gibt es Zusatzoptionen für digitales Fernsehen. Im zweiten Jahr kostet das günstigste Paket 44,99 Euro. Die DG rechnet damit, dass sich nur dann ausreichend Interessenten für den Glasfaser-Anschlussfinden, wenn die Menschen dafür nicht tiefer in die Tasche greifen müssen als bisher. Übrigens gibt es die Möglichkeit, zum Kupferkabel zurückzukehren. Das bleibt unangetastet.

Genaue Informationen über Angebot und Ausbau erfahren die Eppsteiner bei den Informationsabenden in den Stadtteilen: In Ehlhalten am Montag, 21. Januar, in der Dattenbachhalle, in Vockenhausen und Eppstein am Mittwoch, 24. Januar, im Bürgersaal in Eppstein,in Niederjosbach am Dienstag, 29. Januar, im Vereinssaal und in Bremthal am Mittwoch, 30. Januar, in der Comenius-Halle, jeweils um 19 Uhr. Außerdem will die DG einen Informationscontainer neben dem Rathaus I in Vockenhausen aufstellen. bpa

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Kommentare

Gewerbetreibende und Freiberufler bleiben leider ausgeschlossen

Für reine Privathaushalte scheint dies ein attraktives und zukunftsfähiges Angebot zu sein, ein Blick in die AGBs des Anbieters offenbart jedoch, dass auch schon die geringste gewerbliche Nutzung verboten ist und entsprechend sanktioniert wird. So heißt es im Punkt 5.10: "Der Kunde darf die Dienste der Deutsche Glasfaser nicht zu kommerziellen, freiberuflichen oder gewerblichen Zwecken nutzen und Dritten nicht zur ständigen Alleinnutzung oder zum gewerblichen Gebrauch überlassen ". Sehr schade!

Spezieller Tarif für Selbständige

Mit dem Tarif DG Professional bietet die Deutsche Glasfaser ein Paket für Freiberufler und Selbständige an für 49,99 € (ab dem 13.Monat 69,99 € netto). Dieses ist leider auf 200 MBit/s limitiert, enthält dafür aber eine Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz.
Leider ist die Zubuchung eines Fernsehpakets nicht möglich, so dass die Überlegung, damit einen Unitymedia Vertrag ersetzen zu können, hinfällig wird.

Nutzungsbeschränkungen

Im Zeitalter der Digitalisierung und 5G sind Selbständige und Gewerbetreibende mehr denn je auf eine Verbesserung des Netzzugangs angewiesen. Darüber hinaus gewinnt das Thema Home Office weiter stark an Bedeutung.
Wer solche Bedingungen anbietet hat die Bedeutung der Digitalisierung nicht verstanden. Da es sich bei der DG um ein Unternehmen handelt, dem die öffentliche Diskussion zu diesen gerade auch für die Wirtschaft wichtigen Themen von essenzieller Bedeutung nicht unbekannt sein dürfte, bleibt die Frage offen, welchen Zweck eine solche Einschränkung verfolgt.
Übrigens, wie ist der Punkt 5.10 im Falle der Vermietung von Wohnraum, Vereinen, Einrichtungen des öffentlichen Interesses und der Stadt selbst anzuwenden?
Die Begeisterung, die ich bei der Lektüre des Artikels zunächst empfand, hat sich stark relativiert und es bleibt nur zu hoffen, dass hier ein Irrtum vorliegt, der sich leicht aufklären lässt.
Ansonsten hätte ich eine objektivere und gut recherchierte Berichterstattung erwartet und insbesondere auch eine konstruktiv kritische Haltung der Lokalpolitik.
Im globalen Vergleich lebt Deutschland in Fragen der Digitalisierung hinter dem Mond. Einschränkungen dieser Art tragen dazu bei.

Gute Nachrichten

Das sind wirklich gute Nachrichten was den Breitbandausbau in unserer Stadt betrifft. Es ist nur zu hoffen, dass moeglichst viele diese Chancen erkennen und den Schritt wagen. Denke aber 40 Prozent Interessenten sollten schon zusammenkommen. Im Rahmen einer immer mehr angestrebten Flexibilisierung nicht nur der Arbeitswelt ist Internet mit diesen in Aussicht gestellten Datenraten fast schon ein Muss. Es wird immer davon gesprochen, dass sehr bald jedes einzelne Kuechengeraet seine eigene IP-Adresse besitzen wird. Nicht auszudenken, wenn im Homeoffice die Videokonferenz zusammenbricht, weil nebenan der Kuehlschrank eigenstaendig ein Pfund Butter nachbestellt...

Nachfragebündelung

Also wenn man sich auf der Seite der DG mal umschaut, sieht man das zur Zeit in jedem Ortsteil gerade 0% Nachfragebündelung herscht, da darf man gespannt sein...

Der Kühlschrank wird es nicht sein...

sondern eher die Netflix-Serie der Tochter, während zeitgleich der Sohnemann ein Film von Amazon Prime Video schaut. Dazu lädt der Thermomix (oder vergleichbar) neue Kochrezepte hinunter und ein weiteres Familienmitglied ist tatsächlich im Homeoffice. Blöderweise werden gerade die aktuellen Betriebsystemupdates von Windows und eine Aktualisierung des Virenscanners aus dem Internet gesaugt. Da will ich noch gar nicht von einer Videokonforenz sprechen. Die Tablets/iPads und Smartphones, die ebenfalls im heimischen WLAN aktiv sind fordern natürlich ebenso ihre Bandbreite. Die Jugendlichen laden vermehrt ihre Smartphonevideos in das Internet, von daher werden nicht nur höhere Download-, sondern auch die Uploadgeschwindigkeiten immer wichtiger. Das sind die Zeichen der Zeit, wer sie nicht erkennnt bleibt zurück! Frei nach Erich Kästner "Stillstand bedeutet Rückschritt!"

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