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Felsen wird mit 1000 Quadratmeter Stahlnetz gesichert

Ein Teleskopstapler bringt den Monteur in die richtige Position, um den Stahlnagel in das Loch im Felsen zu schieben. Foto: bpa

Ein riesiger Hydraulikbohrer treibt derzeit in regelmäßigen Abständen etwa 230 gut vier Meter tiefe Löcher in die Felswand am Altstadtparkplatz an der Bundesstraße.

In die etwa 10 Zentimeter dicken Löcher schieben die Monteure knapp 3 Zentimeter dicke Gewindestäbe aus Bewehrungsstahl und verpressen sie mit Beton im Hang. Mit dem Zement als Bindemittel wird Reibung und Druck aufgebaut, die die Stahlnägel im Felsen halten. Knapp 20 Tonnen trägt einer dieser Felsnägel. Sie stabilisieren den Felsen aus Taunusschiefer und halten das Stahlnetz, mit dem der rund 1000 Quadratmeter große Hang komplett überspannt wird.

Seit Anfang April ist die Felsbaufirma Salmen aus Meschede mit der Ausführung dieser Arbeiten an drei Felsen in der Altstadt beschäftigt. In den vergangenen Jahren stürzten immer wieder einmal, meist im Winter oder im Frühjahr, Steine und kleinere Felsbrocken herab. Betroffen waren die Felswände hinter der Feuerwehrgebäude in der Rossertstraße, in der Burgstraße vor dem östlichen Burgaufgang und die große Felswand an der Umgehungsstraße in Höhe des Altstadtparkplatzes vor der Einfahrt zur Burgstraße. Der Weg unterhalb des Felsens und die Parkplätze mussten gesperrt und der Felsen mit zwei zehn Meter tiefen Probebohrungen untersucht werden. „Die Situation war so gefährlich, dass wir reagieren mussten“, sagte Bürgermeister Alexander Simon. Eine dauerhafte Sperrung kam nicht infrage, deshalb, so Simon, „gaben wir Gutachten und eine Berechnung der notwendigen Maßnahmen in Auftrag.“ Knapp 500 000 Euro kosten die gesamten Arbeiten.

Zwei unterschiedliche Gutachter, Norbert Gündling und Professor Johannes Feuerbach, kamen zum gleichen Ergebnis: Der Eppsteiner Felsen, der aus geschichteten und zum Teil brüchigen Lagen Taunusschiefer besteht, muss verstärkt und mit einem feinmaschigen Unternetz und einem etwas gröberen Fangnetz bespannt werden, um Felsbrocken und Geröll aufzufangen. Gehalten werden die Spezialnetze, die von einer Schweizer Firma angefertigt werden, von Stahlplatten mit großen Überwurfmuttern. Die Netze sichern zwar den Hang, verändern aber nicht die Struktur des Felsens. Außerdem bleibt Platz genug für den Bewuchs.

Ähnlich gesichert wurden in den vergangenene Jahren die Felsen beim Bau des Parkplatzes am Bahnhof und an der Bundesstraße Richtung Bremthal und Fischbach. bpa

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