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Deutsche Glasfaser verlängert die Frist bis Mai

Die Glasfaser gilt als das Datenübertragungssystem der Zuknft.Bild: netzwerke.com

Die Deutsche Glasfaser (DG) wirbt, wie berichtet, seit Anfang des Jahres für den Ausbau des Glasfasernetzes bis ins Haus. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens 40 Prozent der Eppsteiner Haushalte sich für eines der Tarifangebote der DG entscheiden.

Bisher haben nur in Ehlhalten ausreichend Haushalte Interesse für einen neuen Glasfaseranschluss angemeldet. In Niederjosbach waren es zum Wochenende 38 Prozent. Die DG verlängert deshalb die Frist für die Nachfragebündelung für einen kostenlosen Glasfaseranschluss bis zum 4. Mai. Wie bei allen deutschen Telekommunikationsangeboten gilt der Neuabschluss für die Tarife für zwei Jahre. Danach können die Verträge gekündigt werden oder verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Konkurrenz belebt das Geschäft: Seit einigen Tagen beobachten aufmerksame Leser der Eppsteiner Zeitung, dass auch die Telekom auf Werbetour in Eppstein ist. Der Telekom-Vertriebspartner Ranger Marketing bestätigte, dass ihre Mitarbeiter zurzeit von Haus zu Haus unterwegs sind. Es handele sich um eine Regelvermarktung. Neukunden und neue Verträge für Bestandskunden binden dann für zwei Jahre an die Telekom.

In den sozialen Netzwerken und auf unserer Internetseite tobt seit Wochen eine erbitterte Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile des Angebots der Deutschen Glasfaser. Auf unserer Internetseite überwiegen die Befürworter. Sie bringen, insbesondere seit Ablauf der Frist, viele Argumente für den Ausbau vor, darunter auch viele Fakten, die sie im Internet recherchiert haben.

Der Vockenhäuser Frank Ickstadt beispielsweise hat die Kosten für die Investition der DG in ein Glasfasernetz recherchiert. Die mittleren Anschlusskosten betragen demnach etwa 1500 Euro pro Haushalt. Deshalb rentiere sich der Ausbau für ein Unternehmen erst nach 10 bis 15 Jahren bei einer Teilnehmerquote von 40 Prozent aller Haushalte. Ickstadt zitiert auch einen Unitiymedia-Berater aus Niedernhausen, dass sein Unternehmen erst bei einer Nachfragebündelung zwischen 35 und 50 Prozent ausbaue. Möglicherweise, so Ickstadt, schrecke das aktuelle Votum der Eppsteiner andere Investoren ab, womit sich das nächste Zeitfenster für einen Ausbau wahrscheinlich frühestens 2025 bis 2030 öffne. Das sind zumindest die Jahreszahlen, die Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir für einen geförderten Ausbau anführte.

Die Deutsche Telekom kündigt zwar an, von 2020 an nur noch Glasfaser bis ins Haus zu verlegen. Davon werden aber vermutlich erst einmal Neubauten profitieren. In bestehenden Wohngebieten wird es wohl noch lange Zeit unterschiedliche Standards des Glasfaserausbaus geben: Zu DSL, VDSL, FTTC und dem derzeit höchsten Standard FTTH, dem Glasfaserausbau bis ins Haus, gibt es noch Alternativen wie Satelliten-Internet oder mobiles Internet LTE. Der Ausbau des Mobilfunkstandards 5G setzt den Aufbau weiterer Mobilfunkmasten voraus – auch innerhalb geschlossener Ortschaften. Womit der nächste Konflikt abzusehen ist.

Ralf Haenlein aus Ehlhalten hält das Angebot der DG deshalb für eine einmalige Chance. Er schlägt sogar vor, dass die Stadt das Hauptkabel vorfinanziert. Für Glasfaser müsse weder ein besonders breiter, noch ein besonders tiefer Graben gezogen werden. Mit Hilfe neuer Verlegetechniken sei das Verlegen, vor allem außerhalb der geschlossenen Ortschaften kein Problem mehr. Er weist darauf hin, dass keiner der herkömmlichen Anbieter, nicht einmal Netzbetreiber Telekom auf dem aktuellen Leitungsnetz künftig die bestehenden Internetgeschwindigkeiten garantieren könne, denn spätestens hinter den Verteilerkästen der Telekom werden die Daten in der Regel über ein veraltetes und überfordertes Kupferkabelnetz weitergeleitet. Haenlein warnt: „Der Streit über Leitungskapazitäten hat bereits begonnen.“ Denn Verträge, die auf dem veralteten Leitungsnetz der Telekom basieren, garantieren nur Bandbreiten bis zu einer bestimmten Rate. Auf einem Glasfasernetz können die gebuchten Downloadraten garantiert werden.

Derzeit sind in Eppstein, je nach Wohngebiet, in der Regel zwischen 16 und 100 Mbit möglich. Nur in einigen Wohngebieten in Bremthal gibt es wegen des dort verlegten TV-Kabels Tarife mit höheren Raten. Aber auch dort stoßen die Anbieter an die Grenzen des Machbaren.

Ralf Haenlein vergleicht die neuen Techniken mit Hochleistungspumen, die immer mehr Wasser mit hohem Druck in alte Leitungen pressen und erklärt: „Übertragen auf das Internet heißt das, solange alle noch normal im Internet surfen, ist Kupfer ausreichend.“ Aber je mehr Neukunden angeschlossen oder höhere Bandbreiten gefordert werden, desto weniger bleibt für den einzelnen Kunden übrig. Besonders die zunehmend beliebteren Streamingdienste mit hochauflösenden HD- oder gar UHD-Filmen benötigen enorme Datenmengen.

Für den Angestellten, der für seine Firma per Standleitung im Homeoffice arbeitet, oder den Handwerker, der seine Büroarbeit abends erledigt, wenn auch alle Nachbarn Zeit haben, im Internet zu surfen, wird die alte Kupferleitung im wahrsten Sinn des Wortes eng. bpa

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Kommentare

Aktuelle Zahlen 12.4.19

Hier der aktuelle Stand der Glasfaser-Ausschreibung Stand 12.4.19:
Ehlhalten 46% (+2)
Niederjosbach 41% (+1)
Eppstein 30% (+3)
Vockenhausen 40% (+3)
Bremthal 25% (+1)
Nur Eppstein und Bremthal hängen noch hinterher.

Ich hoffe, dass es der DG genügt, wenn nun 3 der 5 Stadtteile die notwendigen 40% erreicht haben.
Leute, bitte sprecht mir Euren Nachbarn und lasst Euch diese einmalige Chance nicht entgehen !

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Haenlein

So langsam kommt Fahrt auf

Wie es scheint, läppern sich doch die angestrebten Prozente noch zusammen. Ich vermute, dass es am Ende in der Tat für den zumindest in den meisten Ortsteilen anstehenden Glasfaserausbau reichen wird. Die Frist läuft zwar noch, aber es wird eigentlich noch für die Spätentschlossenen Zeit, die Anträge einzureichen. Noch gilt die Zusage der DG, dass der Anschluss kostenfrei gelegt wird und auf alle Fälle bleibt, auch wenn man sich später doch noch für den Rückschritt auf die veralterte Kupferkabellösung (also Telekomtechnik) entscheiden sollte. Blöd halt, wenn man später beim Nachbarn sieht, wie fein und flott der DG-Anschluss funktioniert, man selbst aber nach Ablauf der Nachfragebündelung einen hohen Installationsbetrag zahlen müsste, um auf den gleichen Stand der Technik zu kommen ;-)
Ach ja, man kann, wenn man ohnehin online abschließen will, sich von einem Freund "werben lassen". Dabei kann die Werbeprämie geteilt werden. Jetzt gilt es. Gerade Eppstein (Zentrum) und vor allem Bremthal ist jetzt am Drücker...

Neuster Stand der Nachfragebündelung

Bremthal 25 %
Eppstein 30 %
Ehlhalten 46 %
Niederjosbach 41 %
Vockenhausen 40 %

Jetzt die Chance nutzen

Wir können sehr froh sein, dass die DG den Zeitraum für die Nachfragebündelung verlängert hat. So erhalten wir doch noch die Chance, die nötigen 40% zu erreichen.

JEDER der die Vorteile des Glasfaseranschluss - und des Angebots der DG - erkannt hat und diesen gerne Zuhause hätte, sollte nochmal in der Nachbarschaft dafür werben. Der GF Anschluss ist eine essentielle Infrastruktur für die nächsten 20 Jahre. Wer hier nicht dabei ist, wird irgendwann abgehängt. Auch wenn heute 50 MBit für fast alles ausreichen - der Datenverkehr Inn Netz nimmt schon jetzt gewaltig zu. In zwei, drei Jahren reichen 50 MBit vorne und hinten nicht mehr...
Da ist das Angebot der DG, einen kostenlosen Glasfaser Anschluss zu bekommen doch eine geniale Gelegenheit. Zumal die Kosten über die zwei Jahre Mindestlaufzeit des Vertrages genau so hoch sind, wie die des bestehenden Telekom Anschlusses. Wer dann in zwei Jahren doch mit weniger Geschwindigkeit zufrieden ist und zurück zur Telekom wechselt, hat kostenlos trotzdem den Abschluss der Zukunft im Haus.
Wie kann man angesichts dessen noch zögern?

... und die Bürger nutzen wohl ihre 2. Chance

Niederjosbach Stand heute ebenfalls bei 40%.
Bremthal + 2%
Eppstein/Vockenhausen ebenfalls +2%

Danke und: Weiter so!!

Besser als keine Chance

Vielleicht geht die Sache doch nach den ganzen Anlaufschwierigkeiten noch gut für Eppstein aus und in allen Stadtteilen kommt man auf ca. 40%. Dann wäre es geschafft auch hier im Zeichen der Burg eine neue Generation des Internetfeelings eingeführt zu haben. Noch können Bürger auf den Zug aufspringen und einen kostenfreien Anschluss bekommen. Jetzt gilt es..

Konkurrenz belebt das Geschäft....

Das aktuelle Angebot der Telekom kann man mit dem Glasfaseranschluss der DG nicht vergleichen.

Hier geht es eindeutig nur darum, Kunden für 2 Jahre an die Telekom zu binden und ihn somit für die Erreichung der Mindestgrenze von 40% der DG zu entziehen. Ein faires Konkurrenzangebot wäre es in meinem Augen nur, wenn man auch die gleichen Leistungen bekommen würde:

Wie mir zu Ohren kam, wird bei den Hausbesuchen ein Glasfaseranschluss in Aussicht gestellt und man müsste auch nichts am bestehenden Hausanschluss verändern. Das ist technisch gesehen schon ein Widerspruch in sich.

Das was hier verkauft wird, ist der klassische veralteten VDSL Anschluss, ohne eine garantierte festen Datenrate. Also dass, was es schon seit Jahren gibt. Je nach Lage des Hauses zum Verteiler kann es passieren, dass man einen VDSL50 Vertrag abschließt, aber nur einen Bruchteil der 50Mbit/s bekommt.
Genau das wird aber dem Kunden verschwiegen und dafür aber der tolle Preis betont. Dieser ist im ersten Jahr 5€ niedriger, als der DG 400. Mit dem kleinen Unterschied: Bei der DG bekommt man für 24,90€ einen Vertrag mit garantiert 400MBit/s und einen echten Glasfaseranschluss kostenlos ins Haus.

Wer nun übereilt einen neuen Vertrag geschlossen hat, sollte schnell handeln:
Nach dem Fernabsatzgesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Fernabsatzgesetz) kann ein an der Haustür oder im Internet geschlossenen Vertrag innerhalb 14 Tage, ohne Angaben von Gründen, widerrufen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Haenlein

Wenn es nur ehrlich waere

In der Tat hat Konkurrenz eigentlich noch nie geschadet. Allerdings spielt die Telekom hier nicht mit offenen Karten - wider besseren Wissens. Natuerlich ist auch dort bekannt, dass eigentlich die Kupferkabel (also das, was momentan als Hausanschluss hier verlegt ist) laengst zum alten Eisen gehoert. Man wird technisch bedingt niemals hier annaehernd auf die Bandbreiten/Geschwindigkeiten und der Stabilitaet eines "reinen" und modernen Glasfaseranschluss kommen. Dies nicht in den "Beratungsgespraechen" offen darzulegen, ist unanstaendig. Natuerlich weiss auch die Telekom um Zukunftstechnologien. In den internen Netzen wird natuerlich i.d.R. Glas verwendet - nur nicht auf den letzten Metern zum Haus. Und hier steckt groesstenteils der Flaschenhals, um den sich alles dreht. Deswegen ist nur ein kosequenter, mit Glasfaser voll ausgestatteter Anschluss der richtige. Ich weiss nicht, wie man noch umfassender informieren koennte wie es die DG mit den Infoveranstaltungen oder in den etwas schmucklosen Containern bereits getan hat. Eppstein hat besseres verdient, als hinter einem ollen Kupferberg informationstechnisch abgehaengt zu sein. Heute mag es vielleicht noch jemand genuegen vermeintlich mit der aktuellen Anbindung was Gutes zu besitzen. Der Schein truegt gewaltig.

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