Christoph Striedter bleibt Ortsvorsteher – Diskussion um Stellvertreter

Der neue Ortsbeirat Niederjosbach (v.li.): Charlotte Sehr, Klaus Christian Stöckel, Christoph Striedter, Michael Dörr, Friedhelm Fischer, Patrick Gruß, Gerhard Fonzen und Steffen Dittmar. Es fehlt Pascal Wölfle. 
            Foto: Beate Schuchard-Palmert

Der neue Ortsbeirat Niederjosbach (v.li.): Charlotte Sehr, Klaus Christian Stöckel, Christoph Striedter, Michael Dörr, Friedhelm Fischer, Patrick Gruß, Gerhard Fonzen und Steffen Dittmar. Es fehlt Pascal Wölfle.

Foto: Beate Schuchard-Palmert

Einen ausführlichen Lebenslauf erwartete der Niederjosbacher Ortsbeirat nicht mehr bei der Bewerbung von Christoph Striedter zum Amt des Ortsvorstehers. Schließlich übernahm der 46-jährige Hals-Nasen-Ohrenarzt mit eigener Praxis in Idstein dieses Amt schon 2024 und stellte sich vor.

Er war Nachfolger von Andrea Sehr, die damals zur Stadtverordnetenvorsteherin gewählt worden war und inzwischen Erste Stadträtin ist.

Er wohne seit seinem vierten Lebensjahr in Niederjosbach, inzwischen mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern im Haus seiner Großeltern in der Obergasse, sagte Striedter und freute sich nach einer unkomplizierten Wahl per Handzeichen über das einstimmige Votum. Da Pascal Wölfle von der FDP nicht an der konstituierenden Sitzung teilnahm, erhielt Striedter acht Stimmen.

Diskussionen gab es vor der Stellvertreter-Wahl. FWG-Ortsbeirat Friedhelm Fischer schlug seinen SPD-Kollegen Klaus Christian Stöckel vor. Als zweitgrößte Fraktion mit zwei Mitgliedern solle die SPD den stellvertretenden Ortsvorsteher stellen, so Fischer.

Das sahen die CDU-Vertreter im Ortsbeirat anders: Wie in Niederjosbach üblich, solle jede Fraktion einen Stellvertreter oder eine Stellvertreterin vorschlagen und diese dann in einer gemeinsamen Liste gewählt werden. Stöckel und Fischer wandten ein, dass es kaum Aufträge für die Stellvertreter gebe und diese ohnehin nur selten die Chance bekämen, als offizieller Vertreter der Stadt aufzutreten.

CDU-Ortsbeirat Michael Dörr gab zu bedenken: Als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins würde er es begrüßen, wenn die stellvertretenden Ortsvorsteher häufiger Veranstaltungen wahrnehmen würden als bisher. „Je mehr wir sind, desto mehr Besuche sind möglich“, ergänzte Fraktionskollegin Charlotte Sehr.

Der Antrag der SPD auf einen offiziellen Stellvertreter wurde mit vier Neinstimmen, drei Zustimmungen und einer Enthaltung abgelehnt. Auf die gemeinsame Liste wollten sich weder Stöckel noch Kollege Gerhard Fonzen setzen lassen, dafür wurden Pascal Wölfle (FDP) in Abwesenheit sowie Michael Dörr (CDU) und Steffen Dittmar (Grüne) zu stellvertretenden Ortsvorstehern gewählt.

Auf der Tagesordnung stand außerdem die Wahl eines neuen Ortsgerichtsschöffe Für dieses Amt stellt sich Lars Zickwerth zur Verfügung.

Einig, aber bislang erfolglos war der Niederjosbacher Ortsbeirat in seiner Forderung nach Tempo 30 auf der Bezirksstraße. Steffen Dittmar fragte nach dem Stand der jüngsten Anfrage. Bislang gebe es noch keine Antwort, teilte Andrea Sehr mit und machte wenig Hoffnung, dass Hessenmobil oder Regionaler Verkehrsdienst ihre Ansichten ändern und dem Antrag der Stadt nachgeben.

„Wir haben lediglich erreicht, dass die Parkplätze versetzt angeordnet werden“, erinnert Sehr an die bislang einzige verkehrsberuhigende Maßnahme vor einigen Jahren auf der Durchgangsstraße. Weder Tempo 30 noch fest installierte Pflanzkübel wurden genehmigt. Auch Lärmschutzmessungen brachten kein Ergebnis, das für Tempo-Minderung ausgereicht hätte. Ebenso wenig nutzten die Hinweise auf Schulweg-Querung, Bushaltestelle oder spielende Kinder am Straßenrand.

Klaus Christian Stöckel wies auf Schäden hin, die nach Abschluss der Verlegung der Glasfaserleitung entstanden seien und nannte als Beispiel Absenkungen im Pflaster im Kreuzheck. Stadtrat Josef Bähner bestätigte, dass es Meldungen von zum Teil gravierenden Mängeln gebe, die erst nach der Bauabnahme aufgetreten seien. Die Frage der Haftung sei noch nicht geklärt, da die ausführende Firma nicht mehr greifbar sei.

Grundsätzlich sei es wichtig, diese und andere Straßenmängel zu melden, sagte Bähner. Am besten funktioniere dies über den Mängelmelder auf der Internetseite der Stadt. Dort würden die Angaben sofort an die richtige Adresse bei der Stadt weitergeleitet. bpa

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