CDU-Neulinge kandidieren, um Eppsteins Schönheit zu erhalten

Eines haben die Parteien und Wählergruppen in Eppstein gemeinsam: Auf den Wahllisten finden sich auffallend viele neue Namen und die meisten sind recht weit vorn platziert. Deshalb stellen wir in den kommenden Wochen einige dieser politischen Neulinge vor.

 

Der Hotel-Betriebswirt Bruno Domes kandidiert auf Platz 6 für die Stadtverordnetenversammlung und an erster Stelle für den Ortsbeirat in Alt-Eppstein. Vor fast 20 Jahren übernahm Domes die Leitung der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte am oberen Ende der Mendelssohnstraße und zog nach Eppstein. Nach vielen beruflichen Stationen in ganz Deutschland, unter anderem für die Möwenpick-Gruppe, „war damals für mich der Zeitpunkt gekommen, wieder sesshaft zu werden“, erinnert sich der 60-Jährige, der aus dem Neckar-Odenwald-Kreis stammt. Seine inzwischen 19-jährige Tochter ist in Eppstein aufgewachsen.

Er sei schnell in der Burgstadt heimisch geworden und nehme an allem Anteil, was in Alt-Eppstein geschieht. „Wir sind zwar in keinem Verein, aber in normalen Zeiten bei vielen Veranstaltungen präsent“, sagt Domes. Zur Kandidatur habe er sich entschlossen, „weil ich verstehen will, wie die Gremien arbeiten und warum manche Prozesse so lang dauern.“ Das Dreieck Burg, Kaisertempel, Neufville-Turm und die Infrastruktur in Alt-Eppstein liege ihm besonders am Herzen, sagt er und zählt dazu nicht nur den reinen Altstadtkern.

Aktivitäten wie die des Familienzentrums findet er wichtig, darüber hinaus will er junge Menschen für Politik und Mitarbeit motivieren. Ein fester Freizeit-Treff für Jugendliche wäre wichtig, so Domes, „damit wir sie nicht alle an Hofheim und Frankfurt verlieren“.

Die 22-jährige Franziska Sehr auf Listenplatz 7 ist in Niederjosbach aufgewachsen und studiert in Gießen die Fächer Politik, Wirtschaft und Biologie fürs Lehramt am Gymnasium. Wie ihre ganze Familie ist auch Franziska im Turn- und Sportverein aktiv: als Kind bei den Turnerinnen, inzwischen selbst als Trainerin für den Nachwuchs bei den Leistungsturnerinnen. Sie ist Vorsitzende der Jungen Union in Eppstein, hat auch in der Jugendarbeit der Kirche mitgearbeitet und würde gern den ehemaligen Jugendraum in Niederjosbach wiederbeleben.

Für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert sie, „weil ich meiner Heimat etwas zurückgeben möchte“. Sie will sich für Soziales, Jugend und Vereine engagieren und zwischen den einzelnen Gruppen und der Stadt vermitteln.

Wolf-Christoph Lenz auf Platz 10 kennen vor allem seine Freunde eher unter seinem ungewöhnlichen Zweitnamen Nanno. Beruflich ist er Vorsitzender Richter am Landgericht, nebenberuflich lehrt er an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden, privat lebt der 56-Jährige in Vockenhausen und engagiert sich im Lions Club und im Tennisclub Eppstein. Für den Umzug in die Burgstadt hätte sich die Familie mit Ehefrau und zwei inzwischen erwachsenen Söhnen 2014 ganz bewusst entschieden. „Weil wir bereits Freunde hier hatten und Eppstein einfach schön ist“, sagt er. Diese Schönheit zu erhalten sei auch seine Motivation, für die Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren.

Zum ersten Mal aktiv wurde er 2017 in Eppstein mit einer Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen auf dem Judenkopf bei Bremthal – mit Erfolg. „Unsere wichtigsten Ziele, die Sichtachse von Kaisertempel und Burg freizuhalten, haben wir erreicht – sofern Regionalversammlung und Landtag den geänderten Plänen zustimmen“, formuliert der Jurist mit Vorbehalt. Anstelle von Windrädern sieht er Potenzial für Solaranlagen, die er stärker fördern würde. Die Gestaltung der Ortsmitte Vockenhausen bezeichnet er als wichtige Zukunftsaufgabe: „Dort muss ein lebendiger Platz der Begegnung geschaffen werden mit Gastronomie, Handel, Tiefgarage, Platz für Vereine und Kerb an zentraler Stelle“, sagt Lenz.

Eva Waitzendorfer-Braun kam zwar 2018 als Nachrückerin für Helmut Czepl in den Eppsteiner Ortsbeirat, kandidiert aber erstmals für die Stadtverordnetenversammlung. Sie steht auf Listenplatz 12 und Platz 2 des Ortsbeirats. Die 46-jährige gebürtige Frankfurterin gesteht, dass sie Eppstein nicht kannte, bis sie 2012 mit Mann und zwei Kindern hierher kam.

Aber Kontakte seien schnell geknüpft worden, auch dank der beiden inzwischen 11- und 13-jährigen Kinder. Waitzendorfer-Braun ist begeisterte Läuferin, wagte sich auch schon an die „Eppsteiner Meile“ beim Burglauf und gehört dem Kirchenvorstand der Talkirchengemeinde an.

Die Juristin arbeitet in Wiesbaden, derzeit aber vor allem im Homeoffice, und ist begeisterte Verfechterin des Wochenmarkts. Weitere Themen sind Umweltschutz und Ausbau des Radwegenetzes. bpa

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